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Der Banner besteht aus 4 Einzelbildern, die die Inhalte des Faches Mathematik. widerspiegeln. Auf dem ersten Bild sind Taschenrechner, Geodreieck, Bleistift und Würfel zu sehen. Auf dem zweiten Bild ist ein Mal-Plus Haus abgebildet. Das dritte Bild zeigt eine Lehrende an der Tafel, die den Ansatz eines Beweises formuliert. Das dritte Bild zeigt ein digitales Geraät und davor liegende Tangram Elemente.
© Universität Vechta Fach Mathematik

Teilhabe am digital-gestützten Mathematikunterricht

Entwicklung und Evaluation einer Lernumgebung zur Förderung der Datenkompetenz

Digitale Medien halten immer mehr Einzug in den Schulen und spielen so auch im Mathematikunterricht eine stetig größer werdende Rolle. Eines der häufigsten Medien ist wohl das Tablet, doch innovative Unterrichtskonzepte erreichen die Schulen nicht und die Potenziale des Tablets, werden nicht ausgiebig genutzt (vgl. Bastian 2017, S.169).

Partizipation und Teilhabe sind ausgeschriebene Ziele vieler Schulen. Doch besonders bezüglich dieser Begriffe herrscht viel Unschärfe, mitunter verursacht durch synonyme Verwendung der Begriffe (vgl. Schwab 2016, S.127; Simon 2018, S.123; Hähn 2021, S.111). Zudem wird oft kritisiert, dass in Schulen nur eine symbolische Partizipation oder Scheinpartizipation stattfindet (vgl. Gamsjäger & Wetzelhütter 2020).

Nach zwei erfolgreichen Dissertationen in der Mathematikdidaktik im Rahmen der ersten Förderphase des Projektes BRIDGES an der Universität Vechta, befasst sich dieses Projekt innerhalb der zweiten Förderphase in der Werkstatt ‚Digitalisierung in inklusiven Settings‘ mit der Frage, wie digital-gestützte Lernumgebungen im Mathematikunterricht gestaltet sein sollten, um eine Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler zu fördern.   

Dazu wurde eine Tablet-gestützte Lernumgebung entwickelt, in der sich Schülerinnen und Schüler siebter Klassen durch digitale Arbeitsblätter und einem Tabellenkalkulationsprogramm mit Daten auseinandersetzen und eigene kleine Erhebungen durchführen. Denn auch hier zeigt sich ein Mangel an didaktisch aufbereitetem Material (vgl. Eichler & Vogel 2013, S. 67) und speziell zum selbstgestaltetem Erheben von Daten ist die Auseinandersetzung in der Fachliteratur gering (vgl. ebd., S. 19).

In zyklischen Erprobungen im Sinne des Design-Based-Research (vgl. DBRC 2003, Euler 2014) bzw. der fachdidaktischen Entwicklungsforschung (Prediger et al. 2012) soll diese Lernumgebung an Schulen durchgeführt und weiterentwickelt werden. Dabei soll die Teilhabe an dieser Lernumgebung untersucht werden, um Rückschlüsse über die Chancen und Hürden der Teilhabe am digital-gestützten Mathematikunterricht treffen zu können.

Weitere Informationen zum Dissertationsprojekt von Gerrit Loth und erste Ergebnisse der ersten Durchführung folgen.

 

Literatur:

Bastian, J. (2017). Tablets zur Neubestimmung des Lernens? Befragung und Unterrichtsbeobachtung zur Bestimmung der Integration von Tablets in den Unterricht. In: Bastian, J. & Aufenanger, S. (Hrsg.). Tablets in Schule und Unterricht. Forschungsmethoden und -perspektiven zum Einsatz digitaler Medien. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 139-174.

(DBRC) Design-Based Research Collective (2003): Design-Based Research: An Emerging Paradigm for Educational Inquiry. In: Educational Researcher, 32 (1), 5-8.

Eichler, A. & Vogel, M. (2013). Leitidee Daten und Zufall. Von konkreten Beispielen zur Didaktik der Stochastik. 2., aktualisierte Auflage. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Euler, D. (2014): Design Principles als Kristallisationspunkt für Praxisgestaltung und wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung. In: Euler, D. & Sloane, P.F.E.(Hrsg.): Design-Based Research. Stuttgart: Franz Steiner, 97-112.

Gamsjäger, M. & Wetzelhütter, D. (2020). Zwischen Scheinpartizipation und tatsächlicher Einflussnahme – Die Bedeutung von Partizipation für das Engagement von SchülerInnen. In: Gerhartz-Reiter, S. & Reisenauer, C. (Hrsg.). Partizipation und Schule. Perspektiven auf  Teilhabe und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 207-232.

Hähn, K. (2021). Partizipation im inklusiven Mathematikunterricht. Analyse gemeinsamer Lernsituationen in geometrischen Lernumgebungen. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Prediger, S.; Link, M.; Hinz, R.; Hußmann, S.; Thiele, J. & Ralle, B. (2012): Lehr-Lernprozesse initiieren und erforschen – Fachdidaktische Entwicklungsforschung im Dortmunder Modell. In: MNU 65(8), 452–457.

Schwab, S. (2016). Partizipation. In: Hedderich, I.; Biewer, G.; Hollenweger, J. & Markowetz, R. (Hrsg.). Handbuch Inklusion und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt, S. 127–131.

Simon, T. (2018). Partizipation als Qualitäts-, Struktur- und Prozessmerkmal inklusiver Institutionen. In: Feyerer, E.; Prammer, W.; Prammer-Semmler, E.; Kladnik, C.; Leibetseder M. & Wimberger R. (Hrsg.). System. Wandel. Entwicklung. Akteurinnen und Akteure inklusiver Prozesse im Spannungsfeld von Institution, Profession und Person. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt, S. 123–128.