Diese könnte, nachdem die Remarque-Ausstellung im John Rabe - Museum auf dem Campus der Nanjing University stattgefunden hat, im Erich Maria Remarque Friedenszentrum in Osnabrück stattfinden. Dort gibt es regelmäßig Gastausstellungen. Stadt Osnabrück und Thomas F. Schneider als Leiter des Hauses würden dieses begrüßen. John Rabe, der durch sein beherztes Handeln zusammen mit einigen wenigen anderen in Nanjing 250.000 Menschen vor einem Massaker, das außerhalb der von ihnen errichteten Schutzzone in wenigen Wochen an 300.000 Einwohnern/innen der Stadt verübt wurde, bewahrt hat und deshalb in China als der gute Buddha in Ehren gehalten wird, blickte zwei Jahrzehnte später als Erich Maria Remarque, der bereits in die fürchterliche Fratze des Ersten Weltkrieges blicken musste und diese in seinem aufwühlenden Werk "Im Westen nichts Neues" nachhaltig beschrieb, ebenfalls in die Fratze der Gewalt, und zwar unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkrieges beim Einmarsch der japanischen Soldaten in China und schließlich, nach seiner Rückkehr nach Deutschland, im Kriegsdeutschland ein weiteres Mal. Beide eint aber nicht nur das Schicksal, den Krieg in seiner unvorstellbaren Grausamkeit persönlich erfahren zu haben, sondern auch das Bedürfnis, das schier Unbeschreibbare durch Erzählung und Bericht so vermitteln zu wollen, dass es zur Mahnung wird, nie mehr solches erfahren zu müssen. In der friedenskulturellen Selbstverpflichtung der Stadt Osnabrück als symbolträchtigem Ort des Westfälischen Friedens (1648) und den vielfältigen Aktivitäten von Nanjing als „International City of Peace“ findet die Mahnung von sowohl Remarque als auch Rabe ihr adäquates Echo. Nun sollen die Aktivitäten der beiden Städte in ein gemeinsames Friedensengagement zusammengeführt und dadurch, unter anderem auch im Bereich der Kunst, potenziert werden. Die Friedensforscher Liu Cheng (von der Nanjing University) und Egon Spiegel (von der Universität Vechta) haben zusammen mit Thomas Schneider (Privatdozent der Universität Osnabrück und Leiter des Remarque Friedenszentrums Osnabrück) den Austausch auf universitärer Ebene in die Wege geleitet. Involviert sind auch die Universitäten Osnabrück und Vechta.  

Letzte Aenderung: 16.01.2020 · Seite drucken