Zentrale Kennzeichen des Regionalen Lernens 21+

Regionales Lernen 21+ ist ein Bildungskonzept, welches auf der Basis des Regionalen Lernens nach Salzmann, Mayer, Baeumer (1995) und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (Harenberg und de Haan 1999) erarbeitet wurde. Das Konzept zielt darauf, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen regionale Identität und Gestaltungskompetenz zu fördern.

Das diesen Konstrukten zu Grunde liegende Begriffsverständnis wird durch das Modell der Komponenten von regionaler Identität und Gestaltungskompetenz verdeutlicht (siehe Abbildung). Die Komponenten erfahren über die Zuordnung zur kognitiven, affektiven und aktionalen Ebene eine systematische Verknüpfung. Die sich darin widerspiegelnde analytische Definition des Begriffs Gestaltungskompetenz orientiert sich an dem entsprechenden Kompetenzmodell nach de Haan (1999).

Im Hinblick auf die Verwendung des Terminus regionale Identität ist anzumerken, dass er in der Geographie sowie Geographiedidaktik bereits eine kontroverse Diskussion erfahren hat. Hier wird er im Sinne des von Weichhart (1990) geprägten Begriffs der raumbezogenen Identität interpretiert. Damit bezieht er sich auf eine der grundsätzlichen sozial-psychologischen Identitätsauffassungen, nämlich die der personalen Identität bzw. Ich-Identität.

Regionale Identität ist als Bestandteil der personalen Identität aufzufassen; sie bezieht sich auf den Einfluss räumlich-physikalischer Gegebenheiten auf die Identitätsentwicklung und somit auf Kenntnisse, Überzeugungen, Denkweisen, Werte, Normen, Verhaltensweisen und Handlungen, die dem Einzelnen Orientierung im sozialen, ethischen und physischen Raum ermöglichen (vgl. Erikson 1989; Krappmann 1975, Straub 1998, S. 73ff.).

 

 

 

 

Erikson, E.H. (1989): Identität und Lebenszyklus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Harenberg, D.; de Haan, G. (1999): Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Gutachten zum Programm von Gerhard de Haan und Dorothee Harenberg, FU Berlin. In: Bund-Länder-Kommission (Hrsg.): Materialien zur Bildungsplanung und Forschungsförderung, H. 72. Bonn.

Krappmann, L. (1975): Soziologische Dimension der Identität. Strukturelle Bedingungen für die Teilnahme an Interaktionsprozessen. Stuttgart: Klett.

Salzmann, Ch.; Bäumer, H.; Meyer, C. (Hrsg.) (1995): Theorie und Praxis des Regionalen Lernens. Umweltpädagogische Impulse für außerschulisches Lernen - Das Beispiel des Regionalen Umweltbildungszentrums Lernstandort Noller Schlucht. Frankfurt a.M.: Peter Lang Verlag.

Schockemöhle, J. (2009): Außerschulisches regionales Lernen als Bildungsstrategie für eine nachhaltige Entwicklung. Weingarten: Selbstverlag Hochschulverband für Geographie und ihre Didaktik e.V.

Straub, J. (1998): Personale und kollektive Identität. Zur Analyse eines theoretischen Begriffs. In: Assmann, A.; Friese, H. (Hrsg.): Identitäten. Erinnerung, Geschichte, Identität 3. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 73-104.

Weichhart, P. (1990): Raumbezogene Identität. Bausteine zu einer Theorie räumlich-sozialer Kognition und Identifikation. Stuttgart: Steiner.

 


Letzte Aenderung: 27.03.2018 · Seite drucken