Begegnung, Vernetzung, miteinander arbeiten: Projekt BRIDGES lud zur Fachtagung Inklusion

Die Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung. Moderator Uwe Haring mit (v.l.) Linya Coers, Heidi Zacheja-Düvel, Prof. Dr. Michael Ewig, Frau Küthe, Prof.in Dr. Christine Hunner-Kreisel und Prof.in Dr. Martina Döhrmann.

Prof.in Dr. Britta Baumert leitet die Werkstatt Inklusion und lud zur Tagung. (Bilder: Röhll)

„Ich mach das mit links“ - so lautet ein Song des Rappers Graf Fidi aus Berlin, der auf der dreitägigen Fachtagung Inklusion mit insgesamt mehr als 160 Besucher_innen nur eines der Highlights darstellte. Die Werkstatt Inklusion, Teilprojekt im Projekt BRIDGES - Brücken bauen, und ihre Leiterin Prof.in Dr. Britta Baumert hatten in das Haus Marienstein in Visbek zu der Inklusionstagung eingeladen, bei der es um das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis ging.

In den ersten beiden Fachvorträgen von Prof. Dr. Markus Dederich und Prof. Dr. Harry Kullmann ging es darum, das System zu verändern und nicht den Menschen, sowie um den Dreischritt: Haltung - Intention - Handlung. Anschließend starteten die Fachspezifischen Zugänge zu Inklusion. Insgesamt neun Fächer sind an der „Werkstatt Inklusion“ beteiligt und luden Fachreferent_innen ein, gemeinsam Inklusion zu gestalten und praktisch, vor allem in der Schule, umzusetzen. Hier wurde die Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht, sowie das inklusive Lernen an außerschulischen Lernorten thematisiert. Es gab Workshops zu den Zugangsmöglichkeiten von Inklusion und Haltung, aber auch unterrichtspraktische Zugänge zu Inklusion in der Schule.

Die Historisch-Ökologische Bildungsstätte Papenburg stellte ihr Konzept und auch ihre Erfolge mit dem Projekt Schülerfirmen im inklusiven Kontext vor. „Bei uns ist Heterogenität wichtig, weil in jeder Firma verschiedene Fertigkeiten gefordert werden“, so Dr. Thomas Südbeck, Leiter der Bildungsstätte. Ein weiteres Highlight war das Insidergespräch mit Menschen mit Handicap. Zentrale Aspekte waren hier die Begegnung miteinander und eine Unbefangenheit gegenüber jedem Menschen. Die besonderen und individuellen Bedürfnisse von Menschen (mit Handicap) sollten als normal gelten und nicht die Ausnahme darstellen. Hierfür müsse Inklusion schon im frühkindlichen Bereich beginnen.

„Mir geht es gut! Ich bin wie ich bin! Ich will kein Mitleid und keine Sonderbehandlung!“ Das war die Botschaft des Rappers Graf Fidi, der am Donnerstagabend im Haus Marienstein performte und in seiner Rolle als Inklusionsbotschafter und Sozialarbeiter ein Interview gab.

Zum Abschluss der Tagung fand eine Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen der Universität Vechta statt. Die zentralen Ergebnisse waren hier: Es ist ein differenzierter und sensibler Umgang mit Diagnose, Leistungsmessung und Kompetenzen nötig.

Initiatorin und Organisatorin Prof.in Dr. Britta Baumert spricht von einer sehr gelungenen Tagung mit einem abwechslungsreichen Programm, spannenden Vorträgen, interessanten Diskussionen und lebhaftem Austausch.

Über die Werkstatt Inklusion
Die Werkstatt Inklusion ist eine Forschungswerkstatt, die sich dem Themenfeld Heterogenität und Inklusion beim (fachlichen) Lernen widmet. Zentrales Ziel der inklusiven Bildung ist der Abbau von Bildungsungleichheit. In diesem Sinne widmet sich die Werkstatt Inklusion der Erforschung, Entwicklung und Dokumentation von Lernumgebungen und didaktischen Konzepten für den inklusiven (Fach-) Unterricht.

Die Werkstatt Inklusion ist ein Teilprojekt von „BRIDGES – Brücken bauen, Zusammenarbeit initiieren und gestalten“, das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert wird.