Zwischen Seelsorge und Politik Katholische Bischöfe in der NS-Zeit

Maria Anna Zumholz/Michael Hirschfeld (Hrsg.): Zwischen Seelsorge und Politik. Katholische Bischöfe in der NS-Zeit. Münster: Aschendorff 2018.

XII und 817 Seiten, 80 Abbildungen, 22 Karten, 29,80 Euro, ISBN 978-3-402-13228-9

Die Verhaltensweisen der katholischen Bischöfe angesichts der nationalsozialistischen Herausforderungen werden bis heute in Wissenschaft und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Weniger die Seelsorge und der „Weltanschauungskampf“ als vielmehr das vorgebliche oder tatsächliche „Schweigen“ angesichts von Krieg und Judenmord in Verbindung mit dem Vorwurf des „Milieuegoismus“ dominieren vielfach die Diskussionen. Eine solche segmentierte Sicht soll in diesem Sammelband mit Hilfe einer quellennahen Kontextualisierung bischöflicher Entscheidungskriterien und Entscheidungsprozesse im Spannungsfeld von Seelsorge und Kirchen-Politik, von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (Max Weber) ergänzt und überprüft werden.

26 Profan- und Kirchenhistoriker nehmen deutsche Bischöfe als unterschiedlich geprägte Persönlichkeiten mit ihren Stärken und Schwächen in den Blick, überprüfen ihr Selbstverständnis von ihren bischöflichen Aufgaben und ihre zeittypischen „Denkgrenzen“. Sie loten die durch die spezielle konfessionelle Struktur der Diözesen sowie die nationalsozialistische „Gegnerbekämpfung“ eingeschränkten Handlungsspielräume des Episkopats aus und beleuchten verschiedene Phasen der Auseinandersetzung einzelner Bischöfe wie auch der Fuldaer Plenarkonferenz mit dem NS-Regime.