Heft 6 der Beiträge zur Romberg-Forschung an der Universität Vechta

apl. Prof. Wolfgang Mechsner, Dr. Klaus G. Werner, Marius Nagler – Mitarbeiter und Notensetzer – sowie Verleger Florian Noetzel (v.l.n.r.).

Das Werkverzeichnis ist komplett: Mit Heft 6 der Beiträge zur Opens external link in new windowRombergforschung haben die Musikwissenschaftler Dr. Klaus G. Werner und apl. Prof. Wolfgang Mechsner an der Universität Vechta das Projekt „Werkverzeichnis Andreas Romberg“ vorläufig abgeschlossen. Damit übergeben sie der Öffentlichkeit alle noch ausstehenden Vokalwerke des Komponisten. Dazu gehören die mehrstimmigen weltlichen A-Cappella-Lieder, darunter einige Kanons, die Klavierlieder und abschließend als nicht zu unterschätzenden Komplex die Opern.

Ziel der Arbeitsstelle Andreas Romberg an der Universität Vechta war die Erstellung eines kompletten Werkverzeichnisses des in Vechta geborenen Komponisten Andreas Romberg. Die Vorläufigkeit des vorliegenden Verzeichnisses ergibt sich aus der Planung, eine Zusammenfassung aller sechs Hefte der Beiträge in einer Buchausgabe zu erstellen, verbunden mit einer kompletten Durchsicht und erneuter Korrekturlesung aller Angaben. Den Forschenden und Interessierten bieten die Beiträge zur Romberg-Forschung aber schon jetzt die Möglichkeit einer Einsichtnahme in das vollständige Schaffen von Andreas Romberg.

Eine besondere Herausforderung stellte die Quellenlage der Opern dar, von denen keine in einer Urschrift des Komponisten erhalten ist. Die 1788 entstandene und 1794 in Hamburg aufgeführte Oper „Der Rabe“ existiert in Hamburg als Kopie (D-Hs: ND VII 329) mit ungeordneten solistischen Nummern, die wohl für die Einstudierung der Rollen gedacht waren.

Die Oper „Die Ruinen von Paluzzi“ op. 31 wurde 1812 als Klavierauszug bei Johann August Böhme in Hamburg gedruckt. Rombergs letzte Oper „Die Großmut des Scipio“ op. 63 erschien als Klavierauszug anscheinend erst nach Rombergs Tod („vor 1825“) bei A. Cranz in Hamburg. Handschriftlich überliefert ist die Oper Point de Bruit. Sie fiel 1810 in französischer Sprache beim Publikum durch, war aber in der überarbeiteten deutschen Version (Titel: Kein Geräusch) 1813 wesentlich erfolgreicher. Alle weiteren Opern (ARWV 269 bis 272) sind komplett verschollen.

In Zusammenhang mit den Opernhandschriften danken die Wissenschaftler vor allem Dr. Jürgen Neubacher, Leiter der Handschriftenabteilung an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, und den dortigen Mitarbeiterinnen für die unkomplizierte Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft. Für die finanzielle Unterstützung geht der Dank an Stadt und Landkreis Vechta, an die Universitätsgesellschaft Vechta sowie an die Universität Vechta.

Herausgeber sind die Vechtaer Musikwissenschaftler Dr. Klaus G. Werner und apl. Prof. Wolfgang Mechsner. Die Arbeitsstelle Romberg wurde 1993 vom damaligen Professor für Musikpädagogik Prof. Dr. Karlheinz Höfer gegründet. Nachdem Höfer aus der Arbeitsstelle ausschied, setzte Dr. Klaus G. Werner die begonnene Forschung fort, seit 2013 mit der Unterstützung von Prof. Wolfgang Mechsner.