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Wenn die Jugend auf die Arbeitswelt trifft

08.05.2020

Einblicke ins Berufsleben für Bakumer Oberschüler /
Kooperation mit Lebensmittelhersteller und Pflegeheim vereinbart

(Quelle: Oldenburgische Volkszeitung, Text und Bild von Philipp Ebert)

 

Für den Nachwuchs sollen sich Türen in Betriebe vor Ort öffnen. Auch Arbeitgeber könnten von der Zusammenarbeit profitieren.

Bakum. Schulabschluss – und dann? Damit Jugendliche aus Bakum und umzu diese Frage leichter für sich beantworten können, hat die Bakumer St.-Johannes-Schule nun zwei weitere Kooperationsvereinbarungen mit Arbeitgebern aus der Region unterschrieben.

In Zukunft sollen Schüler der neunten und zehnten Klassen der Oberschule durch die Verzahnungen von Unterricht und Praxis die Arbeit des Wohn- und Pflegezentrums Haus St. Johannes in Bakum besser kennenlernen. Außerdem will die Schule künftig mit dem Lebensmittelproduzenten Wernsing aus Addrup in Essen/Oldenburg zusammenarbeiten.

Begleitet und organisiert werden die beiden  Lernpartnerschaften vom Landkreis Vechta und der Universität Vechta. Johanna Hollah vom Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises sagte: Ziel sei es, für Schüler  „die Türen von Unternehmen zu öffnen“.

Konkret dürfte das etwa bedeuten: Schüler besuchen die Lebensmittelfirma Wernsing und das Haus St. Johannes, während die  potenziellen Arbeitgeber ihrerseits den Schulunterricht in Bakum besuchen. So könnten unternehmerische Herausforderungen und Prozesse auch im Unterricht  thematisiert werden. Wernsing etwa verfolge das Ziel, bis zum Jahr 2022 am Standort Addrup klimaneutral zu wirtschaften, erklärte Personalreferentin Jessica Beuse.

Aus dieser Herausforderung könne „Unterricht erwachsen“, sagte Dr. Christoph Merschhemke vom Bonner Institut Unternehmen & Schule, das die Vereinbarung  vermittelt hat. Gerade beim Profilfach Wirtschaft der Bakumer Schule böten sich Anknüpfungspunkte.

Dabei könne es auch um die Frage gehen, wie Lebensmittel produziert werden, sagte Anna Schaffrath von der Uni Vechta. Sie begleitet mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt den Austausch zwischen Schulen  und Firmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es gehe auch darum, Fragen von Sozial- und Umweltverantwortung anzusprechen.

Auch für das Haus St. Johannes ist die Frage, wie Fachkräfte gewonnen werden können, wichtig. „Wir sind natürlich daran interessiert, dass sich Jugendliche für unsere Berufe in der Altenpflege begeistern können“, erklärte Einrichtungsleiterin Renate Machner schriftlich. Aufgrund des Infektionsschutzes hatte sie darauf verzichtet, an der Unterzeichnung der  Vereinbarungen persönlich teilzunehmen.

Tomke zur Brügge, Gerontologin beim Verein „Perspektive: Pflege!“ erklärte bei der Unterzeichnung, Ziel der Kooperation zwischen Schule und Pflegeheim sei es auch, „die Generationen wieder zusammenzubringen“. Sie verwies darauf, dass in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta ab  2020 erstmals die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann angeboten werden.

Diese Ausbildung ersetze die bisherige Dreiteilung der  Pflegeausbildung in Kinderkrankenpfleger, Krankenpfleger und Altenpfleger. Die Universalausbildung könne den Beruf vielleicht auch attraktiver machen, da er nun mehr  Wechselmöglichkeiten biete.

Schulleiterin Bettina Willms unterstrich, dass die Bakumer Oberschule schon bisher in der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region  gute Erfahrungen gesammelt habe. Die neuen Partner passten „genau in unser Profil und in die Ausrichtung der Schule“ und können helfen, Schülern „gute Perspektiven für ihre berufliche Zukunft“ aufzuzeigen.

Forschungsbericht 2019

12.03.2020

Das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) blickt mit dem vorliegenden Forschungsbericht auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2019 zurück, das auf Grund der Personalsituation erneut ein nicht ganz einfaches Jahr war.

Die Besetzung der Stiftungsprofessur „Ökonomie der Nachhaltigkeit“ zum 01.01.2019 durch Frau Prof. Dr. Jantje Halberstadt hat das Team des ISPA bereits entscheidend gestärkt.

Frau Halberstadt ist eine wissenschaftlich ausgewiesene Kollegin mit zahlreichen Drittmittelprojekten. Sie und ihre Mitarbeiter haben neue Ideen und Perspektiven für die Forschung im ISPA eröffnet und leisten einen wichtigen Beitrag zur Profilierung der Forschung im Institut im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume. Gleichzeitig trägt die Abteilung von Frau Halberstadt zur Erweiterung der internationalen Forschungskooperationen, vor allem in den südafrikanischen Raum bei.

Das Verfahren zur Besetzung der Professur „Wirtschaftsgeographie“ (Nachfolge von Frau Tamásy) konnte im Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen werden.

Der Ruf ging an Frau Dr. Amelie Bernzen von der Universität zu Köln. Frau Bernzen hat den Ruf zum 01.01.2020 angenommen. Wir freuen uns, dass wir eine junge, aber in der Wirtschaftsgeographie bereits ausgewiesene Kollegin im ISPA begrüßen dürfen. Sie wird das wissenschaftliche Profil des ISPA mit neuen Ideen und Forschungsprojekten bereichern und weiterentwickeln.

Dies erscheint wichtig, damit das Institut mit seinen raumwissenschaftlichen Forschungsperspektiven im Cluster Transformation in ländlichen Räumen seine Kompetenzen verankern kann.

Das Studienfach Geographie gehört seit der Einrichtung von Fakultäten an der Universität Vechta Anfang 2017 zur Fakultät II Natur- und Sozialwissenschaften.

Der Studienfachsprecher ist seit Mitte 2018 Herr apl. Prof. Dr. Werner Klohn, der sich gemeinsam mit dem Studiendekan der Fakultät II, Herrn apl. Prof. Dr. Karl-Martin Born, für die Belange des Studienfaches Geographie in den drei Studiengängen: Bachelor Combined Studies Geographie, Master Geographien ländlicher Räume und Master of Education Geographie engagiert und im Jahr 2019 die Profilierung und Reakkreditierung der Studiengänge im Fach Geographie vorangebracht hat.

Der Kooperation mit unseren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik kommt weiterhin ein hoher Stellenwert zu. Wir sind bemüht diese Kooperationen auszubauen und zu vertiefen, was sich in neuen Forschungsanträgen im Verbund mit anderen Universitäten, Forschungsinstituten und Einrichtungen des öffentlichen Rechts widerspiegelt.

Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Forschungsbericht einen Einblick in die umfangreichen und vielgestaltigen Forschungsaktivitäten des ISPA zu ermöglichen.

Es erfüllt uns mit Stolz, dass es uns unter den schwierigen personellen Bedingungen gelungen ist, zwei neue Projekte im Bereich der Bildung für eine Transformation in ländlichen Räumen (Prof. Flath) zu starten sowie das Promotionsprogramm „Digitale Lebenswelten“ (apl. Prof. Born) und das Projekt „Zukunftslabore Agrar“ (Prof. Halberstadt) einzuwerben, die beide 2020 an den Start gehen.

Gleichzeitig möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die uns bei unserer tagtäglichen Arbeit auf vielfältige kompetente Weise unterstützen!

Ein besonderes Dankeschön gilt dem ISPA-Beirat und seinem Vorsitzenden, Herrn Brand, die sich auch in diesem Jahr in besonderer Weise für die Belange des ISPA engagiert haben.

Förderpreis der Universitätsgesellschaft Vechta für die Masterarbeit von Lara Schumacher

09.12.2019

Die Universitätsgesellschaft Vechta hat am Donnerstag, den 05.12.2019, im Rahmen einer Festveranstaltung Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten vergeben. Insgesamt wurden 17 Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten gewürdigt.

Unter den Preisträgern war auch die Studentin Lara Schumacher, die für ihre exzellente Masterarbeit zum Thema „Bedeutung und Gestaltung von Unterrichtseinstiegen im Fach Erdkunde – eine empirische Studie“ geehrt wurde.

Frau Schumacher hat sich in ihrer Forschungsarbeit dem unterrichtspraktischen Thema gewidmet, das sie mehrperspektivisch und auf der Grundlage aktueller Forschungsliteratur bearbeitete.

Sie entwarf selbstständig ein Forschungsvorhaben, mit dem sie die große Bedeutung von Einstiegen im Erdkundeunterricht aufzeigen konnte.

Die Arbeit wurde von Frau Prof. Dr. Martina Flath und Hannah Lathan, M.Ed. betreut.

Lara Schumacher begleitet seit Frühjahr 2019 das Projekt „Außerschulische Lernorte in der Fischereiwirtschaft – Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen“ als wissenschaftliche Hilfskraft und unterstützt das Team der Abteilung Lernen in ländlichen Räumen tatkräftig.

Universität Vechta gewinnt im Wettbewerb „EXIST-Potentiale“

06.12.2019

Die Universität Vechta zählt zu den Gewinnern beim Wettbewerb „EXIST-Potentiale“, zu dem bundesweit 220 Anträge eingereicht wurden. Sie wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Land Niedersachsen mit insgesamt rund 1 Mio. Euro über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert.

EXIST-Potentiale ist die neue Fördermaßnahme im Rahmen von EXIST-Gründungskultur. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in Start-ups eine hohe strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Hochschulen nehmen hierbei eine entscheidende Rolle als Ideenschmieden für innovative Gründungsvorhaben ein. Ziel des EXIST-Potentiale-Programms ist die Implementierung einer wahrnehmbaren und aktivierenden Gründungskultur an Hochschulen sowie die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen für innovative und wachstumsstarke Start-ups aus der Wissenschaft.

