Durch die Gesellschaft, und damit in der aktuellen Literatur, wird inklusiver Mathematikunterricht gefordert. Schon lange reagieren Lehrkräfte auf die zugrundeliegende Heterogenität der Schülerschaft (vgl. Hattermann et al., 2014, S. 202). Doch die Planung von inklusivem Unterricht, bei dem alle SchülerInnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefördert werden und am Unterrichtsgeschehen teilnehmen können, stellt Lehrkräfte vor eine große Herausforderung. Hier entsteht für die Forschung dringender Forschungsbedarf (vgl. Fetzer, 2016, S. 1, 5). Damit die Planung von inklusivem Mathematikunterricht für Lehrkräfte erleichtert werden kann (vgl. Hattermann et al., 2014, S. 202), bedarf es eines Planungsinstruments, um wichtige Merkmale und die damit verbundenen Indikatoren im Vorfeld bei der Planung ihres Unterrichts berücksichtigen zu können.

Die zentrale Fragestellung des Forschungsvorhabens lautet: Wie muss das Raster der Qualitätsmerkmale für guten inklusiven Mathematikunterricht weiterentwickelt werden, damit es die Planung inklusiver mathematischer Lernumgebungen unterstützt? Dabei wurde auf Grundlage der Vorarbeiten der Werkstatt Inklusion, das bestehende Raster für guten inklusiven Unterricht (vgl. Werkstatt Inklusion), theoriebasiert an den Mathematikunterricht adaptiert. Mithilfe der Expertise von Mathematiklehrkräften an Primarstufen in Niedersachsen soll dieses theoriebasierte Raster für den Praxisalltag angepasst werden und für die Verwendung für Lehrkräfte handhabbar gemacht werden. Dabei entstehen im Austausch mit Mathematiklehrkräften Modifikationen des Planungsinstruments, um der fachlichen Herausforderungen einerseits und dem Umgang mit Heterogenität in der Praxis andererseits begegnen zu können (vgl. Siller & Roth, 2016, S. 6). 

Die langfristige Stärkung der Qualität der Lehrerbildung insbesondere im Hinblick auf aktuelle bildungspolitische Aufgaben steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts BRIDGES „Brücken bauen“ der Universität Vechta, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird  (vgl. BRIDGES). Das Teilprojekt Werkstatt Inklusion hat die Erforschung, Entwicklung und Dokumentation von Lernumgebungen und didaktischen Konzepten für den inklusiven (Fach-)Unterricht zum Ziel (vgl. Werkstatt Inklusion). Aus diesem Projekt entstand das Forschungsvorhaben, mit dem Schwerpunkt in der Mathedidaktik.

Literatur

Fetzer, M. (2016). Inklusiver Mathematikunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Verlag.

Hattermann, M., Meckel, K. & Schreiber, C. (2014). Inklusion im Mathematikunterricht – das geht! In Amrhein & M. Dziak-Mahler (Hrsg.), Fachdidaktik inklusiv (S. 201-220). Münster: Waxmann.

Siller, H.S. & Roth, J. (2016). Herausforderung Heterogenität. Grundvorstellungen als Basis und Bezugsnorm – das Beispiel Terme. Praxis der Mathematik, 58(70), 2-8.

Universität Vechta (2016). Die Werkstatt Inklusion. Letzter Zugriff am 11.10.2017 unter www.uni-vechta.de/einrichtungen-von-a-z/zentrum-fuer-lehrerbildung/qualitaetsoffensive-lehrerbildung-projekt-bridges/werkstatt-inklusion/

Universität Vechta (2017). BRIDGES – Brücken bauen, Zusammenarbeit initiieren und gestalten. Letzter Zugriff am 11.10.2017 unter www.uni-vechta.de/einrichtungen-von-a-z/zentrum-fuer-lehrerbildung/qualitaetsoffensive-lehrerbildung-projekt-bridges/

Letzte Aenderung: 17.01.2018 · Seite drucken

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Johanna Herkenhoff
Assistentin im Projekt Bridges

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