Dr.in Melanie Misamer hat von 2006 bis 2011 in Vechta studiert. Vor dem Bachelorstudium Soziale Arbeit in Humandiensten und dem Masterstudium Social Work machte Misamer eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Wir stellen sie vor:

 

Darum habe ich mich nach der Ausbildung zu einem Studium der Sozialen Arbeit entschieden:

Meine Erstausbildung zur Industriekauffrau hat mich an Stellen gefordert, die mir weniger wichtig waren. Arbeit bedeutet ja auch „Sinnerleben“. Und dieses Sinnerleben habe ich im Bereich Sozialer Arbeit – und insbesondere beim Unterrichten sozialer Themen − mehr erfahren. Die Erstausbildung hatte den Vorteil, dass sie mir geholfen hat, mich im Studium zu strukturieren.

 

Ich arbeite jetzt:

Seit 2012 lehr(t)e ich in verschiedenen inner- und außerhochschulischen Settings Studierende, angehende Pflegedienstleitungen, Grundschüler*innen und Dozierende. Seit März 2020 bin ich Verwalterin der Professur für Methoden und Konzepte Sozialer Arbeit in der Gesundheitsförderung, am Gesundheitscampus Göttingen. Ziel und Zweck des Gesundheitscampus ist es, die Qualifikation in den Gesundheitsberufen neu zu denken.
Besonders wichtig ist mir die Vermittlung einer Machtsensibilität bei Personen, die sich später in Machtpositionen gegenüber anderen befinden, wie zum Beispiel Sozialarbeitsstudierende, Dozierende oder Pflegedienstleitungen.

 

Meine Aufgaben dort sind:

Als Verwalterin der Professur für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen habe ich neben dem Lehrdeputat die Aufgabe, in der Reakkreditierungsphase des Studiengangs Soziale Arbeit im Gesundheitswesen zu unterstützen. Zudem helfe ich, das Mantelcurriculum (welches die interdisziplinären Studiengänge deckeln soll) mit weiterzuentwickeln.

 

Auf das freue ich mich in meiner neuen Tätigkeit am Gesundheitscampus:

Gelebte Interdisziplinarität ist eine wichtige und noch zu wenig geförderte Fähigkeit, die am Gesundheitscampus Göttingen gelebt und umgesetzt wird, weshalb ich mich hier sehr wohl fühle.

 

Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

Ich habe es im Studium geliebt, Neues zu lernen.
Das ist auch heute noch so. Wenn ich z.B. ein neues Thema bekomme, dass ich unterrichten darf, macht es mir viel Spaß mich in das Thema einzuarbeiten und es am Ende so aufzubereiten, dass es Studierenden didaktisch gut und motivierend vermittelt werden kann.

Mit Vechta verbinde ich:

Eine Chance, die ich nutzen konnte. Ein Beispiel ist meine Doktormutter, die ich als Hilfskraft im Institut für Pädagogische Psychologie kennenlernen durfte und die genug an mich glaubte, um mich, eine Sozialarbeiterin, im Fach Psychologie promovieren zu lassen. Wegen ihr bin ich heute interdisziplinär orientiert. Ich bin dafür sehr dankbar.

 

Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

Meinen ehemaligen Kommiliton*innen.

 

Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:

Ein Notizbuch mit lustigen Aussprüchen von Dozierenden und Kommiliton*innen (Liebe Dozierende, Studierende merken sich, was ihr sagt.)

 

Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende:

Es ist sehr hilfreich, um das Studium zu schaffen, wenn man sich des Ziels bewusst ist, das man damit erreichen will. Bei mir stand früh fest, dass ich im sozialen Bereich lehren und forschen will. Bei Lehrveranstaltungen, die mir weniger lagen, habe ich mir dieses Ziel bewusstgemacht und das hat mich motiviert.

 

Mein Tipp für die, die Karriere in der Wissenschaft machen wollen:

Formal reicht der abgeschlossene Master, um als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule beschäftigt zu sein und zu promovieren. Essenziell sind aber diese Schritte:

  1. Start: Man muss sich darüber bewusst sein, wo man steht (z.B. könnte man gerade Studierende*r im Bachelor mit genug Motivation und Wille, weiter zu studieren).

  2. Ziel: Dann muss man sich klarmachen, wo man hin will (z.B. will man wirklich gerne forschen oder anderen Informationen oder Haltung durch Unterricht vermitteln). Hier ist besonders wichtig, dass man sich realistische Ziele setzt und es nicht nur „gerne möchte“, sondern „wirklich will“.

  3. Weg: Schlussendlich schaut man, wie man dort hinkommen kann (z.B. fragt man sich, welche Ressourcen man selbst hat oder wo man sich Unterstützung einholen kann). Und man bleibt dran…

 

 

Letzte Aenderung: 18.05.2020 · Seite drucken