„Ich gratuliere den Hochschulen zu ihren gelungenen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Wir brauchen innovative Startups in Niedersachsen. Sie tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei und helfen uns mit ihren Innovationen, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu meistern.“  Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt und Prof. Dr. Christoph Schank setzt das Projekt an der Universität Vechta insbesondere auf ein Drei-Säulen-Konzept, das den Gründungsgeist in der Universität und in der angrenzenden Region entfachen soll. So liegt das Hauptaugenmerk auf Aktivitäten in den Bereichen „Gründungssensibilisierung und -motivation“, „Gründungsaus- und -weiterbildung“ sowie „Gründungsunterstützung, -beratung und -finanzierung“. Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem Experten-Team in den kommenden vier Jahren die besonderen Gründungspotenziale in den zentralen Kompetenzfeldern unserer Universität zu wecken und in Gründungen zu transformieren. Mit starken Partnern aus dem Hochschulsektor und vor allem der regionalen Wirtschaft werden wir auf die Verbindung der drei Querschnittsfelder Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen, um gezielt die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen zu fördern.“

Der Präsident der Universität Vechta, Prof. Dr. Burghart Schmidt, zeigte sich sehr erfreut über die erfolgreiche Antragstellung im Exist-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mit dem Aufbau eines Gründungs- und Transformationszentrums an der Universität Vechta sollen so vor allem innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten unterstützt werden und im – Interesse des ganzen Oldenburger Münsterlandes – Innovations- und Gründungspotenziale in Zukunftsmärkten gehoben werden. Wünschenswert wäre aus seiner Sicht eine enge Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und politischen Institutionen aus der Region. Vorgespräche zur möglichen Etablierung eines entsprechenden Gründungszentrums („Trafo:Haus“) habe es auf politischer Ebene bereits gegeben, bislang allerdings noch ohne konkrete Entscheidungen.

Aufbrüche und Umbrüche: Vechtaer Geographie beim DKG in Kiel

02.10.2019

"Aufbrüche und Umbrüche - Geographie(n) der Zukunft": unter diesem Motto stand der Deutsche Kongress für Geographie in Kiel vom 25.-30. September 2019, an dem das Fach Geographie und ISPA der Universität Vechta mit Sitzungen, Vorträgen und Postern intensiv beteiligt war.

Aus der Abteilung Regionales Lernen (Prof. Dr. Martina Flath) referierte Hannah Hertema über erste Dissertationsergebnisse unter dem Titel „Das geographische Schulbuch im Unterricht“. Darüber hinaus beteiligte sie sich gemeinsam mit Christian Tiller an der Postersession im Rahmen des Tages der Schulgeographie, in dem beide ihre Forschungsprojekte für Interessierte zur Diskussion stellten.

Aus der Abteilung Dynamiken ländlicher Räume leitete apl. Prof. Dr. Karl Martin Born eine Fachsitzung zu „Logiken und Praktiken der Verantwortung in ländlichen Räumen“ und organsierte bereits im Vorfeld die Sitzung des AK Dorfentwicklung in der Deutschen Gesellschaft für Geographie.

Zora Becker, Matthias Galle, Lien Lammers und Anja Neubauer-Betz aus dem Promotionsprogramm „Dörfer in Verantwortung“ stellten Ergebnisse ihrer Promotionsprojekte vor. Zur Transition des Energiesystems referierte apl. Prof. Dr. Kim Schumacher, der auch auf der im Vorfeld in Kiel stattgefundenen Tagung der Deutschen Akademie für Landeskunde unter dem Schlagwort „Vegane Landschaften“ zu Szenarien der Agrarlandschaftstransformation vortrug.

Forschung zu Dörfern weiterhin vom Land Niedersachsen gefördert

29.07.2019

Nach der Bewilligung von 12 Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien im Zuge des Promotions­programms „Dörfer in Verantwortung – Chancengleichheit in ländlichen Räumen sichern“ im Jahre 2016 setzt das Land Niedersachsen mit der Förderung des Programms „Digitale Lebenswelten in Dörfern – Verantwortung und Steuerung der digitalen Transformation. Chancen und Risiken des digitalen Wandels für Dörfer“ seine Unterstützung des Forschungsschwerpunktes der Universität Vechta fort. Ab 2019 werden 14 StipendiatInnen an den Universitäten und Hochschulen Vechta, Hannover und Göttingen/Holzminden/Hildesheim mit insg. 781.200 € gefördert. Unter der Koordination von apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (ISPA) konnte ein Konzept entworfen werden, das aus interdisziplinärer Perspektive die Herausforderungen der Digitalisierung in Dörfern beleuchten soll. Mit Geographie, Gerontologie, Regionalentwicklung, Raumplanung, Vermessung, Soziale Arbeit und Architektur sind wesentliche Akteure der digitalen Transformation beteiligt.

Das Promotionsprogramm „Digitale Lebenswelten in Dörfern – Verantwortung und Steuerung der digitalen Transformation“ analysiert die Interdependenzen digitaler Transformationen auf Gemeinschaftsbildung, Raumkonfigurationen und Entscheidung- bzw. Handlungsprozesse. Es knüpft dabei direkt an das laufende Programm „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“ an, indem es den Willen zur Übernahme von Verantwortung und zur Umsetzung digitaler Innovationen als eine Haltung versteht, deren Ausprägungen sich nicht nur in Dörfern gut beobachten lassen, sondern die im „System“ Dorf auch spezifische Implementations- und Realisierungsbedingungen vorfindet.

Aufbauend auf einer Forschungslücke zu räumlichen Wechselwirkungen von Digitalisierungsprozessen sowie den spezifischen Adaptionsprozessen in ländlichen Gesellschaften sollen interdisziplinär Wirkungskontexte und Prozessabläufe in der Adaption und Inwertsetzung digitaler Technologien erforscht werden. Paradigmatisch gehen wir davon aus, dass die Ausbreitung digitaler Innovationen nicht nur speziellen Raummustern folgt, sondern zusätzliche zeitliche und thematische Differenzierungen berücksichtigt werden müssen: Neben Early vs. Late Adoption gibt es auch die thematische Dimension, die als Theme-related Adoption begriffen werden kann. Mithin können dann Themen und Prozesse der Digitalisierung in Dörfern dahingehend analysiert und die beteiligten Akteure von Politik, Wirtschaft und Bürgergesellschaft diesen Kategorien zugeordnet werden.

Ziel der interdisziplinären Diskursstruktur ist die Entwicklung von zuständigkeits- und prozessübergreifenden Problemlösungen, um im Kern diese Fragen zu beantworten:

  1. Welche Potentiale entwickeln digitale Technologien zur Lösung der Herausforderungen in Dörfern und ländlichen Räumen aus der Perspektive der beteiligten Disziplinen (Geographie, Regionalentwicklung, Gerontologie, Ökonomik, Soziale Arbeit, Raumplanung, Dorfentwicklung und Architektur)?
  2. Welche Muster von Ausbreitung und Annahme digitaler Innovationen lassen sich für die einzelnen Handlungsfelder identifizieren?
  3. Welche Rolle spielen hierbei Verantwortungs- und Ermöglichungsräume?
  4. Welche konform-synergetische und konträr-antagonistische Verschränkungen lassen sich zwischen den drei Dimensionen „Gemeinschaft“, „Raum“ und „Entscheiden/Organisieren/Handeln“ beobachten?

Das Programm fokussiert die wissenschaftliche Unterstützung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und fördert gezielt die fachübergreifenden Diskurskompetenzen für den Wissenstransfer.

Das analytische Gerüst des Programms mit Fokus auf Verantwortung und Steuerung durch und mittel Digitalisierung bilden die Dimension „Gemeinschaft“ (Kohäsion, Engagement, Marginalisierung und Kommunikation), Raum“ (Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Mobilität, Bauen und Siedlung) und „Entscheiden, Organisieren und Handeln“ (Government, Governance, Innovationskultur, intermediäre Instanzen).

Lernen für die Zukunft: Raus auf den Bauernhof

16.07.2019

Internationaler Kongress Green Care &
4. Tagung der Wissenschaftsinitiative zum Lernort Bauernhof

Vom 8. bis 10. Juli 2019 fand an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien ein spannender Kongress mit mehr als 25 Workshops und Vorträgen statt, in denen neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis aufgezeigt wurden und die Teilnehmenden einen Überblick über die unterschiedlichen Herangehensweisen in Österreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Norwegen und den USA erhielten.

Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen am ISPA der Universität Vechta war mit fünf Personen vor Ort. In dem Vortrag "Globales und Regionales Lernen auf dem Lernort Bauernhof - zwei Seiten einer Medaille?" beleuchteten Prof'in Dr'in Martina Flath und Dr. Gabriele Diersen mit Thomas Hoffmann in einem dialogischen Format Bezüge ihrer Forschung zum Lernort Bauernhof. Die Promotionsarbeiten von Lena Beyer und Christian Tiller wurden in dem Workshop "Außerschulisches (regionales) Lernen - Lernorte und Lernprozesse gestalten" präsentiert. Auf dem Markt der Möglichkeiten wurden Arbeitsspektrum, aktuelle Forschungsarbeiten und Praxisprojekte von Hannah Hertema präsentiert. Zugleich war die Reise der Auftakt zu einer neuen ERASMUS+ - Partnerschaft mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Ein Arbeitstreffen mit der Hochschulleitung sowie Personen aus Forschung, Lehre und Transfer legte den Grundstein für die zukünftige Zusammenarbeit.

Ergänzt wurden die Vorträge durch forschungs- und praxisorientierte Workshops zu verschiedenen „Schule am Bauernhof“-Programmen. Darüber hinaus bot ein reichhaltiger „Markt der Möglichkeiten“ interessante Informationen und Materialien sowie die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen an.

Am dritten Tagungstag konnten die Kongressteilnehmenden auf verschiedenen Lernorten praktische Erfahrungen vor Ort sammeln.

Der Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Dr. Thomas Haase betonte, dass der Bauernhof einen idealen Lernort für Kinder und Jugendliche darstellt, um Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren. „Kinder und Jugendliche erleben hier die Vielfalt der Lebensmittelerzeugung vor Ort. Sie lernen das Zusammenspiel von Menschen, Natur und Kultur im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie kennen. Dabei werden sie motiviert, sich ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit zu stellen und eigene Gestaltungskompetenz zu entwickeln“, so der Rektor.

Betriebserkundung der Benedikt-Schule Visbek in der Algenfarm von NOVAgreen

22.05.2019

Am Freitag, 17. Mai 2019, fand im Unternehmen NOVAgreen die erste Erprobung des neuen Bildungskonzeptes für eine Betriebserkundung statt. Im Rahmen des Projekts „Lernstandorte der Bioökonomie – Konzeption, Aufbau und Entwicklung in der Region Weser-Ems“ wurde das Konzept von Helmut Wüstner vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität entwickelt. Nun lag es an den zehn Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse des Profilkurses Wirtschaft von Lehrerin Christina Robin der Benedikt-Schule Visbek, die Produktion des Unternehmens kennenzulernen und dabei selbst tätig zu werden.

