Laufende Projekte

DU – Digitales Unterrichtscoaching im Bachelor Combined Studies mit Lehramtsoption

Leitung: Prof. Dr. Daniel Scholl
Kooperationspartner*innen: Zentrum für Lehrerbildung (ZfLB - Universität Vechta), Prof.in Dr. Martina Flath (Geographiedidaktik), Prof.in Dr. Petra Wolters, (Sportpädagogik), Prof. Dr. Björn Schwarz (Mathematikdidaktik), Michael Otten (Didaktik des Sachunterrichts), ELAN e.V.
Laufzeit: 2019-2021
Finanzierung: Qualität Plus – Programm für gute Lehre in Niedersachsen (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur)

Ziel des Projekts „DU – Digitales Unterrichtscoaching im Bachelor Combined Studies mit Lehramtsoption“ ist es, die Lehrer*innenbildung an der Universität Vechta weiterzuentwickeln, um den Erwerb der unterrichtlichen Planungskompetenz im Allgemeinen Schulpraktikum (ASP) noch besser fördern zu können. In Kooperation der Allgemeinen Didaktik mit den Fachdidaktiken Geographie, Mathematik, Sachunterricht und Sport – unterstützt durch das Zentrum für Lehrerbildung und den ELAN e.V. – wird ein digitales Planungstool konzipiert und umgesetzt, das das allgemeindidaktische sowie fachdidaktische Planungswissen aufgreift und die Studierenden bei ihrer ersten Unterrichtsplanung während des ASPs begleitet. Für dieses Tool werden abgestimmte allgemein- und fachdidaktische Informations-, Planungsaufgaben- und Dokumentationsbausteine entwickelt, die in einer adaptiven, responsiven und interaktiven Struktur die Komplexität der Unterrichtsplanung abbilden. Das Tool samt Planungsintervention wird auf Basis des theoretischen und empirischen (internationalen) Forschungsstandes zur Unterrichtsplanung und einem daraus abgeleiteten Planungskompetenzkonstrukt gestaltet, und seine Implementation sowie Wirksamkeit wird in jedem Schritt der Entwicklung evaluiert.

Digitales Labor Bildungs- und Unterrichtsforschung – EduScienceLab

Leitung: Prof. Dr. Daniel Scholl, Prof.in Dr. Karin Zimmer
Laufzeit: seit 2018 (Abschluss der Umbaumaßnahme und der Einrichtung Mitte 2019)
Finanzierung: Innovative Hochschulprojekte (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur)

Mit den Fördermitteln wird ein Bildungs- und Unterrichtsforschungslabor an der Universität Vechta aufgebaut, das aus einem vollständig digital ausgestatteten Versuchsraum mit angrenzendem Kontrollraum besteht. Zu dem breiten Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten gehört zum Beispiel die Durchführung von computerbasierten Experimenten oder die kameragestützte Sammlung quantitativer und qualitativer Daten in einem hochgradig kontrollierten Setting. Dabei kann das Labor sowohl für Forschungs- als auch für Lehrzwecke, etwa das Micro-Teaching, verwendet werden. Außerdem ist geplant, das EduScienceLab auf neuartige Weise mit dem Forschungsdatenmanagement (FDM) zu verknüpfen und es in die vom BMBF geförderte Digitalisierungsstrategie UniV-FDM – „Bottom-up-Managementmodell zur Etablierung eines institutionellen Forschungsdatenmanagements“ an der Universität Vechta einzubinden. Dadurch wird es möglich, den gesamten Datenzyklus, also die Erhebung, Dokumentation, Aufbereitung, Beschreibung, Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten, die im EduScienceLab gewonnen werden, von einem Ort aus zu kontrollieren. Insgesamt machen diese Nutzungsmöglichkeiten das EduScienceLab zu einem Shared Space Laboratory für Bildungs- und Unterrichtsforschende sowie für forschungsbasiert Lehrende und Lernende. Durch die Verbindung von Labor und FDM-Strukturen werden dabei neue Wege der technischen Dokumentation und des Wissenstransfers erschlossen.

