Lernstandorte Bioökonomie - Konzeption, Aufbau und Entwicklung in der Region Weser-Ems

Leitung: Martina Flath, Gabriele Diersen
Bearbeitung: Helmut Wüstner

Die Region Weser-Ems hat einen Schwerpunkt der Regionalentwicklung in der Bioökonomie gelegt und über den „Masterplan Bioökonomie 2020“ konkrete Ziele und Maßnahmen für die weitere Entwicklung festgelegt. Der mangelnde Wissenstransfer in die Gesellschaft und die in Teilen fehlende Akzeptanz wird als ein entscheidender Hemmfaktor für die weitere Entwicklung gesehen.
Dieses Projektvorhaben ist als Informations- und Bildungsprojekt aktiv geworden, um transparente Informationen in die institutionelle Bildung zu geben und die Zielgruppe für eine aktive Mitgestaltung der Bioökonomie zu gewinnen. Dazu finden
Betriebserkundungen statt, die von zahlreichen selbstständigen und handlungsorientierten Aktivitäten geprägt sind. Verschiedene regionale Unternehmen, die schon heute in Ansätzen Ideen und Technologien aus dem Bereich der Bioökonomie einsetzen, engagieren sich dabei mit viel persönlichem Einsatz, um ihren Betrieb als anregenden Lernort
zu gestalten. Hauptzielgruppe sind die Klassenstufen 9-13 allgemeinbildender Schulen. Das Fach „Arbeit und Wirtschaft“ sowie die schulische Berufsorientierung sind die Hauptanknüpfungspunkte für
die Zusammenarbeit mit den Schulen. In dem Pilotprojekt erfolgte zunächst der Aufbau eines „Netzwerks Bioökonomie“ mit einer Basis von fünf Lernorten sowie einem Lernstandort für Bioökonomie in Werlte.
 Kooperationspartner: Kompetenzzentrum 3N, Informations- und Bildungsprojekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ in Niedersachsen und Bremen, Landesinitiative Ernährungswirtschaft LI-Food.

Laufzeit: 2017 - 2020

Finanzierung: Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU)

Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft – Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen

Leitung: Martina Flath, Gabriele Diersen
Bearbeitung: Annemarie Castillo Mispireta

Während  Bildungs- und Informationsarbeit für Erwachsene im Bereich Fischwirtschaft vor allem in den Nationalparkhäusern, den Museen oder über touristische Angebote stattfindet, gibt es in der Region Niedersächsische Nordseeküste bisher nur wenige Beispiele der Zusammenarbeit mit Schulen. Die Region Niedersächsische Nordseeküste möchte daher Kinder, Jugendliche und Erwachsene zukünftig stärker über die Fischwirtschaft informieren und ein stimmiges, vernetztes Bildungsangebot vor Ort schaffen. Hier setzt dieses Projektvorhaben an.

Das Ziel ist, drei Orte der Begegnung und Bildung zum Themenfeld Fischereiwirtschaft auszuwählen und sie zu Lernorten auszubauen. Diese können z.B. ein Fischkutter, ein Fischereihafen oder Unternehmen der Fischwirtschaft sein. Im Rahmen der Pilotstudie werden die Potentiale für schulische und außerschulische Lernprozesse in der Fischereiwirtschaft untersucht und Lehr-Lernmaterialien (Klassenstufen 5 – 10) für die ausgewählten Lernorte entwickelt und getestet. Die Ergebnisse können für den Aufbau weiterer Lernorte in der Region genutzt und übertragen werden. Während der Projektlaufzeit entstehen so zudem Strukturen und Netzwerke, welche die Bildungsarbeit zur Fischwirtschaft langfristig in diesem Raum stärken.

Kooperationspartner: Lokale Fischereiaktionsgruppe Niedersächsische Nordseeküste FLAG, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Referat für Fischerei und Fischwirtschaft, Nationalparkhaus Greetsiel, Museum Windstärke 10 in Cuxhaven, Ländliche Erwachsenenbildung Regionalbüro Weser-Ems

Laufzeit: 2017 – 2019

Finanzierung: Europäischer Meeres- und Fischereifonds, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Lernen auf dem Bauernhof (RUBA e.V./AGRELA e.V.) - Wissenschaftliche Begleitung

