Promovieren − wichtige Fragen vorweg

Die "Promotion" ist die (wissenschaftliche) Qualifikationsstufe, mit der die wissenschaftliche Ausbildung als abgeschlossen gilt. Sie berechtigt dazu, selbständige Forschung zu betreiben. Das bedeutet, dass man nach der Promotion eigenverantwortlich wissenschaftliche Projekte beantragen und leiten darf.

Als "promovieren" bezeichnet man den gesamten Prozess von der Zulassung zur Promotion bis zur Übergabe der Promotionsurkunde nach der Veröffentlichung der Dissertationsschrift, die das Führen des Doktorgrades erlaubt. Im engeren Sinne versteht man unter promovieren aber vor allem das Schreiben der sog. Doktorarbeit, also der Dissertation. Diese macht den größten Teil der Promotion aus und dauert in der Regel mindestens drei (und häufig auch mehr) Jahre. Mit der Dissertation sollen die Promovierenden nachweisen, dass sie zu selbständiger vertiefter wissenschaftlicher Arbeit fähig sind.

Die wichtigsten Meilensteine bei der Promotion sind:

  • Finden eine/s Betreuers/in und Festlegen des Themas
  • Zulassung zur Promotion
  • Durchführen der eigenen Forschung und Verfassen der Dissertation
  • Abgabe der Dissertation
  • Begutachtung der Dissertation
  • Disputation (mündliche Prüfung)
  • Veröffentlichen der Dissertation
  • Erhalt der Promotionsurkunde, die zum Führen des Doktorgrades berechtigt

Die Frage, warum Sie überhaupt promovieren möchten, ist sicherlich die bedeutsamste und grundlegendste, die Sie sich stellen sollten. Sie werden mehrere Jahre mit Ihrer Doktorarbeit beschäftigt sein und werden in der Zeit auch einige Motivationstiefs erleben. Daher ist es wichtig, sich möglichst bereits im Vorhinein gut zu überlegen, welchen Mehrwert die Promotion für das eigene Leben bedeutet.

Man kann z. B. promovieren wollen, weil man ein Thema hat, das man gerne tiefergehend bearbeiten will, weil man bereits im Studium bzw. in der Masterarbeit festgestellt hat, dass einen das wissenschaftliche Arbeiten reizt, weil man hofft, dadurch später mehr Geld zu verdienen (was nicht immer der Fall sein wird) oder weil man einfach später den Doktorgrad führen will. Die Gründe, warum man promoviert, können also sehr vielfältig sein und werden sich häufig auch im Lauf der Zeit ändern und Ihren jeweiligen Lebenszielen und -bedingungen anpassen. Auf jeden Fall sind sie immer sehr individuell und von Person zu Person unterschiedlich. Daher gibt es auch keine richtigen oder falschen Gründe, sondern einfach nur solche, die mehr oder weniger gut dazu geeignet sind, Sie bis zum Ende der Arbeit zu motivieren und die Ihnen ermöglichen, über Jahre auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

Es gibt allerdings einen Grund, bei dem ein wenig mehr Vorsicht angezeigt ist: Wenn Sie nur promovieren möchten, weil Sie nicht wissen, was Sie sonst machen sollen, sollten Sie noch einmal ein wenig genauer nachdenken. Die Promotion ist keine "Parkstation"! Mit dem Doktorgrad streben Sie den höchsten Bildungsabschluss an, den Sie hierzulande erreichen können. Da fällt Ihnen doch mit Sicherheit ein besserer Grund ein, oder nicht?

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Promotion sind die Finanzen und die Frage: "Wie bezahle ich eigentlich meine Promotion?" Grundsätzlich sind Sie selber dafür zuständig, sich um die Finanzierung Ihrer Doktorarbeit zu kümmern. Die Betreuungszusage eines Professors oder einer Professorin bedeutet nicht automatisch, dass Sie auch eine Stelle bekommen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Promotionsphase zu finanzieren, Näheres finden Sie dazu hier. Grundsätzlich sollten Sie sich aber darauf einstellen, dass Sie über mehrere Jahre sehr viel arbeiten und wenig Geld verdienen werden. Nicht selten muss man sich immer wieder neu um eine Finanzierung kümmern, z. B. wenn die Stelle oder das Stipendium ausläuft, man aber noch lange nicht mit der Arbeit fertig ist. Auch der Weg zum Arbeitsamt oder zu Hartz IV ist zwischendurch durchaus möglich.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Promotion ist, eine Betreuungsperson zu finden. Für eine Promotion in Vechta ist dies in der Regel ein/e Professor/in oder Privatdozent/in der Universität Vechta der oder die dann Ihr "Doktorvater" bzw. Ihre "Doktormutter" wird.

