Exkursion mit Studierendengruppe nach Frankfurt zur Konferenz: Im Alter anders?

Zur Bedeutung von Devianz und Abweichung in Zeiten zunehmender Langlebigkeit

 

An beiden Tagen wurden sehr interessante Vorträge gehalten und vor allem Themen aufgegriffen, wie Straffälligkeit und Strafvollzug im Alter, Demenz und Behinderung, LSBT*I und mehr Devianz in Zukunft?

Besonders hervorzuheben ist, dass das Alter nicht mehr grau sondern bunt ist, weil Freiheiten des Alterns als außerordentlich spannend empfunden werden, zumal in dieser Lebensphase noch nicht gelebte Konzepte ausgelebt werden wollen. Randgruppen bzw. Subgruppen, die ihr Leben lang im Sinne der Intersektionalität und „Double Jeopardy“ benachteiligt waren, sollten im Alter einen Prozess der Veränderung erfahren und für sich kleine Räume suchen können, in denen sie Sinn und Möglichkeiten finden, ihre Erfahrungen als Ressourcen zu sehen. Stigma-Management ist gefragt, allerdings mit Expertise, die dringend benötigt wird für ein Doing Age in Small Ways! Substitutionsprogramme müssen neu gedacht werden, um für Senioren*innen eine sinnvolle Beschäftigung zu finden. Eine Ausdifferenzierung von Hilfen für gesellschaftliche Randgruppen muss in Zukunft mit entsprechendem Know-How erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang sind Altersbilder zu nennen. Die jetzige Kohorte der 60er Jahre wird vor allem Autonomie, Selbstverwirklichung und neue Ideen leben wollen. Das erfordert eine andere Art der Betrachtung. Rollenmodelle sollten sich verändern. Folgende Fragen sollten gestellt werden: Was können wir vom Anderen und von unsicheren Identitäts¬konstruktionen lernen? Für welche Formen der Devianz brauchen wir eine Lebenslauftheorie? Die Lebenslaufperspektive sollte weiter konzeptualisiert werden, denn das Alter ist eine soziale Konstruktion. Devianz- und Biographie-forschung ist in den Blick zu nehmen. Besonders spannend wäre es in Zukunft auch, die Lebenslaufperspektive in Verbindung mit Gender und der Kinder- und Jugendforschung zu vergleichen.

Neben einem breiten Angebot an wissenschaftlichen Vorträgen war es den Studierenden vor Ort möglich, Einblicke in die Arbeit der DGS Sektion Alter(n) und Gesellschaft zu erhalten sowie mit Wissenschaftler*innen aus Deutschland und Österreich über ihre aktuellen Forschungsvorhaben zu diskutieren. Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch einer empfehlenswerten Ausstellung des Weltkulturen Museums in Frankfurt zum Thema „Momentaufnahmen des Alterns“, denn - grey is the new pink! 

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch noch einmal dem Fachrat Gerontologie für die Organisation sowie dem Career-Service der Universität Vechta, welche die Exkursion im Rahmen des Employability-Programms finanziell unterstützte.Opens internal link in current windowZurück 

Bilder: Sofie Krümberg und Stefanie Götze
Text: Stefanie Götze und Laura Naegele

Letzte Aenderung: 18.05.2020 · Seite drucken