Am Standort des Unternehmens NOVAgreen in Großenkneten erwartete die Schülerinnen und Schüler zum einen das Labor des Unternehmens, in dem die Anzucht der Algen geschieht. Zum anderen besuchten die Schülerinnen und Schüler das Gewächshaus, in dem die herangereiften Algen bis zur Ernte in einem System aus Schläuchen und Wasserbecken fortwachsen.

Bei verschiedenen Aktivitäten konnten die Schüler, angeleitet von den Mitarbeiterinnen Nicole Schmahl und Amira Antelmann, selbstständig in die Berufswelt des Laboranten eintauchen und dabei u.a. verschiedene Arten der Algen mikroskopieren, eine Algenzucht im Modell nachbauen und sich an der Herstellung der Algenperlen von Hand ausprobieren. Die Perlen gehören zum Portfolio des Unternehmens und werden über die Marke „Lüttge“ als Nahrungsmittel vertrieben. Bei einem gemeinsamen Frühstück konnten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen kulinarischen Einsatzmöglichkeiten der Algen gleich ausprobieren.

Schülerin Alina zeigte sich erstaunt, wie gut ihr die Algenperlen schmeckten: „Die könnte man auch Zuhause einmal probieren.“ Für die Schüler Bagdan und Dennis war das Perlendrehen der Höhepunkt der Betriebserkundung. Gefragt zu seinem Eindruck von der Veranstaltung, antworte Dennis: „Es ist klasse, dass wir selbst Experimente machen können. Ein toller Tag.“

Neuerscheinung "Lehrplan- und Schulbuchanalyse 2019"

11.04.2019

Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, neuer Studien und einer sich stetig wandelnden Gesellschaft verändert sich auch die Bildung ständig. Durch Lehrpläne versucht der Staat die schulischen Bildungs- und Erziehungsinhalte zu steuern.

Wenngleich Bildung Auftrag der Länder ist, sollen durch die Bildungsstandards in den einzelnen Unterrichtsfächern die Lehrpläne auf ein bundesweit einheitliches Fundament gestellt werden und den Rahmen für die Qualitätssicherung bilden.

Die vorliegende Analyse soll die Veränderungen in den Lehrplänen der Fächer Geographie, Biologie, Gesellschaftswissenschaften 1 und Sachunterricht aufzeigen, die das Thema Landwirtschaft thematisieren. Betrachtet werden die Lehrpläne der Grundschule und Sekundarstufe aller Bundesländer dieser Fächer, die nach 2011 (letzte Lehrplananalyse) erschienen und derzeit gültig sind. Zudem sind auch die Bildungsstandards Gegenstand der Betrachtung.

Die Ergebnisse der Analyse sollen exemplarisch mit einigen aktuellen Schulbüchern verglichen werden, um Aussagen über die unterrichtspraktische Umsetzung der Lehrpläne zu gewinnen. Daraus sollen Empfehlungen für eine realitätsnahe und altersadäquate Vermittlung dieser Inhalte an allgemeinbildenden Schulen abgeleitet werden.

Die Analyse zielt darauf ab, die curriculare Verankerung, die Relevanz und die Rahmenbedingungen des Themas Landwirtschaft in den Lehrplänen und im schulischen Kontext aufzuzeigen. Zunächst soll der Umfang der geforderten Kompetenzen erfasst sowie die verschiedenen Anforderungs- und Kompetenzbereiche des Themas Landwirtschaft dargestellt werden. Ferner soll aufgrund der aktuellen Entwicklungen sowie der besonderen Bedeutung ein Blick auf Anregungen und Umsetzungen des Themas für außerschulisches Lernen sowie die Berufsorientierung gelegt werden.

Aus diesen Ergebnissen heraus erfolgt eine exemplarische Betrachtung der Umsetzung der curricularen Voraussetzungen in ausgewählten Schulbüchern. 

Forschungsbericht 2018

25.03.2019

Das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) blickt mit dem vorliegenden Forschungsbericht auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2018 zurück.

Auf Grund der zwei unbesetzten Stellen im Bereich der Hochschullehrer war es aber auch eines der schwierigsten Jahre in der 28jährigen Geschichte des ISPA.

Der genehmigte Antrag zur Neuprofilierung des ISPA aus dem Jahr 2015 gilt noch bis Mitte 2020.

Wir sehen das ISPA in Kooperation mit der Landesinitiative Ernährungswirtschaft und dem Kompetenzzentrum Regionales Lernen als Einrichtungen des Wissenschaftstransfers nach wie vor als eine interdisziplinäre, schlagkräftige Einheit zur Bearbeitung zukunftsweisender Themen zur Entwicklung ländlicher Räume.

Nach der positiven Evaluation der Landesinitiative Ernährungswirtschaft im Frühjahr 2017 erfolgte die Ausschreibung Ende August 2018 durch das Niedersächsische Wirtschaftsministerium.

Die Universität Vechta hat sich gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. um die Fortführung der Landesinitiative Ernährungswirtschaft für den Zeitraum 01.01.2019 – 31.12.2021 mit Option auf ein Jahr Verlängerung beworben. Der Zuschlag wurde am 18.12.2018 durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung an die Universität Vechta erteilt. Die Geschäftsstelle der LI Food ist in Quakenbrück und die Wissenschaftliche Leitung haben ab 01.01.2019 Frau Prof. Dr. Jantje Halberstadt, Universität Vechta, und Herr Dr.-Ing. Volker Heinz, DIL e.V., inne.

Das Verfahren zur Besetzung der Stiftungsprofessur „Ökonomie der Nachhaltigkeit“ konnte im Jahr 2018 erfolgreich abgeschlossen werden. Der Ruf ging an Frau Juniorprofessorin Dr. Jantje Halberstadt von der Leuphania Universität Lüneburg. Frau Halberstadt hat den Ruf zum 01. Januar 2019 angenommen.

Wir freuen uns, dass wir eine wissenschaftlich ausgewiesene Kollegin mit zahlreichen Drittmittelprojekten und vielen neuen Ideen für die Forschung im ISPA in unseren Reihen begrüßen dürfen.

Die Professur „Wirtschaftsgeographie“ (Nachfolge von Frau Tamasy) ist im Besetzungsverfahren. Wir hoffen, dass die Stelle im Jahr 2019 wieder besetzt werden kann.

Das Studienfach Geographie gehört seit der Einrichtung von Fakultäten an der Universität Vechta Anfang 2017 zur Fakultät II Natur- und Sozialwissenschaften.

Der Studienfachsprecher ist seit Mitte 2018 Herr apl. Prof. Dr. Werner Klohn, der sich gemeinsam mit dem Studiendekan der Fakultät II, Herrn apl.Prof. Dr. Karl-Martin Born, für die Belange des Studienfaches Geographie in den drei Studiengängen Bachelor Combined Studies Geographie, Master Geographien ländlicher Räume und Master of Education Geographie engagiert.

Der Kooperation mit unseren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik kommt weiterhin ein hoher Stellenwert zu.

Wir sind bemüht, diese Kooperationen auszubauen und zu vertiefen, was sich in neuen Forschungsanträgen im Verbund mit anderen Universitäten, Forschungsinstituten und Einrichtungen des öffentlichen Rechts widerspiegelt.

Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Forschungsbericht einen Einblick in die umfangreichen und vielgestaltigen Aktivitäten des ISPA zu ermöglichen.

Gleichzeitig möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die uns bei unserer tagtäglichen Arbeit auf vielfältige kompetente Weise unterstützen!

Ein besonderes Dankeschön gilt dem ISPA-Beirat und seinem Vorsitzenden, die sich in diesem Jahr in besonderer Weise für das Institut engagiert haben.

Initiative „Zukunftsdialog 2020“ erhält Förderung

20.02.2019

Das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten wird mit seinem Projekt Zukunftsdialog 2020 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Im Rahmen der Initiative stellen Jugendliche an Haupt-, Real- und Oberschulen im Nordwesten Niedersachsens Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche auf den Prüfstand, indem sie durch ein spezielles Trainingsprogramm zu Schülerexpertinnen und -experten für Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialfragen geschult werden.

In dieser Funktion befragen die Jugendlichen Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Umfeld ihrer Schulen zu den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ihrer Betriebe.

Das zweijährige Projekt beginnt am 01. Mai 2019 im Fachkräftebündnis Nordwest und hat ein Volumen von 125.000 EUR.

Unterstützung erhält das Zukunftsdialog 2020 vom Institut Unternehmen und Schule (UnS) aus Bonn und wird als Inhaltsprogramm mit dem regionalen Strukturprogramm KURS-Zukunft2020 kombiniert.

Studentin der Geographie erhält Preis für herausragende Forschungsarbeit

12.02.2019

Am vergangenen Freitag, den 08.02.2019, wurden im Q-Gebäude der Universität Vechta erstmalig Preise für die besten studentischen Forschungsarbeiten im Rahmen des Projektbandes verliehen.

Die Studierenden bearbeiten während ihres Schulpraktikums im Master of Education eine selbstgewählte geographiedidaktische Fragestellung, die eigenständig empirisch beforscht wird.

Lara Schumacher erhielt eine Auszeichnung für ihre hervorragende Arbeit zum Thema Unterrichtseinstiege im Geographieunterricht.

Sie stellte darin Bezüge zu aktuellen Forschungsarbeiten her und entwarf auf dieser Grundlage ein eigenes empirisches Forschungsvorhaben, mit dem sie die große Bedeutung eines gelungenen Einstiegs im Geographieunterricht aufzeigen konnte.

Die Arbeit wurde von Frau Prof. Dr. Martina Flath und Hannah Hertema, M.Ed. betreut.

Neuerscheinung "Lernorte in der Fischereiwirtschaft: Erlebnis Fischkutter – ein Modellprojekt"

31.01.2019

Die Küstenfischerei in der Nordsee hat eine lange Tradition in den Regionen der Nordseeküste sowie eine große regionalkulturelle und touristische Bedeutung für die Küstenorte.

Die Kutter im Fischereihafen und das Krabbenbrötchen am Fischstand gehören ebenso zum typischen Bild der Nordseeküste wie das Wattenmeer und die Deiche. Fisch und Meeresfrüchte sind beliebte und gesunde Lebensmittel und erfahren eine immer größere Nachfrage.

Welche Fischarten in der Nordsee vorkommen, wie diese gefangen werden und welche Arten in bekannten Fischprodukten enthalten sind, ist den Verbrauchern oft nur wenig bekannt. Trotz der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Küstenfischerei in der Region fehlt vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der direkte Bezug zur regionalen Fischwirtschaft.

