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Öffentliche Vortragsreihe "Transformation im ländlichen Raum"

Innovation für ländliche Räume

Forschungsbericht 2020

11.05.2021

Das Jahr 2020 war für das ISPA ein außerordentlich dynamisches und herausforderndes Jahr, geprägt wie alle Lebensbereiche vor allem auch durch die Covid-19-Pandemie. Dennoch gab es auch spannende neue Impulse, Ideen und Entwicklungen, die uns positiv in das Jahr 2021 blicken lassen. Die Personalsituation 2020 war – wie schon im Jahr 2019 – von einiger Fluktuation geprägt.

Frau Prof.in Dr.in Amelie Bernzen trat zum 01. Januar 2020 die Professur „Wirtschaftsgeographie“ (Nachfolge von Frau Tamásy) an und ist seit April 2020 Direktorin des ISPA; Frau Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt ist ihre Stellvertreterin. Frau Bernzen brachte zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen mit, die die Abteilung „Dynamiken ländlicher Räume“ verstärken. Neben neuen Impulsen im Bereich Agrar und Ernährung, Geographischer Entwicklungsforschung und Mensch-Umwelt-Forschung bringt ihre Arbeitsgruppe mit Projekten und Partnern in Südasien (Indien, Bangladesch) und Australien auch neue regionale Schwerpunkte ans ISPA und trägt zur Internationalisierung bei.

Die Stelle des Geomedientechnikers war in der zweiten Jahreshälfte vakant und konnte zum 01. Januar 2021 durch Dr. Guido Bohmann neu besetzt werden. Einschneidend war zudem eine lange krankheitsbedingte Unterbesetzung des Sekretariats, welche dankenswerterweise durch engagierte Kolleginnen aus dem Hause bestmöglich aufgefangen wurde.

Nicht zuletzt trat unsere langjährige und hoch geschätzte Kollegin Frau Prof.in Dr.in Martina Flath am 01. April 2020 in den Ruhestand ein. Sie bleibt dem ISPA jedoch zunächst als Projektleitung ihrer laufenden Forschungsvorhaben sowie als wissenschaftliche Leitung des Kompetenzzentrums Regionales Lernen erhalten.

Leider konnte wider Erwarten keine Nachfolge für Ihre Stelle im Jahr 2020 gefunden werden. Das Besetzungsverfahren läuft zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts, und wir sind optimistisch, im Herbst 2021 eine sehr geeignete neue Kollegin bzw. einen sehr geeigneten neuen Kollegen begrüßen zu dürfen. Dies erscheint wichtig, damit das Institut mit seinen raumwissenschaftlichen Forschungsperspektiven den gesamtuniversitären Forschungsschwerpunkt „Transformation in ländlichen Räumen“ maßgeblich durch seine Kompetenzen mitgestalten kann.

Es erfüllt uns mit Stolz, dass es uns unter den schwierigen personellen und pandemiebezogenen Rahmenbedingungen gelungen ist, insgesamt sechs neue Projekte in den Bereichen „Dynamiken ländlicher Räume“ und „Ökonomie der Nachhaltigkeit“ am ISPA verankern zu können. Ebenso waren wir trotz der genannten Herausforderungen an der Entwicklung mehrerer – auch internationaler und interdisziplinärer - Drittmittelanträge beteiligt, die künftig u.a. auch die Transformation der Region unterstützen sollen. Dafür ist die enge Kooperation mit unseren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik unerlässlich. Wir sind bemüht diese Kooperationen – sobald möglich auch wieder durch Präsenzgespräche – auszubauen und zu vertiefen, was sich in neuen Forschungsanträgen im Verbund mit anderen Universitäten, Forschungsinstituten und Einrichtungen des öffentlichen Rechts widerspiegelt.

Auch in der Nachwuchsförderung gibt es Erfolge zu verzeichnen. So schlossen vier Doktorandinnen bzw. Doktoranden im Jahr 2020 erfolgreich ihre Promotion unter der Betreuung der Professorinnen und Professoren am ISPA ab. Zum Jahresende 2020 wurden insgesamt 24 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschafler (davon 4 Postdoktorandinnen bzw. -doktoranden) in ihrer Weiterqualifikation betreut. Dazu trägt auch die durch Prof.in Bernzen ermöglichte Integration des ISPA in das zweimal jährlich tagende Doktorandenkolloquium „Umweltorientierte Wirtschaftsgeographie“ bei, eine Kooperation der Wirtschaftsgeographien der Universitäten Köln, Luxemburg und Vechta.