Leitung/Bearbeitung: Martina Flath, Gabriele Diersen, Esther Barth

Die Agrarwirtschaft prägt die Region Oldenburger Münsterland wie kein anderer Wirtschaftszweig und ist wesentlich am wirtschaftlichen Erfolg dieser Region beteiligt. Sie hat große Bedeutung für die kulturelle und strukturelle Entwicklung. Durch den Strukturwandel sind die landwirtschaftlichen Betriebe und die bewirtschafteten Flächen nicht mehr direktes Lebensumfeld, in dem gespielt oder mitgearbeitet werden kann. Dadurch geht das Wissen über Produktionsweisen und Zusammenhänge in der Land- und Ernährungswirtschaft zunehmend zurück. Es fehlt der persönliche Bezug zu den vor Ort Wirtschaftenden und ihren Produkten. Diesem Phänomen wollen die Fördervereine Regionale Umweltbildung - Agrarwirtschaft e.V. (RUBA e.V.) und Arbeitsgemeinschaft regionales Lernen Agrarwirtschaft (AGRELA e.V.) entgegenwirken und persönliche Erfahrungen mit der Landwirtschaft ermöglichen. Eingebunden in ein etabliertes, niedersächsisches Netzwerk („Transparenz schaffen“ www.transparenz-schaffen.de) außerschulischer Lernorte öffnen die Vereine Bauernhöfe für Besucher und machen damit Produktionsabläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge erlebbar.

Die regionalen Bildungsträger bieten schulische und außerschulische Lehr- und Lernvorhaben mit agrarwirtschaftlichen Inhalten an, die Kindern und Jugendlichen das Erleben und Erfahren der für die Region typischen Agrarwirtschaft ermöglichen und das Handeln zum Schutz der Umwelt fördern. Die Universität Vechta begleitet, unterstützt und evaluiert diese Arbeit. Es werden Unterrichtsmaterialien für Hoferkundungen entwickelt, Lehrerfortbildungen veranstaltet, Qualitätskriterien erarbeitet und hier gewonnene Ansätze des außerschulischen Lernens in die Lehrerausbildung integriert. Hierdurch wird ein intensiver Transfer von Forschung und Praxis erreicht.

Laufzeit: fortlaufend

Finanzierung: RUBA e.V., AGRELA e.V.

Außerschulisches Lernen in der regionalen Wirtschaft "Expedition Berufswelt"

Leitung: Gabriele Diersen
Bearbeitung: Christian Tiller

Unternehmen der regionalen Wirtschaft können zu Lernorten werden, an denen aus fachspezifischer Perspektive oder fächerübergreifend Themenstellungen wie Produktion, Arbeitsleben, Technik, Betriebswirtschaft, Unternehmensphilosophie, Wirt-schaftsbeziehungen und vieles mehr für Schülerinnen und Schüler hautnah erlebbar und erfahrbar werden. Wie unsere Forschungsergebnisse aus dem Themenfeld „Land- und Ernährungswirtschaft“ zeigen, sind dafür projekt- und handlungsorientierte Bildungsmaßnahmen zu entwickeln, die die Schüler zu aktivem, selbsttätigen Handeln auffordern. In Kooperation mit allgemein bildenden Schulen, Unternehmen und Berufsverbänden werden Module und Unterrichtseinheiten für das ökonomische Lernen im Rahmen der schulischen Berufsorientierung konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Hervorzuheben sind hierbei die Kooperationen mit der Ludgerus-Schule  und der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Die Eingliederung des Lernmoduls zum außerschulischen regionalen Lernen in den Ganztagsunterricht, im Unterrichtsfach „Arbeit und Wirtschaft“ wird seit mehr als 10 Jahren realisiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten darüber hinaus Angebote, ihre Berufsorientierung außerhalb der Schulzeit zu vertiefen.

Laufzeit: seit 2007

Finanzierung: Förderstiftung „Zukunft durch Bildung“

Regionale Bildungslandschaften - Netzwerkentwicklung für regionales, außerschulisches Lernen und Umweltbildung

Leitung/Bearbeitung: Martina Flath, Gabriele Diersen

Der Deutsche Städtetag erklärte 2007 in seiner „Aachener Erklärung“ Bildungslandschaft zu seinem Leitbild. Im Zeitraum 2009 – 2014 wurde im bundesweiten Programm „Lernen vor Ort“ der Aufbau von Bildungslandschaften über Modellvorhaben gefördert. Gelingensbedingungen sind u.a. überzeugende Kernideen für die Bildung vor Ort, erfolgreiche Reformelemente und eine gute regionale Vernetzung. Für die langfristige Implementierung regionaler außerschulischer Bildungsmaßnahmen sind Netzwerke zwischen Bildungseinrichtungen und außerschulischen Partnern notwendig. Das Projekt untersucht die Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven von Regionalen Bildungslandschaften im ländlichen Raum.

Laufzeit: fortlaufend

Finanzierung: Eigenmittel

Letzte Aenderung: 18.05.2020 · Seite drucken