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AUSSCHREIBUNG von bis zu fünf PRAKTIKUMSPLÄTZEN

Im Rahmen des Projekts

„Dem Verbrechen auf der Spur“ Ein Wegweiser zu den Originalschauplätzen historischer Kriminalfälle im Oldenburger Münsterland

werden im Jahr 2020 in Kooperation mit dem Museumsdorf Cloppenburg an meiner Pro-fessur bis zu fünf Praktikumsplätze

Historische Forschung & Museumspädagogik

ausgeschrieben.

Ausschreibung Praktikum

Bisher hat sich die diplomatiehistorische Forschung nahezu ausschließlich auf die Gesandten des ‚ersten Rangs‘ konzentriert, in aller Regel auf adlige Botschafter, die ihren Fürsten im Sinne eines ‚Abbilds‘ repräsentierten. Kaum untersucht sind hingegen solche Akteure, die sich im Umfeld der Diplomaten aufhielten, maßgeblich am diplomatischen Alltag teilnahmen, aber häufig wenig Spuren in den offiziellen Quellen hinterlassen haben – zu denken wäre etwa an Boten, Schreiber, Sekretäre, Schatzmeister, Geistliche, Übersetzer und Dolmetscher, aber auch an persönliche Bedienstete, Familienmitglieder und Freunde des Botschafters.

Um aber frühneuzeitliche Diplomatie angemessen beschreiben zu können, so unsere These, ist es notwendig, die traditionelle Fokussierung auf die Diplomaten des ersten Rangs zu überwinden und stattdessen das Zusammenwirken der adligen Botschafter mit ihren Untergebenen zu analysieren. Nur auf diese Weise ist es möglich, Diplomatie nicht als individuelle Leistung einzelner ‚großer Männer‘, sondern als kollektive Praxis zu untersuchen. Dazu ist es notwendig, nicht mehr in erster Linie Audienzen und andere höfische Zeremonien, sondern verstärkt auch den Alltag frühneuzeitlicher Diplomatie in den Blick zu nehmen. Dies betrifft sowohl die alltäglichen Verfahrensabläufe innerhalb einer Botschaft, an denen eben immer eine ganze Reihe von Personen beteiligt war. Es betrifft aber auch die Kommunikation innerhalb des ‚diplomatischen Milieus‘, die eben keineswegs vorrangig auf Ebene der Gesandten stattfand, sondern ganz wesentlich auch auf der des Gesandtschaftspersonals. Frühneuzeitliche Diplomatie war geradezu strukturell auf die Verbindungen und Netzwerke ihrer niederrangigen Akteure angewiesen.

Auf der Tagung werden verschiedene Akteure und ihre jeweilige Rolle für den diplomatischen Alltag in den Blick genommen. Dabei wird es einerseits um ihren sozialen Hintergrund, Karriereverläufe und die Soziabilität innerhalb eines ‚diplomatischen Milieus‘ gehen. Andererseits wird nach dem Verhältnis von Formalität und Informalität sowie nach einer möglichen Professionalisierung des Gesandtschaftspersonals gefragt.

Donnerstag, 6. September 2018

15:00 Uhr – 15:15 Uhr
Registrierung

15.15 Uhr – 15.40 Uhr
Begrüßung durch das Präsidium der Universität Vechta und Einführung durch die Veranstalter

15:40 Uhr – 17:00 Uhr: Panel 1
Chair: Peter Burschel (Wolfenbüttel / Göttingen)

Matthias Pohlig (Berlin): Formalität und Informalität. Zur Bedeutung und Reichweite einer diplomatiehistorischen Unterscheidung

Charlotte Backerra (Darmstadt): Privatsekretär, Legationssekretär, Resident – und Botschafter?: Diplomatische Karrieren im frühen 18. Jahrhundert

17:00 Uhr – 17:20 Uhr: Kaffeepause

17:20 Uhr – 18:40 Uhr: Panel 2
Chair: Christine Vogel (Vechta)