Häufig suchen sich Promovierende als Ihre Betreuung einen Professor oder eine Professorin aus, die sie bereits aus dem Studium kennen und bei dem/der sie schon einmal eine Hausarbeit oder auch ihre Abschlussarbeit geschrieben haben. Dies hat den Vorteil, dass man sich und die Arbeitsweise der anderen Person bereits kennt. Aber es ist auch möglich, eine Betreuung z. B. an einer anderen Universität zu finden. (Dann promovieren Sie allerdings i. d. R. auch an dieser Universität und ggf. nicht mehr in Vechta.) Dazu sollten Sie zunächst einmal wissen, über welches Thema Sie arbeiten möchten und sich dann sehr sorgfältig darüber informieren, welche Person an welcher Universität für die Betreuung Ihres Themas in Frage kommen könnte. Sie können beispielsweise eine/n Ihrer Professor/innen oder Dozent/innen fragen, ob er/sie jemanden kennt, der in der Richtung, die Sie interessiert, arbeitet. Oder Sie nutzen eine Online-Suchmaschine, um Institute zu finden, die für Sie geeignet sind. Solche Suchmaschinen sind z. B. folgende:

Opens external link in new windowhttp://www.hochschulkompass.de/

Opens external link in new windowhttps://www.daad.de/deutschland/promotion/phd/de/13306-phdgermany-datenbank/

Opens external link in new windowhttp://www.research-explorer.de/research_explorer.en.html

Dann sollten Sie sich z. B. über die Website der jeweiligen Person über ihre Forschungsschwerpunkte und -interessen informieren. Dies gibt Ihnen Aufschluss darüber, ob Ihre und die Interessen Ihrer potenziellen Betreuung zusammenpassen. Weiterhin kann es auch nicht schaden, Bücher oder Artikel dieser Person zu sichten; selbst wenn es mit der Betreuung ggf. nicht klappt, können Sie dadurch wichtige Ideen für Ihr eigenes Projekt erhalten. Und schließlich müssen Sie dann die Person(en), die Sie sich ausgesucht haben, ansprechen oder anschreiben und ihnen darlegen, wer Sie sind, was Sie vorhaben und warum Sie möchten, dass diese Professorin oder dieser Professor Sie betreut.

Es ist sicherlich sinnvoll, diese erste Ansprache möglichst kurz und knapp zu halten, denken Sie daran, dass Professor/innen meist sehr viel zu tun und wenig Zeit haben! Daher sollten Sie auch nicht enttäuscht sein, wenn Sie eine Ablehnung (oder ggf. auch gar keine Antwort) erhalten, dies kann viele Gründe haben und muss nicht unbedingt an Ihnen oder Ihrem Projekt liegen. Sollten Sie aber das Interesse Ihrer möglichen Betreuungsperson geweckt haben, ist es ratsam, weiterführende Informationen zu Ihrem Promotionsprojekt "in der Hinterhand" zu haben, z. B. in Form eines Exposés.

Dieser erste Meilenstein − eine Betreuung finden − sollte wohl überlegt sein und Sie sollten sich auf jeden Fall die Zeit für ein oder sogar mehrere persönliche Gespräche mit Ihrer potentiellen Betreuungsperson nehmen. Es kann sicherlich auch nicht schaden − falls Sie die Möglichkeit haben − mit verschiedenen möglichen Betreuer/innen zu sprechen, da neben allem fachlichen und inhaltlichen Interesse auch immer der persönliche "Draht", den man zu seiner Betreuung hat, eine große Rolle spielt. Bedenken Sie, dass die Betreuungsbeziehung im Rahmen einer Promotion über mehrere Jahre Bestand haben soll und Sie mit Ihrer Betreuungsperson unter Umständen auch über sehr persönliche Themen sprechen werden, die nicht nur Ihr direktes Promotionsthema umfassen, sondern ggf. auch Ihre weitere Karriere- und sogar Lebensplanung betreffen können. Wichtige Eckpunkte und Elemente dieser Beziehung können Sie auch im Rahmen der Initiates file downloadBetreuungsvereinbarung definieren.

Weitere interessante Fragestellungen zum Thema "Betreuung finden" greift z.B. Opens external link in new windowdieser Artikel von academics.de auf.

Letzte Aenderung: 05.05.2017 · Seite drucken