Die Agrarwirtschaft in der Filterblase

(v.l.) Dr.in Anna Fangmann, Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt und Dr.in Barbara Grabkowsky (Geschäftsführerin Transformationsstelle Agrar) laden zur Tagung.

Einseitige Informationen führen zu einseitigen Meinungen. In einer sogenannten „Filterblase“ erreichen Menschen nur noch solche Informationen, die der eigenen Vorstellung und Meinung entsprechen. Dies kann sowohl eine verengte Sichtweise als auch eine Verschiebung der öffentlichen Diskussion weg von neutralen Fakten und sachlichen Argumenten begünstigen. Soziale Medien können in diesem Rahmen zu einer unkontrollierbaren Dynamik in der Verbreitung und Zuspitzung von einseitigen Meinungsbildern führen, wobei die Landwirtschaft ein prominentes Beispiel für dieses Phänomen ist. Vor diesem Hintergrund lädt die Universität Vechta am Donnerstag, 28. März 2019 alle Interessierten zur dialogorientierten Tagung „Die Agrarwirtschaft in der Filterblase – Verzerren Twitter, Google, Facebook und Co. unsere Sichtweisen auf die Agrarwirtschaft?“ ein. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung unter www.transformationsforschung-agrar.de wird gebeten.

„Zentral bei dieser Tagung ist das dialogorientierte Format“, erläutert Dr.in Anna Fangmann, Projektleiterin von Dynamic Agri-Food Systems im Oldenburger Münsterland. „Wir wollen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Austausch kommen: Wie erleben sie die Berichterstattung über die Landwirtschaft? Was ist aus ihrer Sicht anders?“ Neben der Sensibilisierung für Filterblasen soll bei der Tagung auch diskutiert werden, wie z. B. Presse, Konsument_innen, Wissenschaftler_innen und der Lebensmitteleinzelhandel die Agrar- und Ernährungswirtschaft einschätzen und wie ein Neustart „Raus aus der Filterblase“ gelingen kann.

Das Programm gliedert sich in drei Blöcke: Der Vormittag widmet sich der Frage „Leben die Landwirtschaft und ihre Gegner in verschiedenen Welten?“. Nach Impulsvorträgen von Wissenschaftler_innen und einer Landwirtin diskutieren in einer ersten Podiumsdiskussion

•    Prof. Dr. Matthias Kussin, Hochschule Osnabrück
•    Prof. Dr. Thomas Blaha, Stellv. Vorsitzender Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
•    Nadine Henke, Tierärztin und Agrarbloggerin aus Bruchhausen-Vilsen
•    Stefanie Strotdrees, Landwirtin und Vizepräsidentin Bioland e.V.
•    Dr. Jan Grossarth, Journalist FAZ

Der zweite Teil der Tagung ist mit „Wie wird die Agrarwirtschaft von der Gesellschaft wahrgenommen?“ überschrieben. Auch hier wird nach Impulsvorträgen mit diesen Gästen diskutiert:

•    Thomas Fabry, Fabrykant – Bewegtbildkommunikation
•    Desiree Heijne, Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft
•    Lea Fließ, Geschäftsführerin Forum Moderne Landwirtschaft e.V. Berlin
•    Steffen Bach, Journalist

Der abschließende Teil der Tagung beleuchtet Best-Practice-Beispiele unter dem Motto „Raus aus der Filterblase: Was muss /kann getan werden?“ Moderiert wird die Tagung von Dr. Jan Grossarth, Journalist der FAZ.

Über Dynamic Agri-Food Systems im Oldenburger Münsterland

Die Tagung ist Teil des LEADER-geförderten Projekts „Dynamic Agri-Food Systems im Oldenburger Münsterland“. Das Projekt befasst sich in fünf Tagungen und verschiedenen Themenschwerpunkten mit der ökonomischen Bedeutung der Agrar- und Ernährungswirtschaft für die Region Oldenburger Münsterland. Es sollen die Herausforderungen für die Region vor dem Hintergrund aktueller Transformationsprozesse analysiert und diskutiert werden, sowie Problemlösungen für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Lebensmittelproduktion erarbeitet werden.