Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung (Fortsetzungsprojekt)

Leitung: Prof. Dr. Wilfried Plöger und Dr. Daniel Scholl
Laufzeit: 2014 bis 2017
Finanzierung: DFG (GZ: PL 272/3-1)

Dieses Forschungsprojekt basiert auf vorangegangenen Untersuchungen zur Analysekompetenz angehender und praktizierender Lehrpersonen. Unter Analysekompetenz wird dabei jene Fähigkeit verstanden, eigenen und fremden Unterricht unter dem Aspekt der Lernwirksamkeit angemessen erfassen und beurteilen zu können. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde ein Messinstrument entwickelt und an einer größeren Stichprobe (N = 800) getestet, wobei sich die Itemskala als raschhomogen erwies. Zudem zeigten die in konfirmatorischen Faktorenanalysen erzielten Fitwerte, dass Analysekompetenz durch die inhaltliche und formale Qualität des zugrundeliegenden Wissens geprägt ist und somit als ein zweidimensionales Konstrukt verstanden werden kann.

Auf diesen Ergebnissen aufbauend verfolgt dieses Fortsetzungsprojekt vor allem zwei Ziele. (1) In Ergänzung zu den Konfirmatorischen Faktorenanalysen werden zwei weitere Validierungsversuche durchgeführt, um zusätzliche Evidenz für die Validität des Konstrukts zu gewinnen. Der eine Versuch wird über ein quantitativ ausgerichtetes Viergruppendesign realisiert, der andere über eine qualitative Inhaltsanalyse von ExpertInnen- und NovizInneninterviews. (2) Die zweite Fragestellung zielt auf die Entwicklung der Analysekompetenz im Referendariat, die in Form einer Längsschnittstudie über drei Messzeitpunkte ermittelt und über Latent-Growth-Curve-Modelle abgebildet wird. Diese Studie gibt Aufschluss darüber, ob die in der ersten Untersuchung über ein Querschnittdesign festgestellten hohen Leistungen von ReferendarInnen im Vergleich zu Studierenden auf die Entwicklung in der zweiten Ausbildungsphase zurückgeführt werden können. Im Zusammenhang damit wird zudem der Frage nachgegangen, ob über den durchschnittlichen Trend hinaus ggf. auch Unterschiede in den individuellen Entwicklungsverläufen vorliegen und welche Größen darauf einen Einfluss haben.

 

 

Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung

Leitung: Prof. Dr. Wilfried Plöger und Dr. Daniel Scholl
Laufzeit: 2010 bis 2012
Finanzierung: DFG (GZ: PL 272/2-1)

LehrerInnen müssen in der Lage sein, ihren Unterricht professionell analysieren zu können. Denn die Analyse von Unterricht gibt ihnen Aufschluss über die Qualität ihrer Planung und die Effektivität des durchgeführten Unterrichts und stellt somit die Basis für eine nachhaltige Entwicklung von Professionalität dar. Ein professionelles Niveau kann sie aber nur dann erreichen, wenn sie an entsprechenden Kriterien orientiert ist und die Lehrperson gegenüber ihrer eigenen Unterrichtsarbeit eine quasi-experimentelle Haltung einnimmt.

Solche kriterienorientierten Analysen von Unterricht werden in der Regel erst im Laufe des Referendariats unter angeleiteter Betreuung von ExpertInnen (Seminar- und FachleiterInnen) eingeübt. Umso wichtiger erscheint es, die Kompetenz zur Analyse von Unterricht schon ab der ersten Phase der LehrerInnenbildung unter Berücksichtigung der institutionellen Bedingungen und Möglichkeiten zu fördern. Erfahrungen im Rahmen der täglichen Hochschullehre zeigen allerdings, dass es Studierenden sehr schwer fällt, Unterricht angemessen analysieren zu können.

Vor dem Hintergrund solcher Bedingungen ist das Ziel des Projektes „Analysekompetenz von Lehrpersonen – Diagnose und Entwicklung“ zu sehen: Es fokussiert auf die Messung der Kompetenz, Unterricht analysieren zu können. Zu diesem Zweck werden vier Probandengruppen untersucht: Je 200 Studierende, ReferendarInnen, LehrerInnen, Seminar- und FachleiterInnen. Ihnen wird eine videografierte Unterrichtsstunde (Fach Physik) vorgeführt und ein (raschhomogener) Test mit 23 Items vorgelegt, deren Beantwortung die Analyse der Unterrichtsstunde darstellt. Aus den Ergebnissen dieser Studie werden Konsequenzen für die Entwicklung der Analysekompetenz über die verschiedenen Phasen der Lehrerbildung hinweg abgeleitet.

Letzte Aenderung: 05.02.2018 · Seite drucken