Was kosten Hangrutschungen die öffentliche Hand in Niedersachsen? - Projektförderung im Rahmen von Pro*Niedersachsen

Felsrutschung an der B80 im Stadtgebiet von Hann. Münden im Mai 2013. Seither ist die Bundesstraße provisorisch gesichert. Sanierungsarbeiten durch das Straßenbauamt Bad Gandersheim in den kommenden Wochen zielen auf eine nachhaltige Sicherung der Böschung ab. (Bild: Susanne Döhler)

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat im Rahmen des Förderprogramms Pro*Niedersachsen ein neues Forschungsprojekt der Universität Vechta bewilligt: Ab März 2016 läuft die dreijährige Förderung des Projekts „Sozioökonomische Vulnerabilität öffentlicher Infrastrukturen in Niedersachsen im Kontext mit Hangrutschungen – Kommunale Risikokultur, Schadenskosten und fiskalische Kostenrelevanz“. Das Projekt vereint die Erstellung und Analyse von Daten im Rahmen regionaler Schadensstatistiken sowie die Abschätzung der öffentlichen Wahrnehmung von Gefahren und der daraus resultierenden Risikokultur. Projektleiter ist Prof. Dr. Bodo Damm, Professor für Angewandte Physische Geographie am Department II der Universität Vechta. Die Förderung hat einen Umfang von 147.000 Euro.

"Thematisch wie räumlich fokussiert das Projekt vor allem auf die Straßeninfrastruktur in Südniedersachsen", erläutert Projektleiter Damm. "Außerdem werden wir im Bereich der Stadt Hann. Münden untersuchen, wie es um die öffentliche Wahrnehmung von Gefahren bestellt ist. Als Datenquellen hinzu kommen außerdem Anlagen und Talsperren der Harzwasserwerke." Die WissenschaftlerInnen arbeiten auf der Grundlage statistischer Analyseverfahren, aber auch Fragebögen und Interviews kommen, vor allem bei der Erforschung der Gefahrenkultur, zum Einsatz.

Als Hangrutschungen werden in der Geographie z.B. Felsstürze, Schlammströme und Talzuschübe bezeichnet. Diese Naturgefahren sind in aller Regel mit einer hohen Schadenswirkung sowie hohen Kosten verbunden. Dabei sind aber nicht nur die geologisch-technischen, sondern auch die soziokulturellen Faktoren relevant. "Ob Anpassungs- oder Präventionsmaßnahmen von der öffentlichen Hand ergriffen werden hängt eben auch maßgeblich davon ab, wie die Wahrnehmung der Gefahren ist", so Bodo Damm. "Relevant sind natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten einer Gemeinde." Teil des Projekts wird daher auch ein Modell sein, das die staatlich-kommunale Schadensfinanzierung bei Rutschereignissen abbildet.

Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta, beglückwünschte den Geographen: "Die Förderung des Landes zeigt, welchen Stellenwert und welche Qualität die Forschung in Vechta hat. Das Projekt wird entscheidende Ergebnisse zur Erforschung der Vulnerabilität der öffentlichen Hand im Kontext von Hangrutschungen beitragen."