Jan-Bernd Müller hat von 2007 bis 2014 Gerontologie studiert. Müller, der gebürtig aus Börger im Emsland stammt, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Länderzentrum für Niederdeutsch und setzt sich stark für seine Muttersprache Plattdeutsch ein. Wir stellen ihn vor:

 

Ich arbeite jetzt:

Seit Oktober 2019 bin ich Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Länderzentrum für Niederdeutsch (LzN) in Bremen. Vier Länder haben das Länderzentrum gegründet und sind an dieser gGmbH beteiligt. Das sind Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Das LzN dient dem länderübergreifenden Schutz, Erhalt und der Weiterentwicklung des Niederdeutschen. Es hat zur Aufgabe, das Wissen über das Niederdeutsche in die verschiedensten Bereiche zu vermitteln. Dafür berät, vernetzt und unterstützt das LzN Beiräte, Verbände, Vereine und Personen bei der Initiierung und Verwirklichung von Projekten. Die Aufgabenfelder der in diesem Bereich tätigen Gremien umfassen Bildung, Kirche, Pflege und Kultur. Das LzN sieht einen weiteren Schwerpunkt in der Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements. So trägt das Länderzentrum zur Verbreitung von Informationen auf dem Gebiet der niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft in Kooperation mit den wissenschaftlichen Kompetenzträgern bei und regt auch hier einen Austausch an.

 

Meine Aufgaben dort sind:

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter betreue ich vorrangig den Projektbereich „Platt in der Pflege“. Kernstück dieses Projekts ist die Zertifizierung plattdeutscher Pflegeeinrichtungen mit dem „PlattHart“ (Platt-Herz).
Darüber hinaus beinhaltet mein Aufgabenbereich die Unterstützung der Geschäftsführung in allen Belangen zur Förderung der niederdeutschen Sprache, die Kooperation und Vernetzung mit Trägern und Personen niederdeutscher Kulturarbeit, Vermitteln der niederdeutschen Sprache und Kultur, die fachliche Unterstützung bei der Beratung der niederdeutschen Szene in Norddeutschland, Öffentlichkeits- und Informationsarbeit sowie die Mitarbeit bei der Entwicklung zeitgemäßer niederdeutscher Konzepte, Projekten und Veranstaltungen. Zudem bin ich in der digitalen Lehre (Online-Seminare) tätig, indem ich etwa plattdeutschen Pflegeeinrichtungen Plattdeutschkurse gebe.

 

Darum setze ich mich für die Niederdeutsche Sprache ein:

Plattdeutsch ist meine Muttersprache. Im Grunde bin ich bilingual aufgewachsen. Im Länderzentrum habe ich die Möglichkeit mein Studium der Gerontologie in Vechta und meine laufende Promotion in der Pflegewissenschaft mit meiner Muttersprache zu verknüpfen. In Norddeutschland gibt es sehr viele Pflegeeinrichtung mit älteren Muttersprachlern bzw. „Plattexperten“. Diesem Bedarf gerecht zu werden, sehe ich als Herzensangelegenheit an. Beruf und Berufung gewissermaßen.

 

Wenn ich an mein Studium zurückdenke, denke ich gerne an:

Die Zeiten in der Caféte im R-Gebäude, mein eigentliches Wohnzimmer und der Lernort schlechthin. Und das hervorragende Essen in der Mensa. Eigentlich alles. Merci, Vechta!

 

Mit Vechta verbinde ich:

Meine Studienzeit und mein zwischenzeitlicher Lebensmittelpunkt – insbesondere das familiär gehaltene Umfeld hat es mir angetan.

 

Auf dem Stoppelmarkt würde ich gerne mal ein Bier trinken mit:

Wilke Zierden und Udo Tesch. Außerdem mit alten Kommiliton*innen und Freund*innen.

 

Aus meiner Studienzeit habe ich diesen Gegenstand aufgehoben:

Ich habe mal einen Tagebuchauszug eines alten Freundes und Kommilitonen geschenkt bekommen. Darin enthalten sind einprägsam beschriebene, klassische „Vechta-Momente“ in der Caféte und auf Uni-Feten. Den bewahre ich noch lange auf.

 

Mein Tipp für Studieninteressierte und Studierende:

Ich weiß nicht, ob es mir zusteht, Tipps zu geben. Aber zwischen der Sprache im späteren Berufsleben und dem Studium selbst können unter Umständen Welten liegen, deshalb nie die Bodenhaftung verlieren. Mensch bleiben. Munter bleiben!

Letzte Aenderung: 19.06.2020 · Seite drucken