Die vorliegenden Materialien wurden vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta im Rahmen des EMFF-Projektes „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft“ (2017-2019) entwickelt und erprobt.

Das Projekt möchte Schulkinder stärker über die Fischwirtschaft der niedersächsischen Nordseeküste informieren und ein stimmiges, vernetztes Bildungsangebot vor Ort schaffen.

Dafür werden Orte der Begegnung und Bildung in der Fischwirtschaft identifiziert und zu außerschulischen Lernorten ausgebaut. Das Konzept für den Lernort Fischkutter wurde auf Grundla-ge des Bildungskonzeptes Regionales Lernen 21+ entwickelt.

Der Lernort Fischkutter wird im Rahmen einer Kutterfahrt von den Schülern erkundet. Die Fangfahrt mit einem Fischkutter bietet einen praxisnahen Einblick in die Küstenfischerei. Sie ermöglicht originale Begegnungen durch direkten Kontakt zu den Fischern und zu Meerestieren, die beobachtet oder untersucht werden.

Dieses ganzheitliche Erlebnis erlaubt eine Identifikation mit den zu erarbeiten-den Themen und eine langfristige Festigung der Lerninhalte. Als weiteres Angebot neben der Kutterfahrt wurde für den Kutterhafen Neuharlingersiel eine Hafenrallye entwickelt, die vor oder nach der Kutterfahrt durchgeführt werden kann.

Die handlungsorientierten Lehr-Lernmaterialien unterstützen die Schüler bei der Erkundung auf dem Fischkutter und im Hafen. Die Lehr- und Lernmaterialien können im Rahmen eines Lernvorhabens zum Thema Küstenfischerei an der Nordseeküste eingesetzt werden. Sie umfassen Materialien für eine Vor- und Nachbereitung an der Schule sowie für die Erkundung auf dem außerschulischen Lernort.

Tipps zur Vorbereitung, Organisation und Nachbereitung sowie didaktische Hinweise und Online-Materialien sind beigefügt.

Wir wünschen viel Freude bei der Umsetzung!

Projekt „Daseinsvorsorge - kooperativ, innovativ & digital“ ist gestartet

14.12.2018

Großes Aufgebot in Sulingen: In der vergangenen Woche feierten die Kooperationspartner aus dem Landkreis Diepholz, den Gemeinden Sulingen, Siedenburg, Kirchdorf und Schwaförden sowie der Universität Vechta den Auftakt des Projekts „Daseinsvorsorge – kooperativ, innovativ & digital – Untersuchungs- und Handlungskonzept für den Einsatz digitaler Innovationen im ländlichen Raum am Beispiel des Sulinger Lands.“

Wissenschaftlicher Partner ist das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) der Universität Vechta in Person von apl. Prof. Dr. Karl Martin Born.

Gefördert wird es für ein Jahr mit 37.500 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung und begleitet vom Regionalmanagement Mitte Niedersachsen (Planungsbüro SWECO Gmbh, Standort Bremen).

Ziel des Projekts ist, Ideen und Instrumente für Angebote der Daseinsvorsorge zu schaffen, die digital unterstützt sind.

Konkret können das zum Beispiel Zugänge zu Post und Telekommunikation, Verkehr, Wohnungswirtschaft, Bildung oder Gesundheit sein. Am Anfang des Vorhabens steht zunächst eine Erhebung zu Bedarfen und Defiziten der Daseinsvorsorge im Sulinger Land. Bürger_innen, Expert_innen sowie Dienstleister sollen befragt werden.

Daraus wird abgeleitet, welche Themen schwerpunktmäßig bearbeitet werden. Ob eine Mitfahrapp, Telemedizin oder Online-Shops für (regionale) Produkte für die Nahversorgung – Vieles ist denkbar.

Neben den digitalen Lösungsansätzen will das Projekt auch herauszufinden, wo die Stadt und Umlandkommunen zusammenarbeiten können. Als Ergebnis sollen kommunalvernetzte Projektideen mit digitalem Fokus sowie innovative Angeboten der Daseinsvorsorge stehen. Angestrebt wird, diese dann in einem Folgeprojekt umzusetzen.

Neuerscheinung "Die Streuobstwiese - ein Hit in der Kulturlandschaft"

20.12.2018

Im Projekt „Streuobstwiesen – ein Hit in der Kulturlandschaft“ (Laufzeit 03/2015 – 02/2018), gefördert von der Bingo-Umweltstiftung und der Bürgerstiftung Vechta, erfolgte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Potential der Streuobstwiese als außerschulischem Lernort für inklusive Gruppen.

Ausgehend von den Erfahrungen zum Regionalen Lernen 21+ als Bildungskonzept für außerschulisches Lernen untersuchten und entwickelten wir Möglichkeiten des außerschulischen Lernens auf der Streuobstwiese im Rahmen von Ganztagsschulangeboten am Nachmittag, in Projekttagen und im Fachunterricht.

Der Schwerpunkt unseres Erkenntnisinteresses lag in der Gestaltung inklusiver Bildungsmodule und entsprechender Lehr-Lernmaterialien für die Sekundarstufe I.

Für die frühkindliche Bildung und den Grundschulunterricht lagen zu Projektbeginn bereits relativ zahlreich Materialien und Arbeitsvorschläge in der Literatur vor. Daher konzentrierten wir uns für den Grundschulbereich auf die Frage wie die Streuobstwiese vor Ort als außerschulischer Lernort stärker genutzt werden kann.

Rückblickend betrachtet war dies ein mutiges Vorhaben, da zur inklusiven Bildungsarbeit bisher nicht auf didaktisch-methodische Konzepte, weitere theoretische oder praktische Erkenntnisse zurückgegriffen werden kann. Dieses ändert sich zurzeit gravierend.

An vielen deutschen Universitäten laufen Forschungsprojekte zur Inklusion und die Thematik findet zunehmend Zugang in die Ausbildung angehender Lehrpersonen und weiteren Fachpersonals. Eine erfreuliche Entwicklung, da dem gesellschaftlichen Anspruch auf Inklusion zukünftig eine fachgerechte und erfolgreiche Umsetzung folgen kann.

Die Haupterkenntnisse des Projektes sind:

  • Der Lernort Streuobstwiese ist für Schülerinnen und Schüler sehr viel weniger attraktiv als angenommen, insbesondere in den Klassen 7-10.
  • Streuobstwiesen sind in Schulnähe recht selten anzutreffen, daher bedeutet der Besuch dieses Lernorts in der Regel zusätzlichen Organisations- und Finanzaufwand.
  • Es gelingt nicht erfolgreich, Schülerinnen und Schüler über ein ganzes Jahr außerschulisch auf einer Streuobstwiese zu unterrichten.
  • Bildungsangebote sind jahreszeitlich auf den Lernort auszurichten und in Sequenzen zu gestalten. Im Zentrum stehen die Phasen der Obstbaumblüte und der Ernte.

Vechtaer Studentin erhält Anerkennungspreis der Niedersächsischen Akademie Ländlicher Raum

03.12.2018

Die Niedersächsische Akademie Ländlicher Räume hat am 26. November 2018 ihre diesjährigen Hochschulpreise für Studierende verliehen.

Unter dem Motto „Perspektive Ländlicher Raum Niedersachsen. Herausforderungen, Diskurse. Lösungen.“ waren Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen sowie Promovierende eingeladen, ihre Projektberichte, Abschlussarbeiten und Dissertationen einzureichen.

Zu den Geehrten gehörte die Vechtaer Geographie-Studentin Annika Klein.

Sie hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit der schulischen Versorgung auf der Insel Wangerooge befasst.

Die von apl. Prof. Dr. Karl Martin Born und apl. Prof. Dr. Werner Klohn betreute Arbeit fußte auf Interviews mit allen Beteiligten der Schulgemeinschaft.

Klein konnte so insbesondere im Hinblick auf Integration und Inklusion Stärken und Schwächen herausarbeiten. Daraus abgeleitet entwickelte sie ein Maßnahmenbündel, das wertvolle Hinweise für die Sicherung und Weiterentwicklung der Inselschule bieten kann.

Für die Preisverleihung, bei der Klein einen Anerkennungspreis der Akademie erhielt, war der Wangerooger Bürgermeister Marcel Fangohr extra angereist.

Like! Market Place Event

19.11.2018

Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter, die Nutzung von Daten für neuartige Dienstleistungen und die Schaffung einer digitalen Innovationskultur waren Themen der internationalen Konferenz an der Universität Vechta am 14. November 2018.

Apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (ISPA) konnte Teilnehmenden des „LIKE! Building a Local Digital Innovation Culture“-Projekts begrüßen.

Während des Market Place Events tauschten sich Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft mit den Expertinnen und Experten aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Deutschland, England und Schottland aus.

Unter anderem wurde der am ISPA in Zusammenarbeit mit der Stadt Vechta entwickelte Webservice „Raum für Vechta“ vorgestellt. Dieser ist unter www.raum-für-vechta.de erreichbar und bietet die Möglichkeit aktuell bis zu sechs unbebaute Flächen im Stadtgebiet Vechtas zu bewerten.

Mit der Internetseite erprobt die Stadt Vechta eine innovative Methode der Stadtplanung.

Greenmapper Deutschland gestartet

01.10.2018

Im Rahmen des „Projekt Like!“ und in Zusammenarbeit mit der Universität Groningen freut es uns, Ihnen die Anwendung Greenmapper vorzustellen.

Bei Greenmapper geht es darum, Ihre Lieblingsorte in der Natur mit anderen zu teilen. Sei es ein schöner Park in der Nähe Ihres Wohnortes, ein Ort, zu dem Sie wieder und wieder in den Urlaub reisen, oder ein atemberaubendes Plätzchen, das Sie nur einmal besucht haben – tragen Sie diese Orte bei Greenmapper ein und lassen Sie andere daran teilhaben.

Ziel des international aufgestellten Greenmapper-Projektes ist es, mit den von Ihnen eingetragenen Orten Wissenschaft und Politik eine aussagekräftige Datengrundlage zur Wertschätzung der Natur an die Hand und Ihnen so eine Stimme zu geben.

Gerade in unserer sich schnell entwickelnden Welt wirken sich viele Entwicklungen auf Naturräume und Grünflächen aus, ohne dass die Nutzer dieser Räume und Flächen genügend gehört werden.

Besuchen Sie die deutsche Seite des Greenmapper-Projekts und helfen Sie uns eine Datengrundlage zu schaffen, auf der vernünftige und nachhaltige Entscheidungen getroffen werden können.