In der Lehre haben mehrere Mitglieder des ISPA maßgeblich den im Oktober 2020 gestarteten neuen Masterstudiengang „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ (MATRM) mitgestaltet und dort seitdem immer wieder Bezüge zur Forschungstätigkeit des Instituts hergestellt. Der MATRM (als Nachfolger des Masterstudiengangs „Geographien Ländlicher Räume“) widmet sich der nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume im Zeitalter einer umfassenden sektorübergreifenden Transformation. Interdisziplinarität, Praxisbezug und Verzahnung mit relevanten Akteuren sichern die Aktualität und Relevanz der Themen und ermöglichen einen nahtlosen Übergang in zahlreiche Berufsfelder.

Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Forschungsbericht einen Einblick in die umfangreichen und vielgestaltigen Aktivitäten des ISPA zu ermöglichen. Nicht zuletzt möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die uns bei unserer tagtäglichen Arbeit auf vielfältige kompetente Weise unterstützen – ganz besonders in diesen außergewöhnlichen Zeiten, die uns innovatives, flexibles Handeln und viel Geduld abfragen. Ein besonderes Dankeschön gilt dem ISPA-Beirat und seinem Vorsitzenden, Herrn Brand, die sich in besonderer Weise für die Belange des ISPA engagiert haben.

Lernorte der Bioökonomie – außerschulisches Lernen in innovativen Unternehmen

06.05.2021

Handlungsorientierte, differenzierte Lehr-Lern-Materialien für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9

(Weiße Reihe, Band 45 - Jetzt downloaden!)

Die Bioökonomie orientiert sich am Kreislaufprinzip der Natur und sieht den Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft als wesentliches Ziel an. Die stufenweise Verwertung (Kaskadennutzung) und Mehrfachnutzung (Recycling) von Ressourcen sind hierbei grundlegende Konzepte. 2009 richteten die deutschen Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) einen Bioökonomierat (BÖR) als unabhängiges Beratungsgremium für die Deutsche Bundesregierung ein. Der Bioökonomierat versteht die Bioökonomie als „die Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen (auch Wissen), um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen (vgl. Bioökonomierat 2021).“

Um eine gesellschaftliche Teilhabe an diesen Prozessen zu intensivieren, wurde 2017 das Projekt „Lernstandorte Bioökonomie - Konzeption, Aufbau und Entwicklung in der Region Weser-Ems“ an der Universität Vechta, Kompetenzzentrum Regionales Lernen, initiiert. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wurden in einer Laufzeit von 3,5 Jahren Informations- und Bildungsangebote für schulische Gruppen entwickelt und ein Bildungsnetzwerk aufgebaut.

Gemeinsam mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen (Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V.) in Werlte und fünf Unternehmen aus dem Raum Weser-Ems entstanden eine interaktive Ausstellung in Werlte und fünf Lernortstandorte in Unternehmen. Letztere bieten im Kern Betriebserkundungen, die von zahlreichen selbsttätigen und handlungsorientierten Aktivitäten geprägt sind. Die teilnehmenden regionalen Unternehmen setzen Ideen und Technologien der Bioökonomie um und können dieses anschaulich vor Ort präsentieren.

Wir sind davon überzeugt, dass die Transformation der Wirtschaft flankierende Maßnahmen in der institutionalisierten Bildung benötigt. Zudem kann das Themenfeld Bioökonomie für die Qualifizierung und systemische Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Schulen eine Rolle spielen. Die entwickelten Bildungsangebote sind im besten Fall eine Unterstützung, BNE praxisnah und motivierend zu gestalten und die Zielgruppe für eine aktive Mitgestaltung der Bioökonomie zu gewinnen.

Hauptzielgruppe sind die Klassenstufen 9-13 allgemeinbildender Schulen. Das Fach „Arbeit und Wirtschaft“, Erdkunde sowie die schulische Berufsorientierung sind die Hauptanknüpfungspunkte für eine fachlich orientierte Einbindung entsprechender Lernvorhaben in den Schulalltag.

