Body positivity und was unsere Kleidung damit zu tun hat...

Körper sind sehr unterschiedlich: breite Schultern oder kurze Beine – selten passen Menschen überall in die gleiche Kleidungsgröße. Dennoch werden bestimmte Körper in ihrer Diversität als abweichend markiert, zum Beispiel weil sie als nicht ausreichend schlank oder sportlich gelten. Diese Körper angemessen oder gar attraktiv zu bekleiden, ist äußerst schwierig, fehlt es doch an entsprechenden Angeboten aus der Kleidungsindustrie, die sich vor allem am normschönen Körper orientiert und für diesen produziert.

Am Beispiel des Nähkollektivs "Curvy Sewing Collective" zeigt Julia Hahmann, wie sich selbst als dick, fett oder kurvig bezeichnende Personen über das Nähen der eigenen Kleidung einen spezifischen Umgang mit ihrem Körper etablieren: Nicht mehr der Körper ist unpassend, industriell hergestellte Kleidung ist es.

Selbst hergestellte Kleidung erlaubt dabei nicht nur die Auswahl von Schnitt und Farbe, sondern auch die Herstellung des attraktiven Subjekts, das sich als begehrenswert und sexy inszeniert und dafür Anerkennung von der Community erhält.

Über den Instagram-Account @kleidungsalltag kann man immer wieder an Mini-Umfragen teilnehmen, die sich dem alltäglichen Kleiden widmen.

Dr.in Julia Hahmann © Daniela Buchholz

Herzlichen Dank an Julia Hahmann für diesen Beitrag!

Opens external link in new windowDr.in Julia Hahmann arbeitet als Vertretungsprofessorin für Transkulturalität und Gender an der Universität Vechta zu alternativen Beziehungs- und Familienmodellen und zu Mode.

Letzte Aenderung: 07.07.2020 · Seite drucken