Antrittsvorlesung in der Germanistischen Didaktik

Neu in Vechta: Prof.in Dr. Monika Angela Budde (Mitte) mit Dekan Prof. Wolfgang Mechsner (l.) und Präsident Prof. Dr. Burghart Schmidt (r.).

Prof.in Dr. Monika Angela Budde

Prof. Wolfgang Mechsner

Am Donnerstag, 26. Oktober 2017, hielt Prof.in Dr. Monika Angela Budde ihre Antrittsvorlesung im Fach Germanistik in der Fakultät III – Geistes- und Kulturwissenschaften an der Universität Vechta. Mit dieser Veranstaltung wurde sie offiziell an der Universität Vechta willkommen geheißen. Rund 100 Gäste aus Nah und Fern kamen, um dem Vortrag der gebürtigen Cloppenburgerin zu lauschen.

Die Grußworte zur Vorlesung sprachen der Dekan der Fakultät III, Prof. Wolfgang Mechsner, und Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt. Anschließend klärte Prof.in Dr. Monika Angela Budde auf, was sich hinter dem Titel „Ohrensausen und Mundrauschen. Sprachreflexionen im Spannungsfeld des Lernens“ verbirgt. „Wenn Sie sich über den eigenartigen Titel der Antrittsvorlesung gewundert, gefreut oder amüsiert haben, dann haben Sie bereits die Aufmerksamkeit auf die Gestalt der Wörter gelenkt, die in ihrer Konstellation irritierend sind“, erklärte Budde die Reflexionen über Sprache, die sie in ihrem Vortrag thematisierte.

Sprache, so Budde, habe für den Menschen verschiedene Funktionen. Sie sei Werkzeug, übermittele Nachrichten und ermögliche den Kontakt mit anderen, das soziale Miteinander. In diesem Sinne sei Sprache auch ein wichtiges Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung, denn Verständigung mit anderen setze voraus, dass der Mensch ein Bewusstsein über sich selbst und seine Umgebung ausgebildet habe und seine Wünsche und Bedürfnisse und die der anderen in sein sprachliches Handeln einbeziehen könne. „Wenn es um Kommunikation mit anderen gehe, müssen zusätzlich zum einfachen Kommunikationsmodell „Sender – Nachricht – Empfänger“ verschiedene Faktoren ergänzt werden, die dem Wunsch nach  Verständigung, zur Reflexion über das Gesagte und zur Aufrechterhaltung der Kommunikation nachkommen“, so Monika Angela Budde. „Die zu übermittelnde Nachricht kann erst in diesem Referenzrahmen verstanden werden – gibt es ihn nicht oder ist er unklar, führt das zu Missverständnissen.“

Ein weiteres Augenmerk legte die Sprachdidaktikerin auf Sprache im Unterricht, speziell dem Fachunterricht. Budde führte dazu einige ihrer Projekte an. „LAWA – Language Awareness“ beispielsweise untersucht Fähigkeiten von Lernerinnen und Lernern mit Schulerfahrungen außerhalb Deutschlands. Wie muss Sprache reflektiert werden, damit diese Kinder und Kinder mit Deutsch als Muttersprache gleich gut in Chemie, Mathematik oder in anderen Fächern lernen? Diese Frage stellt das Projekt und entwickelt Konzepte für (angehende) Lehrkräfte. „Die Sprache des Unterrichts muss bewusst zum Thema werden“, plädierte Budde, „die vorhandenen Fähigkeiten des Sprache-Lernens aus dem Fremdsprachenunterricht sollten unbedingt integriert werden.“

Dass auch Sprache und Sprachliches dem Genuss dient, zeigte sie in szenischen Darbietungen aus der Konkreten Poesie, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Angela Hartig, und in Ergebnissen aus studentischen Projekten: Mit einer Rhythmik-Performance zum „Versmaß“ faszinierten die Studierenden Annika Fischer, Marvin Dierßen und Günther Fugel gleich zu Beginn der Vorlesung und ließen die begeisterten Zuhörenden an ihrer Reflexion über Sprache teilnehmen, amEnde präsentierten sie gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen A. Bär noch die „Fuge aus der Geographie“ (Ernst Toch). Musikalisch wurde die Veranstaltung von Prof. Wolfgang Mechsner mit einem Klavierkonzert von Chopin feierlich eingestimmt.   

Prof.in Dr. Monika Angela Budde hat seit Oktober 2016 die Professur für Germanistische Didaktik an der Universität Vechta inne. Die gebürtige Cloppenburgerin studierte in Kassel Anglistik und Germanistik für die Mittel- und Oberstufe. Sie war zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Deutsch als Fremdsprache tätig und absolvierte dann ihr Referendariat. Bis 2004 arbeitete sie als Lehrerin für die Fächer Deutsch und Englisch und promovierte zudem 2001 über Sprachsensibilisierung im Kontext des Deutschunterrichts multikultureller Klassen. 2005 wechselte sie an die Universität Flensburg. Zum Wintersemester 2015/2016 nahm Monika Angela Budde die Professur für die Allgemeine Didaktik mit dem Schwerpunkt Deutschdidaktik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald an, zum nächsten Wintersemester folgte der Ruf an die Universität Vechta.