Das vorliegende Heft gibt eine Übersicht zu den entwickelten Angeboten der fünf Lernstandorte in der Region Weser-Ems:

  • Gramoflor GmbH & Co.:
    Lieferant für torfreduzierte Profisubstrate für alle Bereiche des Erwerbsgartenbaus mit eigenen Produktionswerken und Hauptsitz in Vechta.
    Lernmodul: Ressourcenschonung am Beispiel Torfersatzprodukte
     
  • NOVAgreen Projektmanagement GmbH:
    Algenzucht mit einem breiten Spektrum von Mikroalgen für die Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie mit Hauptsitz in Ahlhorn.
    Lernmodul: Innovative Verfahren am Beispiel Mikroalgenzucht
     
  • Biopin Vertriebs-GmbH:
    Naturfarbenproduzent für alle Anwendungsbereiche mit Sitz in Jever.
    Lernmodul: Wege zur Grünen Chemie am Beispiel Naturfarben
     
  • Janssen Holzbau GmbH:
    Holzbaukomplettservice, Holzrahmenanbieter mit Produktions- und Verkaufsstätte in Werlte.
    Lernmodul: Nachhaltige (Bau-)Materialien am Beispiel Holz
     
  • Wilken Plastikrecycling GmbH:
    Kunststoffrecycling mit Sitz in Haren.
    Lernmodul: Wertstoffkreisläufe am Beispiel Kunststoffe

Sie finden in diesem Heft die kompletten Lehr-Lern-Materialien für die didaktisch-methodisch gestalteten Unternehmenserkundungen sowie einer adäquaten schulischen Vor- und Nachbereitung. Es stellt ein durchgehend differenziertes Angebot auf drei Anforderungsniveaus dar.

Neben Lehrpersonen, die sich über die Möglichkeiten der Thematisierung von Bioökonomie im Unterricht und mithilfe außerschulischer Lerneinheiten erkundigen, sprechen wir mit diesem Heft zudem Unternehmen an, die Einblicke in ihr Unternehmen für schulische Gruppen gezielt gestalten möchten.

Aufgrund der in die Projektlaufzeit fallenden Corona-Pandemie erfuhren die Lehr-Lern-Angebote eine Erweiterung um digitale Einheiten sowie eine Digitalisierung der Ausstellung in Werlte. Die Ergebnisse finden Sie auf den folgenden Internetseiten:

https://lebioekonomie.de/

https://my.matterport.com/show/?m=anKzHmPywRX


Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Umsetzung vielfältiger Lernvorhaben!

Zum Jahresabschluss 2020 zwei erfolgreiche Disputationen im Fach Geographie/ISPA

22.12.2020

Am Vormittag des 18. Dezember 2020 hat das Promotionsprogramm „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“ den erfolgreichen Abschluss des zweiten Promotionsvorhabens feiern können.

Vor der Promotionskommission stellte Matthias Galle zunächst die Ziele, methodischen Ansätze und Ergebnisse seiner Dissertation mit dem Titel „Die Ausgestaltung der Verantwortungsteilung zwischen Stadt und Land - Großschutzgebiete als Modellräume einer Verantwortungsgemeinschaft?“ vor und arbeitete dabei besondere zwei neue Aspekte heraus: Zum einen legte er eine signifikante Erweiterung der bisher gängigen Modelle der Funktionszuweisung für ländliche Räume vor und analysierte zum anderen die Bedeutung des in der Raumplanung intensiv diskutierten Konzepts der Verantwortungsgemeinschaft für unterschiedliche Typen von Großschutzgebieten. Er konnte in seiner Dissertationsschrift wie auch in Vortrag und anschließender Diskussion eindrücklich nachweisen, dass das im Zuge des Promotionsprogramms „Dörfer in Verantwortung“ gemeinsam entwickelte Verständnis von Verantwortung gut geeignet ist, um eine spezifische Dimension des Verhältnisses zwischen Stadt und Land analytisch zu betrachten und hinsichtlich der Raumwirksamkeit zu bewerten. Die Kommission bewertet die Dissertation und die Disputation gleichermaßen mit „Magna cum Laude“

