Anglistik erhält DFG-Förderung

Ort des Symposiums in der Villa Vigoni ist der Comer See. (Bild: colourbox.de)

(v.l.): Swantje van Mark, Leonore Sell und Prof. Dr. Norbert Lennartz aus der Anglistischen Literaturwissenschaft.

Nach 2016 erhält das Team der Anglistischen Literaturwissenschaft um Prof. Dr. Norbert Lennartz erneut eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der „Deutsch-Italienischen Zusammenarbeit in den Geisteswissenschaften.“ 2019 richtet Lennartz in Kooperation mit der Universität Bologna ein dreitägiges Kolloquium in der Villa Vigoni am Comer See aus. Das Symposium ist dieses Mal mit dem provokanten Titel ‚The Romantics‘ Brexit: Germanophobia and Anti-European Sentiments in Romantic Literature‘ überschrieben. Teilnehmer_innen kommen u. a. aus den Universitäten Gießen, Potsdam, Rom, Florenz und Parma.

Im Zentrum der Diskussion wird die Frage stehen, inwieweit heutige Ressentiments der Briten gegenüber Europa (und Deutschland) bereits in früheren Epochen begründet liegen und somit in einem Zeitkontinuum seit dem späten 18. Jahrhundert stehen. Der Strömung der Rheinromantik wird somit ein selten fokussierter Diskurs gegenübergestellt, der sowohl Lord Byrons Sarkasmus gegenüber Bonn, Samuel T. Coleridges Schmähgedicht auf Köln als auch Deutschland- und Europa-(Zerr-)Bilder bei den Brontës und den Verfassern der Gothic Novel umfasst. Dass Viktor Frankenstein in Ingolstadt studiert hat und sich in der Folge des Dr Faustus zum Schwarzkünstler und Schöpfer erhebt, zeigt gerade auch im Jahr des 200. Jahrestags von Mary Shelleys Roman, dass Deutschland nicht nur um seinen Idealismus und seine damaligen Dichterfürsten beneidet, sondern auch als Ort des Okkulten und Transgressiven eine eigentümliche Faszination ausstrahlte.