Gründungspotenziale an der Universität Vechta und darüber hinaus

Für eine systematische Bündelung von Aktivitäten zur Förderung von Gründungen aus der Hochschule heraus: Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt, Maik Fischer und Prof. Dr. Christoph Schank.

Die Universität Vechta hat sich als „Hochschule in Verantwortung“ in ihrem Hochschulentwicklungsplan die Begleitung von Transformationsprozessen in ländlichen Räumen zum Ziel gesetzt. Was bedeutet dies für die Gründungskultur in der Region?

Die von der Universität Vechta verfolgten Schwerpunkte schlagen bereits heute die Brücke in eine von einschneidenden Transformationsprozessen herausgeforderte Gesellschaft. Aus dem Dreiklang Forschung, Lehre und Transfer resultieren dabei einzigartige Kernkompetenzen, die als Voraussetzung gelten, Innovations- und Gründungspotenziale in Zukunftsmärkten zu heben. Aus der Beschäftigung mit Transformationsprozessen entstehen Ideen, die durch unternehmerisches Denken und Handeln zu tragfähigen Innovationen werden können. Das so entstehende Potenzial für Gründungen in der Region ist riesig.

Wie ausgeprägt ist die Gründungskultur an der Universität Vechta? Welche Projekte gibt es/wird es an der Universität Vechta zum Thema Gründung geben?

Die Universität setzt auf die strategische Ausrichtung des Bereichs Entrepreneurship unter besonderer Berücksichtigung der Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Was bislang fehlt ist jedoch eine systematische Bündelung von Aktivitäten zur Förderung von Gründungen aus der Hochschule heraus. Unter enger Beteiligung der unternehmerisch starken Region möchten wir jetzt dieser Richtung Anschub geben und nachhaltige Strukturen aufbauen, die das Gründungsgeschehen an der Universität mit Strahlkraft in die Region ganzheitlich in den Blick nimmt.

Sie und Ihr Team haben für die Universität Vechta 1 Mio. Euro bei dem Projekt „EXIST-Potentiale“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Kooperation mit dem Land Niedersachsen eingeworben. Was soll mit dem Geld bewirkt werden?

Wir wollen den Gründer*innen-Geist an der Universität Vechta und der Region wecken. Dazu werden in den kommenden vier Jahren mit einem interdisziplinären Team eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Gründungen aus dem universitären Kontext gezielt zu fördern. Die Förderung erfolgt insbesondere in den Bereichen „Sensibilisierung und Motivation“, „Aus- und Weiterbildung“ sowie „Beratung und Finanzierung“.

Eine „Kultur des Scheiterns“ scheint in Deutschland wenig ausgeprägt. Viele Ideen werden nicht in die Tat umgesetzt – gehen somit verloren – weil potenzielle Gründer Misserfolgen aus dem Weg gehen wollen. Wie kann dem entgegnet werden?

Dies ist sicher immer noch weit verbreitet, wobei sich auch hier, u.a. dank des Opens external link in new windowEXIST-Programms, schon viel verbessert hat. Mit Blick auf das Hochschulumfeld sehen wir aber oftmals das Problem, dass Selbstständigkeit noch nicht als möglicher Karriereweg erkannt wird. D.h., der Punkt, an dem ein mögliches Scheitern überhaupt eine Rolle spielt, wird häufig überhaupt nicht erreicht. Hier wollen wir mit einem fächerübergreifenden Bildungsangebot ansetzen und Hochschulangehörigen Entrepreneurship als Fähigkeit für das Leben näherbringen.

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