Am Nachmittag erhielt dann Alistair Adam Hernández die Möglichkeit, die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit in Zuge einer Disputation vorzustellen. Mit dem Titel „Resiliente Dörfer gestalten. Analyse von Akteur*innen, Lernprozessen, Wirklichkeitskonstruktionen und Entwicklungen in drei ländlichen Gemeinschaften der europäischen Peripherie“ legt er eine Arbeit vor, die sowohl aus theoretisch-konzeptioneller Perspektive die vielfältigen Modelle der Resilienzforschung kritisch abwägt und zu einem speziell auf die Dorfentwicklung abgestimmten Modell zusammenführt als auch durch die vergleichende Untersuchung dreier Orte in Spanien, Großbritannien und Deutschland entscheidende Faktoren und Rahmenbedingungen herausarbeitet. An den engagierten Vortrag schloss sich eine 90-minütige Diskussion mit der Promotionskommission an. Im Urteil der Gutachter und der Kommission leistet Hernández einen hervorragenden Beitrag zum gegenwärtigen Resilienzdiskurs sowohl im Hinblick auf eine signifikante Erweiterung der Theorie als auch der Formulierung von Handlungsempfehlungen für Akteure und Stakeholder der Regional- und Ortsentwicklung. Die Kommission würdigt die Leistung mit „Summa cum Laude“ in beiden Teilen.

Nachruf - Die Universität nimmt Abschied von Dr. Joachim Eisleb

23.11.2020

Dr. Eisleb ist im Alter von 67 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit am 22.11.2020 verstorben. Er war vom 01.01.1981 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden am 30.9. 2018 zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Hochschulassistent und schließlich als Akademischer Rat ununterbrochen im Fach Geographie tätig. Er hat sich mit großem Engagement der Lehramtsausbildung gewidmet, insbesondere in der Anthropogeographie, in der Fachdidaktik sowie in Exkursionen und Geländepraktika. Er war aus ganzer Überzeugung Geograph und konnte in seiner Lehre die Studierenden für dieses Fach jahrzehntelang begeistern. Darüber hinaus war er über viele Jahre in verschiedenen Gremien in der Akademischen Selbstverwaltung tätig und setzte sich auch als Mitglied im Personalrat jahrelang für die Kolleginnen und Kollegen ein.

Die zugewandte und hilfsbereite Art von Herrn Dr. Eisleb wird vielen ehemaligen Studenten und Kollegen in angenehmer Erinnerung bleiben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Das Präsidium
Fakultät II Natur- und Sozialwissenschaften
Fach Geographie
Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA)

Deutsches Sielhafenmuseum Carolinensiel Kooperationspartner im Bildungsprojekt

03.09.2020

Das Deutsche Sielhafenmuseum ist nun offizieller Kooperationspartner im Projekt „Lernorte in der Fischereiwirtschaft“. Dr. Heike Ritter-Eden, Leiterin des Sielhafenmuseums und Martin Kattmann, Bildung und Vermittlung, unterzeichneten den Kooperationsvertrag. 

Zum Start in das neue Schuljahr wurde im Deutschen Sielhafenmuseum Carolinensiel am 1. September 2020 das außerschulische Bildungsangebot zur Küstenfischerei „Abenteuer Fischkutter“ interessierten Schulen vor Ort vorgestellt. An einer spannenden Fahrt mit dem Fischkutter „Gorch Fock“ von Wilhelm Jacobs und einer Rallye im Kutterhafen von Neuharlingersiel können von nun an die 5. Zum Start in das neue Schuljahr wurde im Deutschen Sielhafenmuseum Carolinensiel am 1. September 2020 das außerschulische Bildungsangebot zur Küstenfischerei „Abenteuer Fischkutter“ interessierten Schulen vor Ort vorgestellt. An einer spannenden Fahrt mit dem Fischkutter „Gorch Fock“ von Wilhelm Jacobs und einer Rallye im Kutterhafen von Neuharlingersiel können von nun an die 5. und 6. Klassen aller Schulformen teilnehmen. 

