Last revision: 2018-01-11 · Print page

Für die Heimat bereit? Rechtsextremismus und Nationalismus in der postjugoslawischen Popmusik 25.01.2018 - 20:00 Uhr

Organisator/Veranstalter: AStA  |  E-Mail: asta@asta-uni-vechta.de

Mit Krsto Lazarevic | Raum Q111

Der kroatische Rockmusiker Thompson verhöhnt in seinen Liedern die Opfer der Vernichtungslager aus dem zweiten Weltkrieg. Auf seinen Konzerten tragen die Besucher Abzeichen der kroatischen Nazikollaborateure der Ustascha. Rechts ist daran aus Sicht seiner Fans natürlich nichts. Stadien bekommt Thompson trotzdem gefüllt.

Sein serbisches Pendant ist die Turbofolk-Sängerin Ceca. Die feiert in ihren Texten zwar keine Nazis, ließ dafür aber zu Kriegszeiten mit einer AK-47 durch das kroatische Vukovar spazieren, während ihr späterer Ehemann Zeljko Raznatovic hunderte unschuldige Zivilisten ermorden ließ. Andere erfolgreiche serbische Popkünstler forderten sehr konkret Muslime abzuschlachten und ihre Moscheen zu verbrennen.

Seit den jugoslawischen Nachfolgekriegen gehören Rechtsextremismus und Ultranationalismus zum Repertoire der Popkultur im postjugoslawischen Raum.

Inzwischen kommt es jedoch auch zu einer Umcodierung der einstmals als nationalistisch verschrienen Musik. Der aktuelle Star am serbischen Turbofolkhimmel, Jelena Karleusa, setzt sich für die Rechte von LGBTIQ ein und kritisiert die nationalistische Regierung Serbiens scharf.
Die Geschlechterrollen von muskulösen Mafiatypen und devoten Barbiepuppen wurden schlichtweg übernommen und ironisch gebrochen. Aus dem Soundtrack der Nationalisten, wurde der Soundtrack der queeren Szene.

Veranstaltung im Rahmen von "Gefährliche Zustände - Aktionswoche gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Ideologien - zum Holocaustgedenktag".

Alle Informationen: www.asta-uni-vechta.de