"Ein guter Ort" - apl. Prof. Wolfgang Mechsner über sein Wirken an der Universität Vechta

Prof. Wolfgang Mechsner

Als Lehrkraft für besondere Aufgaben kam ich 1985 an der „Abteilung Vechta der Universität Osnabrück“ in ein Fach Musik mit drei Professoren und einem Akademischen Oberrat. Universität als Institution war mir fremd, ich kam von der Musikhochschule. In der Gestaltung und Bereicherung des musikalischen Lebens sah ich zunächst meine Hauptaufgabe: Ich gründete 1986 die Konzertreihe ZEIT FÜR MUSIK und startete sie mit einem Klavierabend mit klassischen Werken. Bis 2015 lief die Reihe, viele Jahre mit Unterstützung der Stadt Vechta. 2012 bekam ich für diese Kooperation den Preis Fokus Vechta. In den Hochzeiten gab es mit einer weiteren Serie des Faches UniMusik bis zu sechs Veranstaltungen im Semester: Konzerte und Vorspiele, Formate verschiedenster Art. Und mich selbst freute es, als Klavierspieler zu vielfältigen Anlässen einen Beitrag zur musikalischen Kultur der Universität zu liefern.

Die Universität gab mir den Raum meinen Neigungen zum Schreiben und Forschen nachzugehen, mich als Musiker weiterzuentwickeln: 1996 erschien von mir eine Monographie über den Komponisten Wilhelm Petersen (1890–1957). (Kürzlich gab es im bayrischen Rundfunk eine Sendung über Buch und Komponisten). Ich beschäftigte mich intensiv und lange mit Jazz, dessen Sprache ich als klassisch ausgebildeter Pianist neu lernen musste. Das brachte mich weiter als Musiker und es kam meiner Lehre zugute: In den 90er Jahren entstand ein neues Fach in der Lehramtsausbildung Musik, das „Schulpraktische Klavierspiel“. Ich schrieb eines der ersten Lehrwerke, 2002 erschienen, erlebte es mehrere Auflagen. (Dem Buch folgen seit 2016 E-Books zu Einzelthemen.) 2013 dann die Wiederaufnahmen des musikwissenschaftlichen Fadens: Als Mitglied der Andreas -Romberg-Arbeitsstelle an der Universität betreute ich (mit Dr. Klaus G. Werner) die jährliche Herausgabe eines Heftes zur Vorbereitung des Werkverzeichnisses des Komponisten (Publikationstermin: 2021).

Klassische Klaviermusik war (und ist) mein Fokus und ich habe sie stets gerne unterrichtet. Die glückliche Lehrsituation des langwährenden Einzelunterrichts ermöglichte nahezu immer eine Begegnung mit der Heiterkeit, Schönheit und Tiefe dieser großen Musik. Viele Studierende nahmen diese Erfahrung mit in ihr weiteres Leben.

35 Jahre im Fach Musik bedeuteten stets gutes Zusammenarbeiten mit den Kolleginnen und Kollegen in der Musikpraxis. Pragmatisches, freundliches Miteinander, jedem das Seine lassend war die Maxime mit den Mitstreitern Hafen und Hartogh, danke! Für meine zuweilen scharf ausgebrochenen Eigenheiten bitte ich um Verzeihung. – 2009 ernannte mich die Universität zum apl. Prof, 2015 wurde ich Direktor des Departments III, 2017 hatte ich die Ehre, Gründungsdekan der Fakultät III zu werden. Die Universität Vechta war ein guter Ort für mich. Danke!

Video von Musikstudierenden der Universität Vechta zum Abschied von apl. Prof. Wolfgang Mechsner und Opens external link in new windowProf. Dr. Roland Hafen