Informationen zum Wintersemester 2020/21

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

die Veranstaltungszeit neigt sich ihrem Ende zu und wir blicken auf Wochen mit zahlreichen Unsicherheiten und Herausforderungen, aber auch vielversprechenden Neuerungen im digitalen Lehren, Lernen und Arbeiten zurück. Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Semester unter Berücksichtigung der nicht ganz einfachen Bedingungen letztendlich positiv gestalten konnten, sich unsere universitäre Gemeinschaft innovativ, engagiert, solidarisch und kreativ gezeigt hat und es bisher bei uns keine Corona-Infizierungen gab, worüber wir besonders froh sind. Letzteres bestärkt uns in der Absicht, auch weiterhin so weitsichtig und vorsichtig wie möglich vorzugehen. Obgleich es an vielen Stellen in der Gesellschaft zu deutlichen Lockerungen in der Pandemiebekämpfung gekommen ist, lässt sich die weitere Entwicklung in keiner Weise vorhersagen, zeigen auch verschiedene regionale und überregionale „Brennpunkte“, dass eine erneute Ausbreitung des Virus keineswegs ausgeschlossen ist.

Wie wird das kommende Wintersemester aussehen?

Vor diesem Hintergrund ist es dem Präsidium wichtig, das Wintersemester 2020/21 für alle Beteiligten frühzeitig so zu organisieren, dass eine Planungssicherheit besteht, die auch mögliche kurzfristige Veränderungen in der Pandemieentwicklung einbezieht. Daher hat es in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, auch das kommende Wintersemester noch einmal weitestgehend digital zu gestalten, allerdings unter Einbeziehung bestimmter hybrider Merkmale, die Präsenzveranstaltungen insbesondere für Erstsemester vorsehen. Das Konzept, das im Übrigen auch von den meisten niedersächsischen und vielen anderen bundesdeutschen Universitäten in ähnlicher Form verfolgt wird, sieht in der Tat vor, ausschließlich Lehrveranstaltungen für Erstsemester und solche, die universitäre Lernorte zwingend erfordern – zum Beispiel Labore oder Werkstätten – in kleinen Gruppen auf dem Campus stattfinden zu lassen. Ein zentrales Kriterium für diese Entscheidung war die Campusbindung. Gerade für Erstsemester wird der Einstieg in ein erfolgreiches Studium und positives Universitätsleben erst durch persönliche Kontakte zu Lehrenden und Kommiliton*innen möglich. Mit der frühzeitigen Planung des Wintersemesters, die durch den heutigen Senatsbeschluss zur verkürzten Veranstaltungszeit bestätigt wurde, soll ein gut vorbereiteter Start für Studierende und Lehrende geschaffen werden. Dazu zählt die rechtzeitige Festlegung, welche Veranstaltungen ausschließlich digital, hybrid oder vollständig in Präsenz durchgeführt werden. Die Veranstaltungszeit beginnt am 2. November 2020 und endet am 6. Februar 2021. Die Winterpause wurde etwas verkürzt, so dass die Veranstaltungen wieder am 4.Januar 2021 beginnen werden.

Welche Regelungen werden für Prüfungen getroffen?

Die im Wintersemester weiterhin einzuhaltenden und gesetzlich vorgeschriebenen Hygienevorschriften, wie zum Beispiel der Mindestabstand, haben auch Auswirkungen auf die Durchführung der Klausuren, was mit einer Ergänzung zur geltenden Rahmenprüfungsordnung einhergeht. Demnach sind neben Präsenz- auch Online-Klausuren möglich. Damit diese ungewohnte Prüfungsform unbelastet von nicht auszuschließenden technischen Störungen, wie zum Beispiel einer schlechten Internetverbindung, wahrgenommen werden kann, hat der Senat in seiner heutigen Sitzung eine „Ergänzungsordnung zur Durchführung von Klausuren unter Pandemiebedingungen“ verabschiedet. Die angepasste Ordnung trifft ausgleichende Regelungen, die es den Studierenden ermöglichen, Klausuren ohne das Risiko des Verlustes eines Prüfungsversuchs jederzeit abbrechen zu können. Diese Regelung hat der Senat aus Gründen der Gleichbehandlung auch auf Präsenzklausuren ausgeweitet, die im Kontext der Corona-Pandemie ebenfalls unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Vor dem Hintergrund dieser Bedingungen möchten wir den Studierenden gegenüber ein Zeichen der Rücksichtnahme setzen und hoffen, dass sich dadurch auch ihre Bereitschaft erhöht, diese Prüfungen nicht auf spätere Semester zu verschieben.

Wird ein Austauschstudium möglich sein?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie betreffen unter anderem auch internationale Austauschstudierende, die nach Vechta kommen möchten. Die Universität begrüßt und unterstützt den internationalen Studierendenaustausch auch unter den erschwerten Bedingungen des kommenden Wintersemesters, allerdings gelten für unsere Austauschstudierenden dieselben Rahmenbedingungen der Online-Lehre wie für alle anderen auch, so dass sie selbst entscheiden müssen, inwiefern ein Auslandsaufenthalt in diesem Kontext zielführend sein kann. Studierende der Universität Vechta, die Deutschland für ein Auslandssemester verlassen möchten, werden aufgefordert die Hinweise des Auswärtigen Amtes zu beachten. Sie reisen, sofern sie von der ausgewählten Partneruniversität aufgenommen werden, auf eigene Gefahr in die zuvor ausgewählten Gebiete. Soweit das möglich ist, können sie im Wintersemester unter Umständen auch Onlinekurse an der Partneruniversität belegen und so zumindest virtuell an einem akademischen Austausch teilnehmen.

Werden öffentliche Veranstaltungen wieder möglich sein?

Um Verlässlichkeit zu gewährleisten und nicht ad hoc auf kurzfristige Veränderungen in der Pandemieentwicklung reagieren zu müssen, werden öffentliche Veranstaltungen, wissenschaftliche Tagungen und Konferenzen, Preisverleihungen etc. auch im kommenden Wintersemester untersagt bleiben. Auch wenn wir alle möglichst bald wieder zu klassischen Präsenzveranstaltungen und uns lieb gewordenen wissenschaftlichen Gepflogenheiten zurückkehren möchten, gilt es zunächst einmal die Gesundheit und die Sicherheit der bei uns studierenden und arbeitenden Menschen in den Vordergrund zu stellen, weiterhin vorsichtig zu agieren und für alle Planungssicherheit zu garantieren. Die räumlichen Kapazitäten werden unter Einhaltung der Hygienevorschriften im Wintersemester begrenzt sein und in erster Linie für die Lehre der Erstsemester und für Prüfungen genutzt werden. Zudem soll der Publikumsverkehr auf dem Campus weiterhin möglichst geringgehalten werden.

Dem Präsidium ist es wichtig, mit diesen Entscheidungen Planbarkeit und Verlässlichkeit herzustellen und die Veranstaltungsdurchführung nicht von der Entwicklung der Pandemie abhängig zu machen, die derzeit niemand vorher zu sehen vermag. Auch wenn wir uns natürlich eine schnellere Rückkehr zum status quo ante gewünscht hätten, hoffen wir weiterhin auf Ihr Verständnis, Ihre Solidarität und Ihr Engagement für die gemeinsame Sache. Wir wünschen Ihnen nicht nur einen schönen und sonnigen Sommer, sondern auch und vor allem weiterhin Gesundheit in diesen nach wie vor besonderen Tagen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Prof. Dr. B. Schmidt
Präsident