Auf der neuen Publikationsplattform der Bibliothek der Universität Vechta wurde die Habilitationschrift mit dem Titel "Abschätzung großräumiger Wirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen als Beitrag für ökologische Risikoanalysen" veröffentlicht (DOI: 10.23660/voado-5).

Die Arbeit beschäftigt sich mit möglichen Folgen eines Anbaus von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft (Grüne Gentechnik). Hierzu wurden mit Hilfe von Ausbreitungsmodellen, Geographischen Informationssystemen sowie geostatistischen Verfahren die möglichen Folgen eines großräumigen GVO-Anbaus in verschiedenen Anbaukonstellationen untersucht. Anhand der Analysen wurde überprüft, ob die gesetzlichen Regelungen zu Koexistenz von konventioneller bzw. öklogischer und GVO-Landwirtschaft in jedem Fall greifen.

In der Reihe "Scientific Reports" von Nature wurde der Artikel "Pollen-mediated gene flow and seed exchange in small-scale Zambian maize farming, implications for biosafety assessment" Opens external link in new windowveröffentlicht.

Der Beitrag behandelt die mögliche Ausbreitung von gentechnisch verändertem Mais auf den für Afrika typischen, kleinräumig parzellierten Subsistenzanbauflächen. Die durchgeführte Modellierung basiert auf realen Feldgeometrien, die mittels GPS-Koordinaten in Zambia im Rahmen eines Forschungsvorhabens zusammen mit sozialwissenschaftlichen Daten erhoben wurden. Der berechnete horizontale Gentransfer berücksichtigt sowohl Auskreuzungen per Pollenflug als auch die unkontrollierte Weitergabe von Saatgut unter den Farmern über den Tauschhandel. Ein Nebeneinander von gentechnikfreier und GVO-Landwirtschaft wird nach Auswertung der Ergebnisse unter solchen Anbauverhältnissen nur schwer zu realisieren sein.

Opens external link in new windowIn der Buchveröffentlichung WARNSIGNAL KLIMA: Gesundheitsrisiken / Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen ist der Beitrag "Klima und Pflanzenphänologie in Rückblick und Projektion" erschienen.

Der Beitrag behandelt am Beispiel von Klimadaten und pflanzenphänologischen Beobachtungen in Hessen, wie sich die Klimaerwärmung auf die Wachstumsphasen von wildlebenden und Kulturpflanzen in den letzten Jahrzehnten ausgewirkt hat und blickt anhand von Klimamodellen in die weitere Zukunft der pflanzenphänologischen Entwicklung.

Als eine Folge des Temperaturanstiegs kommt es zur Verschiebung der jahreszeitlichen Entwicklung von Pflanzen, insbesondere der Frühlingsphasen sowie zu einer Verlängerung der Vegetationsperiode. Entsprechende wirtschaftliche und ökologische Folgen sind damit verbunden.

Das im Springer-Verlag Opens external link in new windowerschienene Buch behandelt die Anforderungen der Risikoforschung an die Entwicklung und den Umgang mit synthetischen Lebensformen.

Der Beitrag erläutert, wie Erkenntnisse aus dem Einsatz von gentechnischen veränderten Organismen und den daraus resultierenden unerwünschten direkten und indirekten Wirkungen auf die Umwelt und für das sozio-ökonomische Gefüge auf diese neue wissenschaftlich-ethische Thematik übertragen werden können.

Die systematische Beschreibung der aufeinander aufbauenden Wirkungsebenen vom Molekül bis hin zur Landschaft ist hierbei grundlegend und sollte im Rahmen der Genehmigungs- und Zuassungsverfahren verbindlich vorgeschrieben werden.

Die Untersuchungen beschreiben die Veränderungen der Pflanzenphänologie in Deutschland seit den 1960er Jahren.

Raumzeitliche Trends der Pflanzenentwicklung wurden mit Hilfe geostatistischer Verfahren (Regression Kriging) abgeleitet und kartographisch aufbereitet.

Im Vergleich zur letzten Klimanormalperiode (1961-1990) sind in den letzten beiden Jahrzehnten deutliche Verschiebungen des Phasenbeginns von bis zu zwei Wochen zu verzeichnen. Bis in das Jahr 2080 ist mit weiteren Verfrühungen von bis zu einem Monat zu rechnen. Gleichzeitig wird sich auch die Vegetationsperiode um bis zu drei Wochen verlängern.

Die Erkenntnisse haben u.a. Bedeutung für die Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen, um ökologische, landwirtschaftliche und ökonomische Schäden durch den Klimawandel zu mildern.

Mit der Antrittsvorlesung wurde das Habilitationsverfahren an der Universität Vechta erfolgreich abgeschlossen.

Die Habilitationsschrift mit dem Titel „Abschätzung großräumiger Wirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen als Beitrag für ökologische Risikoanalysen“ befasst sich mit dem Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft - z.B. um die Pflanzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln oder Fraßschädlingen unempfindlich zu machen.

Im Fokus der Arbeit stand hierbei ein bislang eher vernachlässigter Aspekt des Anbaus von GVO: Wie wirken sich unterschiedlich strukturierte regionale Anbausituationen auf die die Ausbreitung von GVO in der Agrarlandschaft aus und welche unerwünschten Effekte im Sinne einer landwirtschaftlichen Koexistenz, der Wahlfreiheit des Konsumenten sowie einer Beeinträchtigung des Naturhaushalts können daraus resultieren?

Die Ergebnisse zur Modellierung der potenziellen Ausbreitung der Malaria in Deutschland wurden in Buchform in der Serie "Springer Briefs" im Springer-Verlag veröffentlicht.

Das Buch mit dem Titel "Modelling Potential Malaria Spread in Germany by Use of Climate Change Projections" beschreibt anhand von zwei Fallstudien die Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf die Verbreitung des Malaria-Pathogens Plasmodium vivax, das von der Stechmückenart Anopheles atroparvus übertragen wird und beim Menschen zum Ausbruch der Malaria tertiana / Malaria vivax ("Sumpffieber") führt.

Opens external link in new windowDie Ergebnisse der vom 14. bis 15. Juni 2012 von der Landschaftsökologie gemeinsam mit der Uni Bremen und weiteren Partnern organisierten dritten internationalen Tagung über Großräumige Wirkungen des Anbaus von GVO (GMLS III) sind in einem 159-seitigen Tagungsband beim Peter Lang-Verlag erschienen.

Insgesamt 29 wissenschaftliche Beiträge beschäftigen sich mit den langfristigen Folgen eines großräumigen Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen. Das Spektrum der Beiträge reicht von Studien zur Ausbreitung von GVO in der Landschaft, über Koexistenzprobleme in der Landwirtschaft, mögliche Effekte für Nicht-Zielorganismen bis hin zu Implikationen für die Regulation und Empfehlungen für weitere Forschungen

Letzte Aenderung: 16.01.2020 · Seite drucken