Schülerinnen und Schüler der KGS Wittmund werden Experten der Kutterfischerei

27.08.2018

Testphase im Bildungsprojekt „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft“ der Universität Vechta gestartet
 

Wie sieht die Arbeit auf einem Fischkutter aus? Welche Fischarten landen im Netz und wo kommen eigentlich die Fische in den Fischprodukten her, die wir essen?

Eine Vielzahl an Fragen, der 19 Schülerinnen und Schüler aus den 5. Klassen der KGS Wittmund auf den Grund gegangen sind.

Während der Projektwoche vom 20.bis 24. August 2018 haben sie in Zusammenarbeit mit der Universität Vechta ein Projekt zum Thema „Küstenfischerei in der Nordsee“ durchgeführt.

Highlight der fünf Tage war die Erkundung in Neuharlingersiel, wo sie eine Ausfahrt mit dem Fischkutter „Gorch Fock“ von Wilhelm Jacobs sowie eine Hafenrallye gemacht haben.

„Am besten fand ich, dass wir die Fische und Krabben auch anfassen durften“, meint Schülerin Charlotte.

Das Schulprojekt fand im Rahmen des Projektes „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft“ statt, welches von der Universität Vechta, Kompetenzzentrum Regionales Lernen, durchgeführt wird.

Der Europäische Meeres-und Fischereifonds und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzieren das Vorhaben.

„Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche in der Region Niedersächsische Nordseeküste stärker über die Fischwirtschaft vor Ort zu informieren und Interesse an dem Berufsfeld zu wecken“ erläutert Prof.in Dr. Martina Flath, Leiterin des Kompetenzzentrums Regionales Lernen.

Dafür wurden in Neuharlingersiel, Greetsiel und Cuxhaven erste außerschulische Lernorte ausgewählt, für die bis September 2019 Lernmodule mit handlungsorientierten Lernmaterialien für die Klassen 5 bis 10 entwickelt und erprobt werden. Die Erkundung in Neuharlingersiel wurde umrahmt von einer Vor-und Nachbereitung in der Schule.

„Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert und hatten keine Berührungsängste mit den gefangenen Fischen und Krabben“, war Fischer Wilhelm Jacobs sichtlich erfreut.

Jürgen Peters, Bürgermeister von Neuharlingersiel, freut sich ebenfalls über den Start der Testphase. Seit Beginn des Projektes im Oktober 2017 hat er sich dafür eingesetzt, dass ein außerschulischer Lernort in Neuharlingersiel entstehen kann.

Auf dem Schulfest der KGS Wittmund am Freitag, 24.August 2018, präsentierten die jungen Fischerei-Experten sichtlich stolz ihre Erlebnisse und das neu Gelernte.


Ausführlichere Informationen zum Projekt sowie Kontakt zu den Projektverantwortlichen erhalten Sie unter: www.lernorte-fischerei.de

40 Jahre im Öffentlichen Dienst

22.08.2018

Annegret Joachim feiert Dienstjubiläum an der Universität Vechta
 

Ihr 40-jähriges Dienstjubiläum im Dienst für das Land Niedersachsen feierte kürzlich Annegret Joachim an der Universität Vechta.

Präsident Prof. Dr. Burghart Schmidt gratulierte und überreichte die Urkunde der Landesregierung.

Annegret Joachim war nach ihrer Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin 27 Jahre an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland tätig, die 2005 in die damalige Hochschule Vechta integriert wurde.

Seit dem 1. Oktober 2005 ist Frau Joachim als Sekretärin im Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) tätig.

 

Disputation von Johannes Fuchs, M.A.

18.07.2018

Am 13.07.2018 konnte Johannes Fuchs M.A. seine Promotion mit dem Titel "Ländlichen Raum neu entdecken - Roadmap für eine imaginative Reise" im ISPA der Universität Vechta erfolgreich abschließen. Die Arbeit wurde von Frau Prof.‘in Dr. Christine Tamásy betreut .

Ziel der Arbeit war es, die diskursiven Repräsentationen ländlich strukturierter Räume in Niedersachsen herauszuarbeiten und zu analysieren.

Des Weiteren ging Herr Fuchs der Frage nach, etwaige Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Fremd- und Eigenwahrnehmung der Untersuchungsregionen offen zu legen und welche Formen und Ausprägungen von ländlichen Räumen zum Vorschein treten.

Als Datengrundlage dienten überregionale Tageszeitungen für die Fremdwahrnehmung und die Materialien des Eigenmarketings für die Eigenwahrnehmung. Diese wurden mittels einer lexikometrischen Analyse untersucht.

Als Fallbeispiele dienten die Untersuchungsregionen Oldenburger Münsterland und Hannoversches Wendland. 

Die Dissertation kann unter https://voado.uni-vechta.de/handle/21.11106/154 eingesehen und heruntergeladen werden.

21. Interdisziplinäres Dorfsymposium vom 10.-12. Juni 2018 in Luisenthal, Thüringen

27.06.2018

Als Sprecher des Arbeitskreises „Dorfentwicklung“ in der Deutschen Gesellschaft für Geographie konnte apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (Geographie/ISPA) Anfang Juni anlässlich des 21. Interdisziplinären Dorfsymposiums über 30 TeilnehmerInnen im thüringischen Luisenthal begrüßen.

Die seit 1979 in zweijährigem Turnus veranstalteten Symposien führen TeilnehmerInnen aus Kommunalpolitik, Planung, Ehrenamt und Wissenschaft zusammen.

Das diesjährige Thema „Kirche im Dorf“ beleuchtete die Rolle der Kirche für die Dorfentwicklung der Gegenwart. Obgleich die Kirche als Gebäude und Institution schon immer untrennbar mit dem Dorf verbunden war, haben sich in jüngerer Zeit deutliche Veränderungen ergeben.

Beide großen christlichen Kirchen sind als Querschnitt der Gesellschaft auch in ländlichen Räumen von Alterungs- und Schrumpfungsprozessen betroffen; gleichzeitig müssen sie ebenso wie die säkularen Akteure die Tragfähigkeit ihrer Angebote überprüfen.

Die Bistümer und Landeskirchen stehen also vor erheblichen Herausforderungen; Bürgermeister und Pro-Dorfaktivisten wollen nicht nur die „Kirche im Dorf lassen“, sondern erhoffen sich von kirchlicher Seite auch Kooperation und Begleitung und Unterstützung.

Die für diese Veranstaltung etablierte und erprobte Mischung aus theorie- und anwendungsbezogenen Vorträgen verdeutlichte zum einen den Willen aller Beteiligter zur weiteren Kooperation und beleuchtete zum anderen aber auch die Schwierigkeiten von Institutionen, die gleichermaßen rasche Lösungen für ihre demographiebezogenen Herausforderungen finden müssen.

Im einleitenden Vortrag analysierte Annett Steinführer (Braunschweig) die wesentlichen Prozesse und Akteure des siedlungsstrukturellen Wandels von Großdörfern und Kleinstädten.

Anhand von Beispielen in Sachsen-Anhalt konnte sie dabei überzeugend herausarbeiten, wie Gemeindegebietsreformen im Zusammenwirken von Entscheidungen öffentlicher und privater Akteure den Wandel in den jeweiligen Stadt-Umland-Beziehungen beeinflussen und somit gerade unter den Bedingungen eines Schrumpfungsregimes die Kleinstädte stärken.

Demgegenüber argumentierte Udo Knapp (Berlin) auf der Grundlage seiner Erfahrungen als Landrat und Ministerialbeamter, dass die Zukunft der kleinen Gemeinden nur in der Integration in den nächstgelegenen Metropolraum liegen kann.

Er verdeutlichte am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns, dass für die wesentlichen Handlungsfelder Gesundheit, Schule und Mobilität nur eine Konzentration und Zentralisierung der Angebote finanziell möglich sei, um die gerade die gut informierten und sorgsam abwägenden Bürger in den ländlichen Raum halten zu können, da diese sonst abwandern würden Er verwies leidenschaftlich auf die Kompetenzen der Verwaltungen, zur sach- und finanzorientierten Gestaltung der Daseinsvorsorge, die aber wiederholt durch die Politik ausgebremst würden.

Im Themenblock „Zwischen städtisch und ländlich – welche Baukultur brauchen wir?“ umriss Niklas Nitzschke (Potsdam) ein Leitbild der Baukultur, das weniger an gestalterischen Konzepten als vielmehr an baukulturellen Prozessen orientiert ist:

Wesentlich sei es, die Bevölkerung und die Bauherren zu sensibilisieren und die Kommu-nikation zwischen allen Parteien zu befördern. Dieser weniger normative als vielmehr konsensuale Ansatz reduzie-re partikularinteressenbezogene Interventionen und Konflikte in Stadtentwicklungspolitik und Bürgergesellschaft.

Thomas Vielhaber (Arnsberg) illustrierte in seinem Vortrag zum Arnsberg Modell der Baukultur, wie durch einen Beirat für Stadtgestaltung, Werkstattgespräche mit Bauherren und Bürgern sowie eine grundsätzliche Kultur des „Mitplanens“ die multipolare Stadtstruktur Arnsberg erfolgreich weiterentwickelt werden kann.

Er hob dabei besonders neun Elemente heraus, die für eine gute Baukultur stehen.

Die besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten von Kommunalpolitik verdeutlichte Karin Barwisch (Hollfeld) im Themenblock „Kommunalpolitik, Bürgergesellschaft und Eigenentwicklung“ am Beispiel ihrer Kleinstadt:

Sie verwies auf ein Bündel an Maßnahmen, die Hollfeld entgegen dem Trend und den Prognosen zu einer attraktiven Kleinstadt machen; hier zählen insbesondere die Bündelung wesentlicher Dienstleistungsangebote der Daseinsvorsorge in städtischer Hand, die beharrliche Verfolgung von ambitionierten Vorhaben (Kunst und Kultur in der Gemeinde Stadt) sowie die erfolgreiche Nutzung von Fördermitteln, die die Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts einschließlich der damit verbundenen Partizipations- und Mobilisierungseffekte ermöglichten.

Carl-Hans Hauptmeyer und Philipp Friedsmann (Hannover) umrissen anhand zweier Untersuchungsregionen im Nordwesten und Süden Deutschlands einige Faktoren erfolgreicher metropolen ferner Regionen und zeigten auf, welche Bedeutung historische Bezüge und Prägungen auch für die gegenwärtige Entwicklung haben können.

