Zukunftstag: Schüler und Studierende gemeinsam auf der Suche nach Junia(s) in Röm 16,7
Zum Zukunftstag 2026 haben vier Schüler des Gymnasium Antonianum einen Workshop im Fach Neues Testament besucht. Gemeinsam mit Studierenden des Seminars ,,Einführung in die methoden der neutestamentlichen Wissenschaft‘‘ haben sie sich auf eine Spurensuche nach Junia(s) begeben.
In dem von Prof.in Dott. Dr. Silvia Pellegrini und Mag. theol. Jonas Breuer vorbereiteten Workshop hat sich die Gruppe mit textkritischen Fragen zum Vers Röm 16,7 beschäftigt. Die Schüler und Studierenden haben den berühmten Vers hinsichtlich der Frage untersucht, ob Paulus mit ΙΟΥΝΙΑΝ Junia, eine Frau, oder Junias, einen Mann aus dem Kreis der Gemeindeautoritäten in seinem Brief erwähnt.
Die Gruppe hat zunächst Einblicke in antike Schreibpraktiken erhalten und konnte, mit antiken Schreibwerkzeugen (Holzgriffel, Papyrus und Rußtinte) ausgerüstet, erste Sprachkenntnisse des Altgriechischen gewinnen: Schreib- und Leseübungen in Altgriechisch haben allen viel Freude bereitet. Dann konnten die Schüler und Studierenden mithilfe früher Textzeugen, z. B. Papyrus 46, ihre Hypothese belegen, dass Paulus eine Frau unter die Aposteln gezählt hat, weil schon die frühen Handschriften die feminine Form oder eine feminine Variante des Namens Junia überliefern. In späteren Handschriften wurde das nicht eindeutige Genus der Form ΙΟΥΝΙΑΝ von den Kopisten durch eine maskuline Form ersetzt und damit Junia gegen Junias ausgetauscht. Zwar ist nicht eindeutig, was der Aposteltitel genau beinhaltet, dennoch ist Junia ein Beispiel für weibliche Autoritäten in der Frühen Kirche.
Das TheoHub hat den Vormittag für die Social-Media-Kanäle des Instituts begleitet und stellt die im Vorfeld gemeinsam erarbeiteten Materialien des Workshops als Open Educational Resource (OER) auf relilab.org zur Verfügung.
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