Aus Flüchtlingen werden Studierende

Sie wollen künftig an die Hochschule: 15 Flüchtlinge sind in dem Intensivsprachkurs, den Vertreter der Uni, des Jugendtreffs und des Ludgerus- Werks am Freitag vorgestellt haben. (Foto: Stefan Freiwald)

Flüchtlinge, die gerne studieren möchten, erhalten jetzt im Ludgerus-Werk Lohne Unterstützung. Der Bildungsanbieter stellt zusammen mit der Universität Vechta und dem Lohner Jugendtreff erstmals einen Intensivsprachkurs für höher qualifizierte Flüchtlinge auf die Beine. Darin sollen die jungen Leute in nur zehn Monaten sprachlich dazu befähigt werden, ein Hochschulstudium in Deutschland aufnehmen zu können.
Seit Mitte November lernen 15 junge Flüchtlinge im Ludgerus-Werk über wöchentlich 18 Stunden intensiv Deutsch. Voraussetzung war, dass sie die Sprache bereits über die Grundkenntnisse hinaus beherrschen. Am Ende des Intensivkurses erlangen sie das Sprachzertifikat C1, das sie zur Aufnahme eines Studiums berechtigt. Darüber hinaus gelten die üblichen Zulassungsvoraussetzungen der Hochschulen.

Die Universität Vechta bietet den TeilnehmerInnen ein umfangreiches Begleitprogramm an. In Workshops erhalten sie ausführliche Informationen über das deutsche Hochschulsystem und können Studien- und Berufswünsche reflektieren, erläuterte Maria Goldberg, Koordinatorin Offene Hochschule der Uni. Bei Campusführungen und Vorlesungen bekommen sie Einblicke in den Studienalltag und lernen andere Studierende kennen. Intensivworkshops vermitteln Grundlagen wie beispielsweise die Einführung in wissenschaftliche Arbeitsmethoden. Studienberater unterstützen die Flüchtlinge bei der Wahl des Studiums.

Paul Sandmann, Leiter des Jugendtreffs Lohne, hat nicht nur die TeilnehmerInnen angesprochen und ausgewählt sondern auch so genannte Bildungsbegleiter akquiriert. So steht jedem Flüchtling in diesem Kurs ein Mentor – zumeist Praktiker aus der angestrebten Branche - zur Seite, der ihn unterstützt und ihn in schwierigen Phasen motiviert.

Weitere Informationen: http://www.ludgerus-werk.de