Warum seine Gemeinde in einem Wettbewerb zur "lebenswertestes Kleinstadt der Welt" gewählt werden konnte, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Herker (Pfaffenhofen an der Ilm) und nannte die drei Erfolgsfaktoren erschwinglichen Wohnraums, Nachhaltigkeit in Daseinsvorsorge und Infrastruktur sowie die Auswahl der besten Elemente aus Stadt und Land, wozu er insbesondere die hohe Beteiligungsintensität aller Generationen wie auch die ausgeprägte Mitmachkultur zählte.

Im Rahmen einer Festveranstaltung anlässlich des 20. Dorfsymposiums erläuterte Gerhard Henkel (Fürstenberg) die Ursprünge und Motivationen des Bleiwäscher Kreises; ausgehend von den damaligen, aus seiner Per-spektive wenig anwendungs- und gegenwartsbezogenen Debatten um terminologische Feinheiten verfolgte er die Idee, den wissenschaftlichen Kenntnisstand um Dorfentwicklung und Veränderungsprozesse für die Planungspraxis und Kommunalpolitik aufzuarbeiten und nutzbar zu machen.

Zu den Erfolgsfaktoren der Symposien zählte er insbesondere das Bemühungen um Aktualität, die Fokussierung auf ausgewählte Themen und die Verbreitung der Ergebnisse durch die „Resolutionen des Bleiwäscher Kreises“ in Politik und Wissenschaft.

Die Ergebnisse der Vorträge und Diskussionen werden - wie bei den vorherigen 19 Dorfsymposien auch - in einer „Resolution von Luisenthal“ kondensiert; die Vorträge werden in der Reihe RURAL veröffentlicht werden.

Forschungsbericht 2017

29.03.2018

Das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) blickt mit dem vorliegenden Forschungsbericht auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2017 zurück.

Das Studienfach Geographie gehört seit der Einrichtung von Fakultäten an der Universität Vechta Anfang 2017 zur Fakultät II Natur- und Sozialwissenschaften.

Für die Forschung sind bzw. werden Forschungsinstitute gebildet. Der genehmigte Antrag zur Neuprofilierung des ISPA aus dem Jahr 2015 gilt noch bis Mitte 2020.

Wir sehen das ISPA in Kooperation mit dem NieKE - Landesinitiative Ernährungswirtschaft und dem Kompetenzzentrum Regionales Lernen als Einrichtungen des Wissenschaftstransfers nach wie vor als eine interdisziplinäre, schlagkräftige Einheit zur Bearbeitung zukunftsweisender Themen in ländlichen Räumen.

Leider hat uns zum 30. September 2017 die Leiterin der Abteilung „Dynamiken ländlicher Räume“, Frau Prof.‘in Dr. Christine Tamásy, verlassen, da sie zum 01. Oktober 2017 einen Ruf an die Universität Greifswald erhalten hat.

Die Professur „Ökonomie der Nachhaltigkeit“ ist im Besetzungsverfahren. Wir hoffen, dass die Professur Mitte 2018 besetzt werden kann.

Der Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik wird weiterhin ein besonderer Stellenwert zukommen.

Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Forschungsbericht einen Einblick in das Forschungsinstitut zu ermöglichen.

Gleichzeitig möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die uns bei unserer tagtäglichen Arbeit auf vielfältige Weise unterstützen!

Disputation von Marit Schröder

14.03.2018

Die Flexibilisierung infrastruktureller Daseinsvorsorge mittels eines erforderlichen wie zeitgemäßen neuen Miteinanders in der Leistungserbringung ist unter Bedingungen, in denen einerseits in der Bevölkerung aufgrund einer neuen konzeptionellen Unübersichtlichkeit mehr Verunsicherung denn Klarheit vorherrscht, andererseits die Präsenz eines noch historisch konnotierten Verständnisses anzunehmen ist und sich zugleich trotz dessen instarker (dörflicher) Tradition Engagement in bestimmten Bereichen zeigt bzw. angesichts wegbrechender infrastruktureller Leistungen zeigen muss, nicht eben einfach.

Bei einer Einforderung von mehr bürgerlichem Engagement sollte daher die aufgezeigte voraussetzungsvolle Mehrdimensionalität infrastruktureller Daseinsvorsorge berücksichtigt werden.

Es gilt, die Voraussetzungen resp. Rahmenbedingungen infrastruktureller Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund aktuell ablaufender Transformationsprozesse aufzudecken, zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu denken.

Entscheidend erscheint dabei auch,die Perspektive der Bürger peripherer ländlicher Räume einzubeziehen als derjenigen, deren Aktivierung maßgeblich fokussiert wird.

Eben diesen vorgeschalteten gesellschaftlichen Diskurs aufzugreifen und den Blick zu lenken auf die konstitutiven Rahmenbedingungen infrastruktureller Daseinsvorsorge, ist das Forschungsinteresse der vorgelegten Dissertation.

Mittels Einbezug der bürgerlichen Perspektive soll eine empirische undinterdisziplinäre Grundlage geschaffen werden, auf die sich das Ansinnen nach einer Flexibilisierung in der Daseinsvorsorge stützen kann.

Die Dissertation kann unter https://voado.uni-vechta.de/handle/21.11106/214 eingesehen und heruntergeladen werden.

3. Platz als Schulbuch des Jahres für "Unsere Erde"

21.02.2018

Das von Frau Prof.in Dr. Martina Flath mitherausgegebene Lehrwerk „Unsere Erde 7/8“ ist von der Expertenjury des Georg-Eckert-Instituts mit dem Preis „Schulbuch des Jahres“ ausgezeichnet worden.

Die Preisverleihung erfolgt erstmals auf der weltweit größten Bildungsmesse didacta in Hannover.

Das mit dem 3. Platz in der Kategorie „Gesellschaft“ ausgezeichnete Schulbuch „besticht“, so die Begründung der Jury, „durch hervorragende Fotografien, die der Kooperation des Cornelsen Verlages mit National Geographic zu verdanken sind“.

Hervorzuheben an dem für Gymnasien in Baden-Württemberg konzipierten Werk sind die „hochwertigen Karten und Graphiken, deren Auswertung sorgfältig angeleitet und kontinuierlich eingeübt wird“, so die Jury weiter.

Frau Prof.in Dr. Martina Flath freut sich sehr über die Auszeichnung, die sie als Würdigung und Anerkennung für die langjährige Arbeit an und mit dem neuen Schulbuchkonzept sieht. 

Eckdaten zum Buch:
Unsere Erde 7/8
Baden-Württemberg Gymnasium
hrsg. von Martina Flath und Ellen Rudyk
Cornelsen Verlag 2017

ISBN 978-3-06-064343-1

Disputation von Verena Beck, M.A.

16.02.2018

Nahezu alle Teilbranchen der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind einem erhöhten Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit ausgesetzt.

Aspekte des Tierwohls innerhalb der etablierten Produktionssysteme werden im Besonderen kritisch hinterfragt. Gleichzeitig ist das Agribusiness durch starke Interessensgegensätze zwischen den verschiedenen Akteuren geprägt. Die Aspekte „Tierwohl“ sowie „Steuerungsprozesse innerhalb der Wertschöpfungskette“ stellen somit wichtige Forschungsfelder innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft dar.

Die Dissertationsschrift „Agrar- und Ernährungswirtschaft zwischen politischer Steuerung und gesellschaftlicher Akzeptanz. Governance- und Netzwerkstrukturen am Beispiel des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Ernährungswirtschaft (NieKE) – Landesinitiative Ernährungswirtschaft“ befasst sich vor diesem Hintergrund mit den internen Governance-Prozessen und -Mechanismen eines bedeutenden Netzwerkes der niedersächsischen Agrar- und Ernährungswirtschaft, dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft – Landesinitiative Ernährungswirtschaft (NieKE – LI EW).

Die Empirie basiert auf Verlaufsprotokollen der einzelnen Gremien der Fallstudie sowie umfangreichem Kontextmaterial. Die analysierte Netzwerkhistorie umfasst die Jahre 1999 bis 2015 und ermöglicht die Visualisierung der Netzwerkstrukturen sowie die thematische Rekonstruktion der Netzwerk-internen Diskurse unter spezieller Berücksichtigung des Diskurses rund um das Thema „Tierwohl“.

Die Analyse der tri-sektoralen Zusammenarbeit der aus den Sektoren Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stammenden Netzwerk-Akteure verdeutlicht, dass das NieKE, das seit 2010 als Landesinitiative Ernährungswirtschaft (LI EW) fungiert, ein (historisch bedingt) in Weser-Ems regional verankertes, aber überregional agierendes Branchennetzwerk ist, das eine wichtige Plattform der Artikulation von Interessen darstellt und als Spiegel aktueller Entwicklungen und Herausforderungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft dient.

Öffentlichkeitsrelevante und konfliktbehaftete Themenfelder beeinflussen dabei die NieKE-internen Diskussionen maßgeblich, was anhand der vertieften Analyse Tierwohl-Diskurses verdeutlicht werden konnte.

Der Tierwohl-Diskurs wird vor allem von Akteuren, die dem Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung nahestehen geprägt (Standing).

Dies sind in erster Linie Wissenschaftler aus den Disziplinen Veterinärmedizin, Geographie und Agrarwissenschaften, aber auch Unternehmensvertreter aus der Schlacht- und Geflügelbranche sowie der Agrartechnik. Höhere Tierwohlstandards werden dabei grundsätzlich befürwortet (Positionierung).

Darüber hinaus lassen sich die im Tierwohl-Diskurs vertretenen Positionen vornehmlich einem wissenschaftlichen Deutungsrahmen zuordnen (Framing), wobei Berichte über Forschungs- und Projektaktivitäten, welche sich mit Fragestellungen der Tierernährung, -gesundheit, -haltung und -zucht befassen, dominieren.

Die Dissertation kann unter https://voado.uni-vechta.de/handle/21.11106/121 eingesehen und heruntergeladen werden.

Disputation von Anne-Lene Mahr

15.02.2018

Da (Familien-) Unternehmen im Agribusiness zunehmend in komplexe, multiskalare Produktionsnetzwerke eingebunden sind, wirken strategische Neuausrichtungen im Zuge einer Unternehmensnachfolge nicht isoliert, sondern können vielfältige Wechselwirkungen und Dynamiken auslösen.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Dissertation „Unternehmensnachfolge im Agribusiness – eine räumliche Perspektive“ die aktuelle Nachfolgeproblematik und den Nachfolgeprozess im Kontext multiskalarer Netzwerkbeziehungen und den damit verbundenen Herausforderungen.

Theoretische Grundlagen aus der wirtschaftsgeographischen Netzwerkforschung und der Nachfolgeforschung werden dabei verknüpft, um die Nachfolgeprozesse in räumlicher Perspektive zu untersuchen. Als Untersuchungsgegenstand dienen Unternehmen des niedersächsischen Agribusiness.

