Als Lehrkraft professionell agieren

(v.l.): Alexander Stappert (Projekt BRIDGES), Tanja Föhr (Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen), Prof.in Dr. Yvette Völschow (Tagungsleitung), Prof. Dr. Michael Ewig (Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung), Katrin Kunze (Projekt BRIDGES).

Visualisierung durch Tanja und Paula Föhr (Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen).

Bin ich ein guter Lehrer bzw. eine gute Lehrerin? Kann ich meine Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern adäquat beraten? Wie ist es um die Zusammenarbeit mit Kolleg_innen bestellt? Derlei Fragen sollte sich eine professionelle und selbstreflektierende Lehrkraft regelmäßig stellen. Wie diese Kompetenzen bereits an der Hochschule in die Lehramtsausbildung integriert werden können, war Thema der vom 27. bis 28. September 2018 an der Universität Vechta ausgerichteten Fachtagung „Beratung und (Selbst-)Reflexion in der Lehrer_innenbildung.“ Circa 100 Teilnehmer_innen – vorwiegend Wissenschaftler_innen aber auch einige Praktiker_innen aus dem Bereich der Lehrerbildung kamen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Vechta, um diesen Aspekt der Professionalisierung von Lehrkräften zu diskutieren.

„Das Berufsbild von Lehrkräften und die Anforderungen an sie haben sich gewandelt“, berichtet Prof.in Dr. Yvette Völschow. Sie ist Teilprojektleiterin im Forschungsprojekt „Opens external link in new windowBRIDGES: Brücken bauen, Zusammenarbeit initiieren und gestalten“ und verantwortete die Tagung. „Guter Unterricht ist mehr denn je ein Thema, aber auch die Gesundheit der Lehrkräfte rückt stärker ins Blickfeld. Beratungs- und Reflexionskompetenzen werden in diesem Kontext immer wichtiger und sollten frühzeitig beim Lehramtsstudium, aber auch später, z. B. in der Lehrerfortbildung, thematisiert werden.“

Zentrale Bestandteile der Fachtagung waren drei Hauptvorträge, in denen „Reflexivität als eine Herausforderung für Beratung und Lehramt“ (Prof. Dr. Jörg Schlee, Universität Oldenburg) sowie die „Förderung von Schlüsselkompetenzen für professionelles  Handeln im Lehramt“ (Prof. Dr. Martin K.W. Schweer, Universität Vechta) und „Reflexion als Gelingensbedingung für pädagogische Eignung“ (Prof.in Dr. Telse Iwers, Universität Hamburg) betrachtet wurden.

In drei Sessions hatten die Tagungsteilnehmer_innen außerdem die Möglichkeit, sich zu verschiedenen Themenfeldern in kleineren Gruppen auszutauschen. Besonders nachgefragt waren dabei Themenfelder wie „Reflexive Praktikumsbegleitung“ oder „Reflexion im Kontext von Theorie- Praxisbezug“ und Workshops zu Videoanalyse, Portfolio sowie zu reflexiver Beratung und Lehrerbildung.

Für einen besonderen Rahmen sorgte Tanja Föhr, die gemeinsam mit Paula Föhr die Tagung visuell begleitete und dokumentierte. Sie fassten mit ihren Illustrationen das Tagungsgeschehen zusammen und gaben den Tagungsteilnehmer_innen anhand von Formaten wie „Coffee and comics in communication“ kleine Einblicke in die parallel angebotenen Vorträge und Workshops.

Die Organisator_innen waren sehr zufrieden mit dem Tagungsverlauf und bekamen von den Teilnehmenden positives Feedback für die angenehme Arbeitsatmosphäre am Tagungsort Vechta, die einen konzentrierten fachlichen Austausch zu diesem zentralen Aspekt für qualitativ gute Lehrer_innenbildung bot.  

In den nächsten Monaten wird an einem Herausgeberband zum Tagungsthema gearbeitet, um die Inhalte rund um das Thema „Beratung und (Selbst-)Reflexion einem breiteren Publikum zugänglich zu machen sowie einen weiteren Theorie-Empirie-Praxistransfer anzustoßen.