Tilman Haug (Münster): ‚Service du Roy en Allemagne‘ in der zweiten Reihe – Informanten, Vermittler und andere Zuträger der französischen Diplomatie im Alten Reich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Nadja Ackermann (Bern): Von Domestiken zu Diplomaten? Zum Status preußischer Gesandtschaftssekretäre im 18. Jahrhundert

19:30 Uhr: Abendessen

Freitag, 7. September 2018

10:00 Uhr – 12:00 Uhr: Panel 3
Chair: Hillard von Thiessen (Rostock)

Tom Tölle (Hamburg): Dynastic News in Stanhope’s Household (and Beyond): British Envoys between Family Obligation, Clientage, and Office

Tracey Sowerby (Oxford): Roger Ascham: A Typical Tudor Embassy Secretary?

Florian Kühnel (Göttingen): Amt und Person. Die englischen Botschaftssekretäre im frühneuzeitlichen Istanbul

12:00 Uhr – 13:00 Uhr: Mittagsimbiss

13:00 Uhr – 14:20 Uhr: Panel 4
Chair: Florian Kühnel (Göttingen)

Christine Vogel (Vechta): Karrierechancen und -risiken französischer Botschaftssekretäre im Osmanischen Reich

Irena Fliter (Tel Aviv): Multifarious and Multitasking: The Dragomans, Secretaries and Financiers of Ottoman Diplomatic Missions to Late Eighteenth-century Prussia

14:20 – 15:00 Uhr
Hillard von Thiessen (Rostock): Abschlusskommentar und -diskussion

 

 

20. Februar 2018: Gastvortrag an der Universität Oxford auf Einladung des TORCH Network on Diplomacy in the Early Modern Period (1400-1800) zum Thema: "Trust Building Measures in Cross-Cultural Settings: Diplomatic Networking Practices in Early Modern Istanbul"
http://torch.ox.ac.uk/trust-building-measures-cross-cultural-settings

 

 

"Making Friends and Building Confidence in Transcultural Diplomatic Settings: Practices of Friendship in French Diplomatic Sources from Late Seventeenth-Century Istanbul". Vortrag auf dem internationalen Workshop "Politics and sociability in a transcultural context: the diplomatic milieu in Istanbul during the long eighteenth century" am Deutschen Historischen Institut Paris, 17.11.2017.

Neuerscheinung: Bernd Klesmann, Patrick Schmidt und Christine Vogel (Hg.): Jenseits der Haupt- und Staatsaktionen. Neue Perspektiven auf historische Periodika. Band 108 der Reihe "Presse und Geschichte – Neue Beiträge", herausgegeben von Astrid Blome, Holger Böning und Michael Nagel.

Neuerscheinung: Christine Vogel: Guerra aos Jesuítas. A propaganda antijesuítica do Marquês de Pombal em Portugal e na Europa. Lisboa 2017 (port. Übersetzung der Monographie: Der Untergang der Gesellschaft Jesu als europäisches Medienereignis. Publizistische Debatten im Spannungsfeld von Aufklärung und Gegenaufklärung. Mainz 2006).

Neuerscheinung

 

 

Februar 2017: Vortrag "Cross-Cultural Diplomatic Ritual: Performance and Representation" auf dem Workshop "Cross-Cultural Diplomacy Compared", Institut for Advanced Studies, University of Warwick (UK)

Claudia Garnier / Christine Vogel (Hrsg.), Interkulturelle Ritualpraxis in der Vormoderne: Diplomatische Interaktion an den östlichen Grenzen der Fürstengesellschaft. Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 52.

Neuerscheinung

Peter Burschel und Christine Vogel (Hrsg.), Die Audienz. Ritualisierter Kulturkontakt in der Frühen Neuzeit, Köln u.a.: Böhlau Verlag, 2014.

ISBN 978-3-412-21084-7 

Neuerscheinung

 

 

Letzte Aenderung: 18.05.2020 · Seite drucken

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