Wir freuen uns sehr, dass eintägige außerschulische Erkundungen in Niedersachsen im neuen Schulhalbjahr wieder möglich sind und wir den Schülerinnen und Schülern in dieser besonderen Zeit ein abwechslungsreiches Erlebnis bieten können. Wilhelm Jacobs betonte die Wichtigkeit des Projektes: „Mir liegt es sehr am Herzen, Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Küstenfischerei zu geben. Ich mache immer wieder die Erfahrung, wie wenig auch die Kinder hier an der Küste über unser Berufsfeld, die Fischarten und den Weg vom Fang bis zum Fischprodukt wissen. Ich freue mich auf viele weitere neugierige Kinder“.

Erste erfolgreiche Promotion im Promotionsprogramm „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“

24.06.2020

Am 22. Juni 2020 schloss Frau Zora Becker als erste Stipendiatin des Promotionsprogramms „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“ ihr Promotionsvorhaben mit der obligatorischen Disputation ab.

Vor der Promotionskommission, bestehend aus Prof. Dr. A. Bernzen, Prof. Dr. U. Harteisen (HAWK Göttingen), apl. Prof. Dr. Klohn, Prof. Dr. I. Mose (Universität Oldenburg), und apl. Prof. Dr. K. M. Born (Vorsitz), und vor zahlreichen Gästen aus der Hochschulöffentlichkeit und dem Promotionsprogramm legte Frau Zora Becker zunächst die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse ihrer Dissertationsschrift mit dem Titel „Die Zukunft der Dorfentwicklung im Lichte neuer Verantwortungsstrukturen und Planungsmethoden“ dar. Besonders zu erwähnen sind hier die systematische Analyse des gegenwärtigen Programms der Dorferneuerung in Niedersachsen aus der Perspektive der Übernahme von Verantwortung sowie der umfangreiche empirische Teil, der auf der Untersuchung in zwei niedersächsischen Dorfregionen beruht. Die von Frau Becker erarbeiteten Ergebnisse geben nicht nur wichtige analytische Einblicke in die Materie, sondern beinhalten auch Empfehlungen zur Modifikation des Programms bzw. seiner Umsetzung.

In der anschließenden Aussprache zur Disputation gelang es Frau Becker die aufgeworfenen Fragen vollumfangreich zu beantworten und im besten Sinne in einen akademischen Austausch zu treten.

Leider konnte es durch die besonderen Umstände nicht zum traditionellen Empfang und Umtrunk kommen, der das sehr gute Ergebnis von Frau Becker und ihre erfolgreiche Zeit als Stipendiatin angemessen gewürdigt hätte.

Rezensionen aus dem ISPA frei zugänglich: Landwirtschaft und Ernährung in Schulbüchern

11.05.2020

Schulbücher mit Themen aus Landwirtschaft und Ernährung stehen bei einem Projekt von Hannah Lathan und Dr. Gabriele Diersen im Mittelpunkt. Die Wissenschaftlerinnen arbeiten am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) an der Universität Vechta und rezensieren unter anderem Lehr-Lern-Materialien für den Verein informationsdienst.medien.agrar Berlin (i.m.a.). Auf der Plattform www.rezensionen.ima-agrar.de sind die Beurteilungen frei zugänglich.

„Die Hauptaufgabe besteht darin, Materialien, die wir teilweise selbst recherchieren, die uns von der i.m.a. zugesandt werden oder die von externen Lehrkräften und Eltern an uns herangetragen werden, zu sichten, systematisch zu analysieren und vor dem Hintergrund der unterrichtlichen Nutzung zu reflektieren“, erklärt Hannah Lathan. Die Materialien seien vielfältig – von Lernspielen über Arbeits- und Materialheften bis hin zum klassischen Schulbuch. „Ausschlaggebendes Kriterium für die Rezension ist zum einen die Prüfung der Curriculakonformität“, also die Vereinbarkeit von dem vorliegenden Werken mit dem in den Schulen vorgegebenen Lehrplänen, erklärt die Wissenschaftlerin, „denn viele Materialien – besonders die Schulbücher – unterliegen in den meisten Bundesländern keinem staatlichen Prüfverfahren mehr, was auch für Niedersachsen zutrifft“. Hier soll die Arbeit der Wissenschaftlerinnen an der Universität Vechta Lehrkräfte bei der Auswahl von Unterrichtsmedien unterstützen. Zum anderen – und das macht den wesentlichen Schwerpunkt aus – stehe zunächst die analytische, im Anschluss die kritisch-reflexive Betrachtung der Materialien im Mittelpunkt. Diese beginnt mit der Betrachtung des Aufbaus und der Konzeption des Lehrwerks. Dabei wird beispielsweise die Passung der einzelnen Strukturelemente zueinander oder die Qualität und Länge der Texte in den Blick genommen. Bei der kritisch-reflexiven Betrachtung sind es verstärkt fachlich-inhaltliche Kriterien, wie zum Beispiel die Güte der didaktischen Reduktion bei gleichzeitiger Wahrung der sachlichen und fachlichen Korrektheit, die zum Tragen kommen. „Besonders interessant ist für uns immer wieder der Einblick in neue Materialien und die Kreativität der Autorinnen und Autoren, die sich eng an den Lernenden und deren Lebenswelt orientiert“, sagte Lathan. Neben vielen positiven Beispielen fänden sich zum Teil auch Lehrwerke, bei denen „der methodischen Rahmung unseres Erachtens zu viel Präsenz eingeräumt oder eine nicht objektive Darstellung landwirtschaftlicher Themen hervorgebracht wird“.

