Antrittsvorlesung im Habilitationsverfahren von Dr. Maria Anna Zumholz

Dr. Maria Anna Zumholz mit Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt (l.) und Dekan Prof. Wolfang Mechsner.

Am Mittwoch, 18. Oktober 2017, fand die Antrittsvorlesung im Habilitationsverfahren von Dr. Maria Anna Zumholz statt. Die Historiker hatte ihren Vortrag unter dem Titel „Tod in der Charité. Schlaglichter auf das (gewaltsame?) Lebensende des oldenburgischen Gauleiters Carl Röver (1889-1942)“ gestellt. Über 100 Gäste, aus der Hochschule und darüber hinaus, kamen zur Vorlesung.

Zumholz stellte zunächst das Leben Carl Rövers dar, dem Adolf Hitler 1928 das Amt des Gauleiters im Gau Weser-Ems übertrug. Ob sein Tod 1941 in der Berliner Charité gewaltsam war oder Röver an natürlichen Ursachen verstarb, beleuchtete die Historikerin in vier Schlaglichtern. Zunächst diskutierte sie Quellen zur Person Carl Röver und seinem Amt als Gauleiter, das er mitunter parteikritisch ausübte. Dann beleuchtete Zumholz den „Skandal“ um Rudolf Heß, der 1940 ohne Wissen der Führung der Nationalsozialisten nach England flog und Friedensbedingungen verhandelte. Ein weiteres Schlaglicht widmete sich „Hitlers Ärztedelegation“, das letzte Kapitel schließlich behandelte den Tod Carl Rövers. Ob der Gauleiter gewaltsam ums Leben kam oder nicht, könne nicht abschließend bewiesen werden, so Dr. Maria Anna Zumholz. Sein Tod müsse aber im Kontext des öffentlichen Aufbegehrens von Funktionären wie Heß gegen die Parteiführung und der Skandalvermeidungsstrategie Hitlers gesehen werden. Ganz sicher sei Röver aber kein unschuldiges Opfer des NS-Regimes, so das Resümee.