Diskriminierung in Deutschland - Ein Blick in den Jahresbericht 2019

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) unterstützt und berät Menschen, die Benachteiligungen erfahren haben. Sie arbeitet auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Seit dem Jahr 2006 schützt das AGG vor Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, der sexuellen Identität, des Geschlechts, des Alters oder einer Behinderung.

Kürzlich veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ihren Jahresbericht 2019: Demnach ist die Zahl der Beratungsanfragen zu Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft bzw. rassistischen Zuschreibungen 2019 um knapp zehn Prozent gestiegen. Sie machten 33 % aller Anfragen aus, 2016 waren es 25 %.

Neben der Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft ging es bei 29 Prozent aller Beschwerden um Benachteiligungen wegen des Geschlechts. Es folgen Diskriminierungen aufgrund einer Behinderung (26 %), des Lebensalters (12 %), der Religion (7 %), der sexuellen Identität (4 %) und der Weltanschauung (2 %).

Der größte Anteil der berichteten Diskriminierungen geschieht im Arbeitsleben: 36 % der Anfragen bezogen sich 2019 auf Benachteiligungen im Beruf oder bei der Jobsuche. Am zweithäufigsten (26 %) ging es um Diskriminierung bei Alltagsgeschäften, also bei der Wohnungssuche, beim Einkauf, in der Gastronomie oder bei Versicherungs- und Bankgeschäften. Es gibt zudem immer wieder auch Anfragen zu Lebensbereichen, in denen das AGG nicht greift - dazu zählt auch staatliches Handeln.

Näheres zum Jahresbericht und welche Forderungen an die Gesetzgebung die Antidiskriminierungsstelle daraus ableitet, ist hier nachzulesen.

Was genau ist Diskriminierung?

In diesem kurzen Opens external link in new windowErklärfilm werden das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die Arbeit der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle vorgestellt.

Diskriminierung oder Benachteiligung? Im AGG wird von Benachteiligung gesprochen, da nicht jede Ungleichbehandlung mit negativen Folgen auch eine Diskriminierung sein muss. Außerdem werden unmittelbare und mittelbare Benachteiligungen unterschieden:

  • Eine unmittelbare (direkte oder offene) Benachteiligung liegt dann vor, wenn eine Person weniger günstig behandelt wird als eine andere.

  • Bei mittelbaren (indirekten) Benachteiligungen handelt es sich dem Anschein nach um neutrale Regelungen, die bei genauerem Hinsehen jedoch Menschen aufgrund eines AGG-Merkmals schlechterstellen.


Ausführliche Informationen auf den FAQ-Seiten der ADS: Opens external link in new windowWas ist Diskriminierung?

Einen weiteren, Opens external link in new window3-minütigen Erklärfilm der Schweizer Sektion von Amnesty International zu Diskriminierung und Stereotypen könnt ihr Euch hier anschauen. Der Video-Clip wurde vom Programm Menschenrechtsbildung entwickelt und wird für Menschen ab 10 Jahren und den Einsatz im Unterricht empfohlen.

 

 

Letzte Aenderung: 07.07.2020 · Seite drucken