Arbeitsmarktintegration Geflüchteter in Kanada und Deutschland

Podiumsdiskussion: Bettina Doneit (IHK Oldenburg), Angelika Möller (Caritas Sozialwerk), Gabriele Kalvelage (Landkreis Cloppenburg), Gaby Middelbeck (Landkreis Vechta), Christa Heseding-Müller (Agentur für Arbeit Vechta) und Kirsten Rusert (Universität Vechta)

Am 13. November fand im Opens external link in new windowScience Shop in Cloppenburg eine Veranstaltung zum Thema „Erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – kanadische und deutsche Wege“ statt. An der Veranstaltung, die gemeinsam von dem Projekten SKM und Integration CAN-D organisiert wurde, nahmen Interessierte aus dem Landkreis und Vertreter*innen lokaler Institutionen und Organisationen teil.

Das Projekt SKM – Soziale Kompetenzen für Auszubildende und Mediationstraining für Ausbilder*innen – arbeitet unter der Leitung von Prof.in Dr.in Margit Stein mit Studierenden, Schulen und Betrieben an der Stärkung sozialer Kompetenzen der Auszubildenden mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund, um den Ausbildungserfolg zu verbessern. Integration CAN-D ist ein Projekt zur Koordination deutsch-kanadischer Forschungszusammenarbeit zur Integration von Geflüchteten und unterstützt unter der Leitung von Prof.in Dr.in Karin Zimmer (Universität Vechta) und der Koordination von Nicola Mühlhäußer (DIPF – Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) den Austausch und die Kommunikation zwischen den beiden Ländern.

Nach einer Begrüßung von Dr. Andreas Meese, Projektbetreuer des DLR-Projektträgers, stellte Dr. Mehmet Kart (Universität Vechta) die ersten Ergebnisse aus der Forschung im Projekt SKM mit Auszubildenden in Deutschland vor. In Anschluss gaben Frau Prof.in Dr.in Karin Zimmer und Nicola Mühlhäußer einen Überblick zu den strukturellen Einwanderungsbedingungen in Kanada und Deutschland und stellten darauf die Ergebnisse eines Interviews mit der Arbeitsmarktexpertin Mohja Alia dar. Diese ist bei der kanadischen Organisation ISANS (Immigrant Services Association of Nova Scotia) für die Unterstützung von Neuzugewanderten bei der Integration in den Arbeitsmarkt zuständig und konnte so einen detaillierten Einblick zu kanadischen Strategien, Herangehensweisen und Perspektiven eröffnen. Anschließend diskutierten Vertreterinnen der Agentur für Arbeit Vechta, der IHK Oldenburg, des Jugendmigrationsdienstes der Caritas Vechta und der Landkreise Cloppenburg und Vechta moderiert von der Projektkoordinatorin Kirsten Rusert (SKM, Universität Vechta).

Die Kooperationspartner*innen des Projekts SKM hoben an der kanadischen Vorgehensweise besonders hervor, dass es einen zentralen Ansprechpartner für alle Belange der Integration gibt. In Deutschland sind die Wege durch die Administration häufig schwieriger. Gleichzeitig stellten die Diskutant*innen fest, wie gut die Landkreise mit ihrer vernetzten Unterstützungsstruktur aus Verwaltung, Innungen, Ehrenamtlichen und engagierten Unternehmen aufgestellt sind, um auch den kommenden Herausforderungen zu begegnen. Abhängig sei die gute Begleitung aber auch von einer verstetigten und zuverlässigen Finanzierung seitens der Politik. Außerdem wurde angeregt, dass Leistungen der Jugendhilfe für geflüchtete Heranwachsende nach Vollendung des 18. Lebensjahres zunächst grundsätzlich und nicht nur auf Antrag weitergewährt werden.


Kontakt
Sie haben Interesse, am Netzwerk mitzuwirken? Opens window for sending emailKirsten Rusert vom Projekt SKM steht als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.