Insgesamt lasse sich über die Jahre feststellen, dass zunehmend das außerschulische Lernen in der Landwirtschaft adressiert wird, meint Lathan, die unter anderem am „Kompetenzzentrum für Regionales Lernen“ am ISPA tätig ist. Das sei „aus unserer Perspektive sehr positiv zu bewerten“. Es ermögliche einen realitätsbezogenen, handlungsorientierten und regionalen Zugang. Kürzlich rezensierte Lehr-Lern-Materialien der Wissenschaftlerinnen an der Universität Vechta sind beispielsweise „Marike und Julius – Entdecke mit uns den Bauernhof!“ vom Landwirtschafts-Verlag und „Stark in … Hauswirtschaft“ vom Westermann-Verlag. Weitere Produkte der gemeinsamen Arbeit sind unter anderem die 2019 erschienene Lehrplan- und Schulbuchanalyse, die die Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Inhalten zur Landwirtschaft an allgemeinbildenden Schulen beschreibt. Darin wurden die Lehrpläne der Grundschule und Sekundarstufe I für die Fächer Sachunterricht, Biologie, Geographie und Gesellschaftswissenschaften aller Bundesländer unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und miteinander verglichen sowie einige exemplarisch ausgewählte Schulbücher mit Blick auf die Analyseergebnisse rezensiert. Im zuletzt veröffentlichten Lehrerheft „lebens.mittel.punkt“, das von der i.m.a. herausgegeben wird, wurde außerdem der Beitrag von Hannah Lathan „Kritisch: Ernährungs- und Agrarwissen neutral vermitteln“ veröffentlicht.

Kompetenzzentrum Regionales Lernen an der Universität Vechta

Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen ist eine Informations- und Beratungsstelle für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker aus allen Bereichen der Bildung. Hier finden sie Informationen zum Regionalen Lernen aus Wissenschaft und Praxis, Angebote für Fortbildungen sowie Beratung und Service. Das Team ist am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) der Universität Vechta in der Abteilung „Lernen in ländlichen Räumen“ tätig.

Im Rahmen der geographiedidaktischen Forschung an der Universität Vechta beschäftigen sie die Wissenschaftler*innen seit etwa 15 Jahren mit Fragen des Regionalen Lernens in ländlichen Räumen. Die Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Untersuchung der Struktur und der Wirksamkeit Regionalen Lernens bezüglich Kompetenzentwicklung und Ausbildung regionaler Identität bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, auf die Erarbeitung empirisch gestützter Qualitätskriterien für Regionales Lernen und auf die Entwicklung entsprechender Lehr- und Lernmaterialien für den Geographieunterricht sowie fächerübergreifendes Lehren und Lernen.
Die Forschungsarbeiten sehen die Wissenschaftler*innen im Kontext der Lehr-Lernforschung im Bereich der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung und Lebenslanges Lernen. Ziel ist es, regionales Lernen in einer auf Zukunftsfähigkeit ausgerichteten Bildungslandschaft zu etablieren und damit einen Beitrag für die nachhaltige Regionalentwicklung zu leisten.