Die hohe Konzentration von Primärproduzenten fördert hier die Entwicklung einer leistungsfähigen vor- und nachgelagerten Industrie und räumlich eng verflochtener Wertschöpfungsketten. Die Grundlage der Untersuchung bilden Daten, die mittels quantitativer und qualitativer empirischer Methoden im niedersächsischen Agribusiness erhoben wurden.

Die Analyse verdeutlicht die Bedeutung von Familienunternehmen im niedersächsischen Agribusiness. Dabei konnte jedoch auch aufgezeigt werden, dass die Weiterführung durch die nachfolgende Generation keinen familieninternen Automatismus darstellt und es sich insbesondere bei familien- und unternehmensinternen Übertragungen weniger um einen punktuellen Akt als vielmehr um einen langwierigen Übergabeprozess handelt.

Die Arbeit illustriert dabei, wie komplex, vielgestaltig und störanfällig der Prozess der Unternehmensnachfolge sein kann. Die Arbeit zeigt auf, dass im Zuge der Unternehmensnachfolge bestehende Strukturen hinterfragt werden und neue, vielfältige Kooperationen entstehen, welche Innovationen mit sich bringen können. Dabei ist deutlich geworden, dass ein nachfolgebedingter Akteurswechsel auch als Chance betrachtet werden muss, mit dem Innovations- und Erneuerungsimpulse sowohl im Familienunternehmen als auch im Produktionsnetzwerk gesetzt werden.

Nachfolgebedingte Veränderungen und deren räumliche Folgen müssen dabei jedoch als Ergebnis eines Prozesses verstanden werden, der aus dem Zusammenwirken von Beziehungs- und Organisationsstrukturen, den jeweils an Ort und Zeit gebundenen Bedingungen im Umfeld des Unternehmens und den unterschiedlichen Formen der Einbettung, resultiert.

Die Dissertation kann unter https://voado.uni-vechta.de/handle/21.11106/132 eingesehen und heruntergeladen werden.

Sitzung des ISPA-Beirats

05.02.2018

Am 31. Januar 2018 traf sich der ISPA-Beirat zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahr.

Die Mitglieder des Beirats wurden von Frau Prof. Dr. Flath und Herrn Prof. Dr. Kim Schumacher über die aktuellen Entwicklungen am ISPA und der Universität Vechta informiert und es wurde sehr konstruktiv über die künftige Entwicklung des Forschungsinstituts diskutiert.

Besuch aus Lublin, Polen

02.02.2018

Zum Auftakt der neuen ERASMUS-Partnerschaft mit der Maria Curie Skłodowska Universität (UMCS) in Lublin (Polen) war Dr. Andrzej Tucki im Januar als Gastwissenschaftler am ISPA/Fach Geographie tätig.

Neben dem fachlichen Dialog mit dem ISPA-Team gestaltete Dr. Tucki Lehrveranstaltungen zur Tourismusgeographie im Masterstudiengang "Geographien ländlicher Räume".

Mit dem Dekan der Fakultät II, Prof. Nitschke, fand ein Austausch zur künftigen Kooperation statt.

Universitätsgesellschaft Vechta verleiht Förderpreise 2017

08.12.2017

Am gestrigen Donnerstag, 7. Dezember 2017, kamen mehr als 100 Gäste zur Verleihung der Förderpreise der Universitätsgesellschaft Vechta e. V. (UGV) in die Aula der Universität Vechta. Anlass war die Vergabe von insgesamt 15 Förderpreisen, die die UGV in den Kategorien Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit vergab. Außerdem wurde ein Sonderpreis für eine besonders innovative bzw. regional bedeutsame Abschlussarbeit vergeben.

Universitätspräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt bedankte sich in seinem Grußwort bei der UGV für ihr Engagement, das die Verleihung der Förderpreise an den herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs ermögliche. Er sei froh über diesen Einsatz und die Vielzahl der Mitglieder der UGV, die sich für „ihre“ Universität einsetzten. Für die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen, die geehrt würden, könne der Preis „ein Impuls für das Berufsleben oder die weitere forschende Tätigkeit sein“ und eine sehr gute Voraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Leben.

Der Vorsitzende der UGV, Uwe Bartels, freute sich über das rege Interesse an diesem „würdigen Rahmen für die Auszeichnung akademischer Leistungen“. Die Vergabe der Förderpreise sei weiterhin ein wichtiges Projekt, das die UGV verfolge, und jedes Jahr ein Highlight. Es sei wichtig, so Bartels, dass die herausragenden Leistungen und die Breite des Themenspektrums der Vechtaer Absolventinnen und Absolventen öffentlich wahrgenommen werden.

Anschließend zeichnete er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Helmut Dornieden die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Für ihre Bachelorarbeiten wurden Klara Luise Böhm, Madeleine Gänge, Lisanne Habijan, Anna Hegenberg, Quirinus Georg Kauffels und Luisa Olberding mit einem Preisgeld von je 150 Euro geehrt. Jeweils 300 Euro für ihre herausragenden Masterarbeiten erhielten Maike Budtke, Mariko Fukuda, Timo Gänsler, Yousry Hammed, Pascal-Matthias Heidhoff, Hannah Hertema, Rieke Koch und Teresa Weirauch. In Abwesenheit wurde Jana-Katharina Mende der Förderpreis für ihre Dissertation verliehen.

Sonja Döring, Absolventin des Masters Geographien ländlicher Räume – Wandel durch Globalisierung, erhielt für ihre Abschlussarbeit den mit 600 Euro dotierten Sonderpreis für besonders innovative bzw. regional bedeutsame Abschlussarbeiten. Sie hatte zum Thema „Ländliche Regionen als attraktive Lebensräume für Kinder und Jugendliche. Eine Untersuchung in der Gemeinde Grasberg im Rahmen der Studie „Junges Leben im ländlichen Raum“ gearbeitet. Prof. Dr. Michael Ewig, Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung und Laudator des Sonderpreises, griff die Frage der Arbeit auf, inwiefern Kinder und Jugendliche, die an der Konzeption und Gestaltung von Angeboten für ihre Zielgruppe partizipierten, später davon profitieren bzw. Nutznießer seien. Er verwies auch auf die produktive Verzahnung von Forschung und Gesellschaft, die sich an Dörings Arbeit wunderbar zeigen lasse.

Ausgewählte Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Themen:

Pascal-Matthias Heidhoff, MA, Geographie
„Reaktionen von Kommunen auf den demographischen Wandel. Eine empirische Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein“

Hannah Hertema, MA, Geographie
„Das Schulbuch als Medium im Geographieunterricht – eine quantitative empirische Studie“

Sonja Döring, MA, Geographie
Sonderpreis für besonders innovative bzw. regional bedeutsame Abschlussarbeiten
„Ländliche Regionen als attraktive Lebensräume für Kinder und Jugendliche. Eine Untersuchung in der Gemeinde Grasberg im Rahmen der Studie „Junges Leben im ländlichen Raum““

Neuerscheinung "Moderne Geflügelhaltung - Huhn und Ei / Hähnchen"

10.07.2017

Geflügelprodukte sind heutzutage in jedem Supermarkt zu einem günstigen Preis zu finden. Doch viele Verbraucher wissen nicht (mehr), wie die Tiere gehalten werden, die für die ständige Versorgung des Marktes sorgen.

Die Rückerverfolgbarkeit von Produkten gehört heute genauso zur modernen Erzeugung von Lebensmitteln wie ein hoher Anspruch an den Tierschutz und an die tiergerechte Haltung.

In der Haltung der Tiere ergaben sich in den letzten Jahrzehnten viele Änderungen. Die Sicherung der Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe, eine steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten, die Entwicklung automatischer Fütterung, Tränkung, Eiersammlung, Klimasteuerung und die Entwicklung von Impfstoffen zur Krankheitsprophylaxe führten dazu, dass Geflügel in großen Beständen gehalten werden kann.

Die Schule kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Schülerinnen und Schüler sich zu informierten und kompetenten Verbrauchern entwickeln. Als ideale Herangehensweise haben sich dazu Lernmodule zur Erzeugung von Lebensmitteln und zur Tierhaltung herausgestellt, die einen Besuch auf einem Betrieb integrieren.

Das vorliegende Heft gibt Anregungen und Arbeitsaufträge zu den Themenbereichen „Huhn und Ei“ sowie „Hähnchen“. Es richtet sich an Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 aller Schulformen.

Zentrales Element der Lerneinheiten ist jeweils ein Besuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Geflügelhaltung, bei dem die Schüler in Expertengruppen die Themen selbst erarbeiten.

Der Kontakt zu den Tieren und der Dialog mit dem Landwirt vermittelt ein realistisches Bild der Erzeugung von tierischen Lebensmitteln und ermöglicht eine freie Meinungsbildung.

Woher kommt das Ei? Wie arbeitet der Landwirt? Wie werden die Hähnchen gehalten? Diese und weitere Fragen greifen die vorliegenden handlungsorientierten Lernmaterialien auf.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Umsetzung der Lernvorhaben!

Projektbewilligung für das Projekt "Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft - Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen"

27.06.2017

In der Region Niedersächsische Nordseeküste werden zukünftig Kinder, Jugendliche und Erwachsene stärker über die Fischwirtschaft vor Ort informiert.

Ein Baustein hierfür ist es, neue schulische und außerschulische Angebote aufzubauen. In Anlehnung an die Aktivitäten zum Lernen auf dem Bauernhof, sollen entsprechende Lernmöglichkeiten auch in der Fischwirtschaft entstehen.

Ziel des Projektes ist es, geeignete Lernorte zu identifizieren, drei Lernstandorte z.B. in Unternehmen der Fischwirtschaft zu entwickeln und aufzubauen.

Im Rahmen der Pilotstudie werden die Potentiale für schulische und außerschulische Lernprozesse untersucht und Lehr-Lern-Materialien (Klassenstufen 5-10) für die ausgewählten Lernstandorte erarbeitet und getestet.

Die Ergebnisse sollen für den Aufbau weiterer Lernorte und Lernstandorte in der Region Niedersächsische Nordseeküste genutzt und übertragen werden. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.

Die Universität Vechta erhält hierfür eine Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF).