 

 

Abgeschlossene Projekte

Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung (Fortsetzungsprojekt)

Leitung: Prof. Dr. Wilfried Plöger und Dr. Daniel Scholl
Laufzeit: 2014 bis 2017
Finanzierung: DFG (GZ: PL 272/3-1)

Dieses Forschungsprojekt basiert auf vorangegangenen Untersuchungen zur Analysekompetenz angehender und praktizierender Lehrpersonen. Unter Analysekompetenz wird dabei jene Fähigkeit verstanden, eigenen und fremden Unterricht unter dem Aspekt der Lernwirksamkeit angemessen erfassen und beurteilen zu können. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde ein Messinstrument entwickelt und an einer größeren Stichprobe (N = 800) getestet, wobei sich die Itemskala als raschhomogen erwies. Zudem zeigten die in konfirmatorischen Faktorenanalysen erzielten Fitwerte, dass Analysekompetenz durch die inhaltliche und formale Qualität des zugrundeliegenden Wissens geprägt ist und somit als ein zweidimensionales Konstrukt verstanden werden kann.

Auf diesen Ergebnissen aufbauend verfolgt dieses Fortsetzungsprojekt vor allem zwei Ziele. (1) In Ergänzung zu den Konfirmatorischen Faktorenanalysen werden zwei weitere Validierungsversuche durchgeführt, um zusätzliche Evidenz für die Validität des Konstrukts zu gewinnen. Der eine Versuch wird über ein quantitativ ausgerichtetes Viergruppendesign realisiert, der andere über eine qualitative Inhaltsanalyse von ExpertInnen- und NovizInneninterviews. (2) Die zweite Fragestellung zielt auf die Entwicklung der Analysekompetenz im Referendariat, die in Form einer Längsschnittstudie über drei Messzeitpunkte ermittelt und über Latent-Growth-Curve-Modelle abgebildet wird. Diese Studie gibt Aufschluss darüber, ob die in der ersten Untersuchung über ein Querschnittdesign festgestellten hohen Leistungen von ReferendarInnen im Vergleich zu Studierenden auf die Entwicklung in der zweiten Ausbildungsphase zurückgeführt werden können. Im Zusammenhang damit wird zudem der Frage nachgegangen, ob über den durchschnittlichen Trend hinaus ggf. auch Unterschiede in den individuellen Entwicklungsverläufen vorliegen und welche Größen darauf einen Einfluss haben.

Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung

Leitung: Prof. Dr. Wilfried Plöger und Dr. Daniel Scholl
Laufzeit: 2010 bis 2012
Finanzierung: DFG (GZ: PL 272/2-1)

LehrerInnen müssen in der Lage sein, ihren Unterricht professionell analysieren zu können. Denn die Analyse von Unterricht gibt ihnen Aufschluss über die Qualität ihrer Planung und die Effektivität des durchgeführten Unterrichts und stellt somit die Basis für eine nachhaltige Entwicklung von Professionalität dar. Ein professionelles Niveau kann sie aber nur dann erreichen, wenn sie an entsprechenden Kriterien orientiert ist und die Lehrperson gegenüber ihrer eigenen Unterrichtsarbeit eine quasi-experimentelle Haltung einnimmt.

Solche kriterienorientierten Analysen von Unterricht werden in der Regel erst im Laufe des Referendariats unter angeleiteter Betreuung von ExpertInnen (Seminar- und FachleiterInnen) eingeübt. Umso wichtiger erscheint es, die Kompetenz zur Analyse von Unterricht schon ab der ersten Phase der LehrerInnenbildung unter Berücksichtigung der institutionellen Bedingungen und Möglichkeiten zu fördern. Erfahrungen im Rahmen der täglichen Hochschullehre zeigen allerdings, dass es Studierenden sehr schwer fällt, Unterricht angemessen analysieren zu können.

Vor dem Hintergrund solcher Bedingungen ist das Ziel des Projektes „Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung“ zu sehen: Es fokussiert auf die Messung der Kompetenz, Unterricht analysieren zu können. Zu diesem Zweck werden vier Probandengruppen untersucht: Je 200 Studierende, ReferendarInnen, LehrerInnen, Seminar- und FachleiterInnen. Ihnen wird eine videografierte Unterrichtsstunde (Fach Physik) vorgeführt und ein (raschhomogener) Test mit 23 Items vorgelegt, deren Beantwortung die Analyse der Unterrichtsstunde darstellt. Aus den Ergebnissen dieser Studie werden Konsequenzen für die Entwicklung der Analysekompetenz über die verschiedenen Phasen der Lehrerbildung hinweg abgeleitet.

Letzte Aenderung: 07.12.2018 · Seite drucken