Erstes Interdisziplinäres Kolloquium für Promovierende an der Fakultät Natur- und Sozialwissenschaften

Die Teilnehmer*innen des ersten Interdisziplinären Kolloquiums für Promovierende an der Fakultät Natur- und Sozialwissenschaften

„Das wiederholen wir im nächsten Semester.“ Mit diesem Fazit schloss der Dekan, Prof. Dr. Peter Nitschke, das erste Kolloquium für Promovierende an der Opens external link in new windowFakultät II der Universität Vechta. Damit gab er die ausnahmslos positive Bewertung der Teilnehmenden wider. Von 9 Uhr an Vormittag bis nach 17 Uhr gab es viel vorzutragen und nachzufragen, sieben Doktorandinnen und Doktoranden erlaubten spannende Einblicke in ihre Forschungsarbeiten und regten zum Diskutieren an. Das fachliche Spektrum reichte dabei von der Nutzung einer Puzzle-App durch Kindergartenkinder bis hin zu Schäden durch Hangrutschungen am Mittellandkanal. Thematisch waren die Geographie, die Mathematik, der Sachunterricht sowie die Politik- und Sozialwissenschaften vertreten.

Auf Anregung der Promovierendenvertretung der Fakultät II, Maria Klatte, beschloss der Fakultätsrat schon im Sommer, ein interdisziplinär ausgerichtetes Kolloquium für alle Doktorandinnen und Doktoranden der Fakultät II zu organisieren. Zwei Ziele wurden damit verfolgt: Zum einen sollten die Promovierenden ein Forum haben, ihre Themen, Methoden und Ergebnisse vorzustellen und einen Einblick in die Forschungsarbeiten der jeweiligen Studienfächer zu geben. Zum anderen sollten sie wichtige Anregungen durch die Diskussion mit anderen Fachkulturen erhalten. Die sehr breite fachliche Ausrichtung der Fakultät wurde als Chance gesehen, sich inhaltlich und methodisch auszutauschen. Die Idee ging auf. Sieben Promovierende aus fünf Studienfächern der Fakultät meldeten sich dazu an, ihre Konzepte und Ergebnisse vorzutragen und reichten Abstracts ein.

Der Tag begann mit einem Beitrag aus der Mathematik von Aileen Steffen, in dem die Ergebnisse einer sehr umfangreichen Studie zur Nutzung und zum Nutzen einer Tablet-App durch Kindergartenkinder vorgestellt wurde. Durch das Einspielen kurzer Videosequenzen erhielten die Zuhörerinnen und Zuhörer lebendige Einblicke in die Forschungsarbeit mit den Kindern. Es folgte eine engagiert vorgetragene Analyse der Ernährungsbildung in Grundschulen durch Maria Klatte aus dem Sachunterricht. Sie versucht mit Hilfe der Analyse von Good-Practice Beispielen die praktische Umsetzung von Konzepten zur Ernährungsbildung an Schulen zu erleichtern. Der letzte Vortrag des Vormittags stellte die Situation von geflüchteten Frauen dar und wurde von Amanda Palenberg präsentiert. Aus der Auswertung ihres empirischen Materials leitete sie ab, dass geflüchtete Frauen durch die Fokussierung der Unterstützenden auf die häusliche Sphäre in ihren Möglichkeiten zur Teilhabe stark eingeschränkt werden.

Die Vortagsreihe des Nachmittags begann mit Matthias Galle, der über das Verhältnis von Stadt und Land als Verantwortungsgemeinschaft redete. Dabei fokussierte er auf zwei Modellbereiche, die Metropolregionen Nord-West sowie Hamburg und arbeitete nachvollziehbar das Spannungsfeld zwischen lokaler, regionaler und globaler Verantwortung heraus. Daran schloss Annika Wohlers mit ihrem Vortrag zu Hangrutschungen im Süden Niedersachsens an. Nachdem sie das theoretische Konzept zur Vulnerabilität in der Physischen Geographie erläutert hat, veranschaulichte sie die Problematik an Hand von Karten und historischen Aufnahmen. Yousry Hammed präsentierte den nächsten Vortag, er beschäftigte sich mit Migration zwischen dem Nahen Osten und Europa. Als Grundlage für seine Dissertation stellte er die aktuelle Situation und die historischen Entwicklungen dar. Den Abschluss des Tages bildete der Beitrag von Barbara Fillenberg, einer externen Doktorandin aus der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg. Sie untersuchte die Ausgestaltung eines Studiengangs für Hebammenwissenschaft und fokussierte dabei auf den Einsatz der Szenariotechnik. An Hand von historischen Modellen (Leder-Lotte) und modernen Robotern erläuterte sie den Nutzen des praktischen Übens von kritischen Situationen und reflektierte dabei die Weitergabe von traditionellem Hebammenwissen zur Stärkung der Hausgeburten. Die lebhaften Diskussionen nach allen Vorträgen verdeutlichte, dass der interdisziplinäre Austausch sehr fruchtbar und bereichernd war. Mit vielen Anregungen und inspiriert von der Themenvielfalt gingen die gut 20 Teilnehmenden in das erste Adventswochenende. Eine Fortsetzung folgt im nächsten Semester.