Kompetenzzentrum Regionales Lernen startet Umweltbildungsprojekt mit DBU-Förderung

19.06.2017

Knappe fossile Rohstoffe, Klimaveränderungen und eine wachsende Weltbevölkerung gehören zu den gesellschaftlichen Herausforderungen heute und morgen. „Nur ein Wandel hin zu einer nachhaltigen, rohstoffeffizienten Wirtschaft, die auf erneuerbare Ressourcen setzt und Rohstoffe spart, kann zukunftsfähig sein“, sagte Dr. Ulrich Witte, Leiter der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich des heutigen Startschusses eines von der DBU fachlich und finanziell geförderten Umweltbildungsprojektes. Die Bioökonomie – das Nutzen von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen etwa zur Effizienzsteigerung technischer Verfahren – biete Lösungen, berge aber auch Risiken. „Während Unternehmen auf diesem Feld agieren, ist das Thema in der Gesellschaft noch nicht angekommen“, so Witte. In einer Kooperation von Universität Vechta und 3N Kompetenzzentrum (Werlte) soll jetzt der Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft gefördert werden. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird mit rund 260.000 Euro gefördert.

„Bildungsnetzwerk Bioökonomie“ in der Region Weser-Ems
„Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe neun und zehn sowie Erwachsene sollen dabei fachlich fundiert informiert und in die Lage versetzt werden, auch Kontroversen und Zielkonflikte hinsichtlich einer biobasierten Wirtschaft zu erörtern und das gesamte Thema kritisch zu reflektieren“, führte Prof.in Dr. Martina Flath vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta aus. „Ein weiteres Ziel der Bildungsveranstaltungen auf Basis des Bildungskonzepts ‘Regionales Lernen 21+‘ ist es, die Partizipation vor Ort zu fördern“, ergänzt Dr. Gabriele Diersen als Koordinatorin des Projektantrags. Neben dem Erarbeiten eines Bildungskonzeptes, der Entwicklung verschiedener Bildungsmodule und dem Aufbau eines „Bildungsnetzwerkes Bioökonomie“ in der Region Weser-Ems ist die Einrichtung von fünf Bioökonomie-Lernorten an Pionier-Unternehmen vorgesehen. Hier sollen praxisnah Umsetzungsbeispiele und Verfahren der Bioökonomie vorgestellt werden.

Lernstationen mit interaktiven Exponaten für Schulklassen
„Gleichzeitig sollen die Informationsangebote im ‚Klimacenter‘ in Werlte durch verschiedene Lernstationen mit interaktiven Aktionen, Experimenten und Exponaten für die Gruppenarbeit von Schulklassen ergänzt werden“, erläuterte Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer vom 3N Kompetenzzentrum (Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie). Die entwickelten und erprobten Bildungsmodule sollen anschließend umfassend evaluiert und sowohl in die Lehramtsausbildung der Universität als auch in die außerschulische Bildungsarbeit des Kooperationspartners dauerhaft integriert werden.

Kick-off im Promotionsprogramm „Dörfer in Verantwortung“

15.05.2017

Am 5. und 6. Mai trafen sich in Hannover erstmals die zwölf Stipendiatinnen und Stipendiaten des Niedersächsischen Promotionsprogramms „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“, das von 2016 bis 2018 gemeinsam von den Universitäten Vechta und Hannover sowie der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen durchgeführt wird. Der Sprecher des Promotionsprogramms, apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten an der Universität Vechta), konnte neben den StipendiatInnen auch fünf der beteiligten HochschullehrerInnen begrüßen.

Das Promotionsprogramm greift Fragestellungen auf, die der wirtschaftliche Strukturwandel und die aktuelle demographische Entwicklung aufgeworfen haben: Elementar für BürgerInnen, Verwaltung und Politik ist dabei die zukünftige Ausgestaltung der technischen und sozialen Infrastrukturen, die die Daseinsvorsorge in den Dörfern sichern. Hierzu gehören insbesondere die Nahversorgung, Mobilität, Bildung und Gesundheitsvorsorge. Es ist somit thematisch auf die Analyse der von verschiedenen Faktoren beeinflussten Ursachen regionaler Unterschiede aus der Perspektive der Übernahme von Verantwortung bzw. der Konstituierung von Ermöglichungsräumen fokussiert. Es beinhaltet ein strukturiertes Programm aus themen- und methodenbezogenen Seminaren mit raum- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkten. Die dabei entstehenden Promotionsarbeiten sind auf die drei Schwerpunkte „Übernahme von Verantwortung im eigenen Dorf“, „Übernahme von Verantwortung mit Anderen“ und „Übernahme von Verantwortung für Andere“ aufgeteilt.

Das erste gemeinsame Zusammentreffen diente zum einen dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch über die jeweiligen Promotionsprojekte, zum anderen der Erarbeitung der Thematik „Governance im Dorf“ im Rahmen des ersten Moduls unter Leitung von apl. Prof. Dr. Karl Martin Born.

Forschungsbericht 2016

31.03.2017

Das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) blickt mit dem vorliegenden Forschungsbericht auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück.

Im Mittelpunkt stand nach wie vor die Neuprofi lierung des ISPA mit der Neueinrichtung der Abteilung „Ökonomie der Nachhaltigkeit“. Das Berufungsverfahren zur Besetzung der Abteilungsleitung (Stiftungsprofessur) soll in 2017 abgeschlossen werden.

Mit der Neuprofilierung des ISPA wurde der Grundstein für eine interdisziplinäre, schlagkräftige Einheit zur Bearbeitung zukunftsweisender Themen gelegt. Diesen Weg geht es konsequent weiter zu verfolgen.

Der Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik wird weiterhin ein besonderer Stellenwert zukommen.

Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Forschungsbericht einen Einblick in das Forschungsinstitut zu ermöglichen.

Gleichzeitig möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die uns bei unserer tagtäglichen Arbeit auf vielfältige Weise unterstützen!

Vechtaer Studierende erhalten Förderpreis der Oldenburgischen Landschaft

15.03.2017

Die Oldenburgische Landschaft hat jetzt zum dritten Mal ihren jährlichen Förderpreis verliehen.

Die Vergabe des Wissenschaftspreises „Forschung regional“ zeichnet Hochschulabsolventinnen und –absolventen aus, die sich in ihren Abschlussarbeiten in herausragender Weise mit Themen aus dem Oldenburger Land beschäftigt haben.

Unter den drei Preisträgern überzeugte Arne Ortland (Fach Geographie) die Fachjury und stellte seine Arbeit im Rahmen der Preisverleihung im Heuerhaus Dötlingen vor. Betreut wurde die Arbeit von Herrn apl. Prof. Dr. Karl Martin Born und apl. Prof. Dr. Werner Klohn.

Herr Ortland befasste sich mit der Siedlungsentwicklung in der Stadt Vechta und zeigt in seiner Bachelorarbeit am Beispiel der Stadt Vechta auf, wie schwierig und anspruchsvoll es ist, Interessen der Siedlungsentwicklung und der Landwirtschaft (und auch des Umweltschutzes) im Hinblick auf eine sinnvolle Bodennutzung zusammenzubringen. Dabei wirft er auch einen Blick in die Zukunft und darauf, inwiefern sich diese Konkurrenzen voraussichtlich noch verschärfen werden.

Herr Ortland absolviert jetzt den Masterstudiengang "Geographien ländlicher Räume – Wandel durch Globalisierung" an der Universität Vechta.

Abschlussveranstaltung Expedition Berufswelt

27.02.2017

SchülerInnen in der Berufsfindung unterstützen: Dies ist erklärtes Ziel des Lernmoduls „Expedition Berufswelt“, das nun schon im zehnten Jahr vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta angeboten wird. TeilnehmerInnen sind neunte Klassen allgemeinbildender Schulen.

In diesem Jahr fand die Abschlussveranstaltung am 23. Februar 2017 in der Ludgerus-Schule Vechta statt. 54 SchülerInnen stellten die Ergebnisse des 60-stündiges Lernmoduls Unternehmsvertretern, Eltern und Mitschülern vor und bekamen ein Zertifikat ausgehändigt.

Zentrales Element der „Expedition Berufswelt“ sind fünf Unternehmenserkundungen. In den wählbaren Feldern „Technik“, „Wirtschaft“ oder „Gesundheit und Soziales“ erhalten sie so die Möglichkeit kleine und große Betriebe, produzierendes Gewerbe, den primären Sektor und das Dienstleistungsspektrum zu erkunden.

So fanden sich bei der diesjährigen Präsentation Beispiele aus den insgesamt 20 Unternehmen, die die SchülerInnen erkundet hatten.

„Die Schülerinnen und Schüler verbessern mit der Maßnahme ihre Selbsteinschätzung, bekommen konkrete Vorstellungen über ihren Praktikums- und Berufswunsch und fühlen sich dadurch besser auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet“, resümiert Dr. Gabriele Diersen, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums. Ein besonderer Dank gilt Sabine Westermann und Christian Tiller, die in diesem Jahr die Projektbetreuung und -leitung übernommen haben. „Wir wollen das Konzept auch in Zukunft anbieten und setzen auf die bewährte Unterstützung durch die Vechtaer Wirtschaft.“

Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen hat die „Expedition Berufswelt“ 2008 als Modellvorhaben initiiert und seitdem neun Mal durchgeführt. Ermöglicht werden die Expeditionen durch finanzielle Unterstützung der Unternehmen.

Erfolgreich abgeschlossene Promotion im ISPA der Universität Vechta

17.01.2017

Schülervorstellung zum demographischen Wandel

Am 13. Januar 2017 fand die erfolgreiche Disputation zur Dissertation "Schülervorstellungen zum demographischen Wandel. Ein Beitrag zur geographiedidaktischen Rekonstruktion" von Frau Dorothee Belling aus der Abteilung "Lernen in ländlichen Räumen" des ISPA statt.

Sie veranschaulichte ausführlich, dass das Thema "Demographischer Wandel" in den Curricula für das Fach Geographie in Deutschland kaum verankert ist, das Thema jedoch von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist, ein riesiges Potenzial für den Geographieunterricht sowie für fachübergreifenden und fachverbindenden Unterricht liefert.

Die vielfältigen Vorstellungen der Schüler wurden mittels problemzentrierter Interviews sowie einer Concept Map erhoben, die mit dem Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring adaptiert von Gropengießer ausgewertet wurden. Damit konnte Frau Belling verdeutlichen, dass eine Abkehr von der didaktischen Reduktion zur didaktischen Rekonstruktion für die Planung und Durchführung von schülergerechtem Unterricht bedeutsam ist, um den aktiven Erwerb von Wissen im Sinne des konstruktivistischen Paradigma zu fördern.

Die anschließende Diskussion brachte zahlreiche Anregungen für weitere Forschungsarbeiten zu Schülervorstellungen im Geographieunterricht, um die bestehende Forschungslücke zu anthropogeographischen Themen weiter zu schließen.