Last revision: 2018-09-14 · Print page

Antisemitismus im Rap 26.01.2018 - 16:00 Uhr

Organisator/Veranstalter: AStA  |  E-Mail: asta@asta-uni-vechta.de

Mit Chucky Goldstein | Raum: N08

Deutschrap, diese Sache die nicht nur für Noel Gallagher zu aller erst absurd klingt, ist spätestens in der zweiten Hälfte der 2010er Jahren endgültig zur dominierenden musikalischen Subkultur aufgestiegen. Was einst mit einem Spaß von Thomas Gottschalk begann, später mittels Kiffern die dem Reihenhausmilieu entstammten sich langsam den Weg in den Mainstream bahnte, ist dort spätestens Anfang der 2000er mit Bushido endgültig angekommen. Mittels Youtube, Twitter und Facebook ist aus der einstigen Szene längst ein multimedialer Zirkus geworden, der zumindest innerhalb Deutschlands seines Gleichen sucht.

Immer häufiger taucht dabei mittlerweile auch Antisemitismus auf, meistens in seiner antiisraelischen oder vermeintlichen kapitalismuskritischen Form auf. Seien es „Free Palestine“-Rufe die optisch mit einem Raketenwerfer untermalt werden, vermeintliche Dokumentationen über die Situation in Palästina von deutschen Sprechgesangsartisten, selten dämliche Facebookposts oder ganze Reimketten voller antisemitischer Bilder.

Vor allem innerhalb des journalistischen Teils der Deutschrapszene – und auch von szenexternen Journalist_innen – wird dabei immer wieder Kritik geübt, doch auch einige – meistens eher studentisch oder links anmutende – Rapper*innen beziehen immer wieder Position. Innerhalb dieser Auseinandersetzung dreht sich häufig um Antisemitismus innerhalb der Deutschrapszene, im besten Fall wird Deutschrap dabei als Ausgangspunkt genommen antisemitische Denkmuster offen zu legen im schlimmsten Fall wird dabei auf dem vermeintlichen Widerspruch zwischen „rebellischen“ Deutschrap und Antisemitismus beharrt. Worum es allerdings fast nie geht: das tatsächlich Verhältnis von Deutschrap zum Antisemitismus.

Dieser Vortrag möchte den Versuch unternehmen, dieses Verhältnis aufzuzeigen. Dabei ist es einerseits wichtig Rap im Allgemeinen und Deutschrap im Besonderen als popkulturelle Subkultur zu begreifen, die bestimmte Funktionen im Leben seiner Fans erfüllt und ihn an Hand seiner Rolle innerhalb der Kulturindustrie zu kontextualisieren. Dabei ist es andererseits auch wichtig Antisemitismus als „negative Leitidee der Moderne“ (Salzborn) zu begreifen und auch ihn innerhalb der gegenwärtigen Form der Vergesellschaftung zu betrachten.

Der Referent: Chucky Goldstein ist Student der Kulturwissenschaften, in gewisser Weise selbst ein deutscher Sprechgesangsartist, freier Referent und Blogger zum Themenschwerpunkt Pop und Rapkultur.

Veranstaltung im Rahmen von "Gefährliche Zustände - Aktionswoche gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Ideologien - zum Holocaustgedenktag".

Alle Informationen: www.asta-uni-vechta.de