Cloppenburg digital entdecken – Stadtgeschichte(n) partizipativ erforschen und erzählen

(Dirk Paetow) Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese und die Inhaberin der Königsapotheke, Dorothee Peus, enthüllen die neue Hinweistafel. Es moderiert Bernd Tabeling, Vorsitzender des Heimatvereins Cloppenburg.

(Dirk Paetow) Projektbeteiligte, Mitarbeiter*innen der Universität Vechta, Vorstandsmitglieder des Cloppenburger Heimatvereins, Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese und die Inhaberin der Königsapotheke, Dorothee Peus

(Dirk Paetow) Wer etwas über die Geschichte der Königsapotheke und das Wirken ihres Gründers Johannes Bernardus Josephus König in Cloppenburg erfahren möchte, kann einfach den QR-Code auf der neuen Hinweistafel einscannen und der Geschichte auf Hochdeutsch oder auf Plattdeutsch lauschen. Auch historische Bilder hält der digitale Stadtführer „KulTour Cloppenburg“ bereit.

Der digitale Stadtführer „KulTour Cloppenburg“ geht an den Start

Im Rahmen des partizipativen Projekts KulTour Cloppenburg wurde am 20.10.2020 feierlich eine neue Hinweistafel an der Königsapotheke enthüllt und damit fiel auch der öffentliche Startschuss für den gemeinsam entwickelten digitalen Stadtführer auf www.kultour-clp.de. Auf dieser Tafel und bald an vielen weiteren interessanten „KulTourOrten“ in der Stadt sind QR-Codes angebracht. Darüber lassen sich Geschichten zum Lesen und Anhören (auf Hochdeutsch, Plattdeutsch und Niederländisch), historische Fotos, Karten, ein Stadtquiz, Touren zu unterschiedlichen Themen und viele weitere Informationen abrufen. Einfach und kostenlos werden so die Stadtgeschichte, Architektur, Kultur, besondere Persönlichkeiten und noch mehr Themen multimedial erfahrbar.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft war der Schlüssel zu diesem Projektergebnis. Hinter dem Projekt stehen der Wissenschaftsladen „Science Shop“ der Universität Vechta mit Sitz in Cloppenburg und regionale Projektpartner, ohne deren vielfältige engagierte Beiträge ein solches Gemeinschaftswerk nicht möglich gewesen wäre: Der Heimatverein Cloppenburg, die Arbeitsgruppe des Archiv Stadtgeschichte, das Medienzentrum Cloppenburg, die Katholische Akademie Stapelfeld, die Stadt Cloppenburg, der Heimatbund Oldenburger Münsterland, das Museumsdorf Cloppenburg und die LEADER Region Soesteniederung. Außerdem waren zahlreiche Freiwillige aus Cloppenburg beteiligt, die ihre Ideen und Expertise, Fotos und weiteres Material beitrugen, die Texte schrieben, übersetzten und für die Tonaufnahmen vorlasen.

Die gemeinsame Arbeit an dem Stadtführer bot eine Gelegenheit für Bürgerinnen und Bürger, sich wissenschaftlich mit den Besonderheiten ihrer Stadt auseinanderzusetzen, ihre Geschichte mit zu erforschen, sie Anderen vorzustellen und so an der Erhaltung des gemeinsamen kulturellen Erbes der Region mitzuwirken. Viel Engagement floss in die Recherche zu so manchen Geschichten: Da mussten verschiedene Quellen zu Rate gezogen und verglichen, Dokumente aus Archiven gesichtet, historische Fotos aus dem Stadtarchiv und privaten Beständen beschafft und ausgewählt, und schließlich gut lesbare Texte verfasst werden. Parallel wurde, entsprechend den Wünschen und mit dem Feedback der Projektpartner, die digitale Infrastruktur für den Stadtführer in Form einer Webseite geschaffen.

In Zukunft soll der digitale Stadtführer unter der Beteiligung von vielen Menschen weiter wachsen. Es gibt noch zahlreiche Geschichten aus Cloppenburg, die es wert sind, erforscht und erzählt zu werden. Wer mitmachen möchte, findet Informationen dazu auf der Projektwebseite. Außerdem ist ein Ziel des Projekts, dass der digitale Stadtführer auch auf andere Städte und Regionen übertragbar ist. Erste Interessensbekundungen gibt es bereits.

Das Projekt KulTour Cloppenburg wurde vom Science Shop Vechta/Cloppenburg, der zur Universität Vechta gehört, koordiniert. Gefördert wurde es von Januar 2018 bis September 2020 durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen der Fördermaßnahme „LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. June H. Park aus dem Fach Designpädagogik der Universität Vechta.