Höffmann-Wissenschaftspreis 2016 geht an Berliner Forscherin Naika Foroutan

Prof.in Dr. Naika Foroutan (Bild: Nina Pieroth)

Bereits zum sechsten Mal darf die Universität Vechta im Jahr 2016 den Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz verleihen. Erstmals erhält in diesem Jahr eine Forscherin den Preis: Prof.in Dr. Naika Foroutan vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Der vom Reiseunternehmer Hans Höffmann gestiftete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt herausragende und wegweisende Arbeiten aus Themenfeldern der interkulturellen Kompetenz. Er wird jährlich weltweit an Universitäten und Forschungseinrichtungen ausgeschrieben.

„Die Preisträgerin beeindruckt durch ihr umfangreiches Werk zum Thema ‚Interkulturalität‘. Als Politikwissenschaftlerin und Soziologin ist sie mit Systemtransformation beschäftigt und analysiert Zivilisationskonflikte. Außerdem erzielt sie mit kritischen Stellungnahmen zu aktuellen Debatten erhebliche gesellschaftspolitische Wirkungen und schafft hohe mediale Aufmerksamkeit für den Kulturdialog“, so die Begründung der Jury für ihre Wahl.

Der Präsident der Universität Vechta, Prof. Dr. Burghart Schmidt, freut sich sehr, mit Naika Foroutan eine renommierte Wissenschaftlerin ehren zu können: „Professorin Foroutan hat mit ihrem Werk eindrucksvoll ihre Eignung für den Höffmann-Wissenschaftspreis bewiesen. Angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen Herausforderungen ist ihre Forschung aktueller denn je. Damit und mit ihrer Sichtbarkeit in den Medien trägt sie dazu bei, den Diskurs um die Themen Migration, Integration und Identität sachlich und wissenschaftlich fundiert zu führen.“

Prof.in Dr. Naika Foroutan ist Professorin für „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ an der HU. Sie fungiert dort als stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und leitet dessen Arbeitsbereich „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ sowie die Forschungsgruppe Junge Islambezogene Themen in Deutschland (JUNITED). Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Themen Migration und Integration, Islam- und Muslimbilder in Deutschland, Identität und Hybridität sowie der politische Islam und die gesellschaftliche Transformation von Einwanderungsländern. Mediale Aufmerksamkeit erhielt sie 2010 durch ihre Positionierung zu Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, wofür sie 2011 mit dem Berliner Integrationspreis geehrt wurde. 2012 erhielt sie den Wissenschaftspreis der Fritz Behrens Stiftung, der alle zwei Jahre für exzellente Forschung vergeben wird. Aktuell forscht Foroutan u.a. zu „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland“ und dem Konzept der postmigrantischen Gesellschaft als Gesellschaftsanalyse. Außerdem begleitet sie mit der Forschungsgruppe JUNITED die Junge Islam Konferenz.

Der Höffmann-Wissenschaftspreis wird voraussichtlich im Januar 2017 im Rahmen eines öffentlichen Festaktes vergeben. Als Laudator konnte Prof. Dr. Andreas Zick gewonnen werden, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld.