Zukunftsdialog 2020

Leitung: Martina Flath
Bearbeitung: Anna Schaffrath

Das Projekt „Zukunftsdialog2020“ bringt Schulen und Unternehmen im Nordwesten Niedersachsens in einen Dialog über die Zukunftsfragen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Das Projekt zielt darauf ab, dass sich bei Schüler*innen und Unternehmensvertreter*innen, die sich in Kooperationsprojekten begegnen, ein fundiertes Nachhaltigkeitsbewusstsein entwickelt und Verbraucherverhalten sowie unternehmerisches Handeln - unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsfragen - stärker an umwelt- und sozialrelevanten Nachhaltigkeitsfragen ausgerichtet wird. Zukunftsdialog2020 baut auf die Erfahrungsgrundlage des Projektes „KURS-Zukunft“ (01.01.2017-31.12.2018) auf und strebt inhaltliche Anpassungen zur Optimierung, Verstetigung und Ausweitung von Kooperationsprojekten mit dem Schwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung an.
Das Projekt liefert Inhaltsbausteine (Workshops und Unterrichtsmodule) für Kooperationsprojekte, die in den 18 bestehenden und 10 neu aufzubauenden KURS-Zukunft-Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zur Anwendung kommen. Die inhaltliche Verankerung im Unterricht findet dabei insbesondere in den Profilkursen der Fächer Wirtschaft, Technik sowie Gesundheit und Soziales in den Jahrgangsstufen 9 und 10 statt. In einem trainergestützten Basisworkshop werden Schüler*innen zu Expert*innen für Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialfragen geschult und entwickeln diesbezüglich Fragen, die sie während einer Betriebserkundung an Vertrete*innen des Partnerunternehmens stellen. Auf den Basisworkshop erfolgen in den o.g. Fächern unterschiedliche Vertiefungen im Rahmen der schulischen Richtlinien, die spiralcurricular verschiedene Teilbereiche des betrieblichen Handelns auf Nachhaltigkeitsfragen (z.B. „Beschaffung, Produktion und Absatz“ oder „Energiebilanz und technische Systeme zur Nutzung regenerativer Energien“ im Partnerunternehmen) prüfen. Lehrerschulungen zur Gestaltung und Durchführung von Kooperationsunterricht und Projektpläne, die in gemeinsamer Abstimmung mit Lehrkräften und Unternehmensvertreter*innen die Inhalte und Termine für Kooperationsprojekte festlegen, sind zusätzliche Bausteine von Zukunftsdialog2020 zur Sicherung eines aktiven und langfristig stabilen Nachhaltigkeitsdialogs zwischen den Lernpartnern.

Laufzeit:  2019 - 2021

Finanzierung:  Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)    

KURS-Zukunft 2020

Leitung: Martina Flath
Bearbeitung: Anna Schaffrath

Die Fachkräftesicherung ist ein wichtiges und zentrales Ziel der niedersächsischen Landesregierung. Schon heute fehlen in einzelnen Berufen, Branchen und Regionen Niedersachsens gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Insbesondere in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, dem zweitgrößten Wirtschaftszweig in Niedersachsen nach dem Fahrzeugbau, haben bereits heute zahlreiche Unternehmen Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen Stellen und der Rekrutierung von Auszubildenden. Neben dem demographischen Wandel spielen u.a. auch das negative Image, bzw. fehlendes Wissen über die Berufsperspektiven in der Branche eine Rolle.
Im Rahmen der Fachkräfteinitiative Niedersachsen soll das Projekt „KURS-Zukunft2020“ der Nachwuchssicherung für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft dienen.
Schulen beziehen die lokale Wirtschaft vor Ort in den Unterricht ein und Unternehmen bieten einen Praxiseinblick in ihren Betriebs- und Berufsalltag. Im Mittelpunkt steht der Dialog über das Thema „Nachhaltigkeit“. So gewinnen Schüler*innen mit KURS-Zukunft2020 motivierende und wertvolle Einblicke in soziale, ökologische und ökonomische Zusammenhänge des Tagesgeschäftes, sowie in die Arbeitswelt eines konkreten Unternehmens.
Das Projekt KURS-Zukunft2020 unterstützt Schulen und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft beim Aufbau von Lernpartnerschaften und begleitet, unterstützt und evaluiert die Zusammenarbeit der Lernpartner mit dem Ziel der langfristigen Sicherung. KURS-Zukunft2020 baut auf die Erfahrungsgrundlage des Pilotprojektes „KURS-Zukunft“ (01.01.2017-31.12.2018) auf, im Rahmen dessen bereits 18 Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft in den Landkreisen Cloppenburg, Diepholz und Vechta aufgebaut wurden. Mit KURS-Zukunft2020 sollen 10 neue Lernpartnerschaften auf Basis von Kooperationsvereinbarungen geschlossen werden. Dabei strebt das Projekt eine regionale Ausweitung auf das Gesamtgebiet des Fachkräftebündnis NORDWEST sowie eine stärkere Vernetzung und eine strukturelle Einbindung der Lernpartnerschaften auf Stadt- und Kreisebene an.

Laufzeit:  2019 - 2021          
  
Finanzierung:   Fachkräftebündnis NORDWEST/Europäischer Sozialfonds, Hansalinie e.V., LI Food      

Lernstandorte Bioökonomie - Konzeption, Aufbau und Entwicklung in der Region Weser-Ems

Leitung: Martina Flath, Gabriele Diersen
Bearbeitung: Helmut Wüstner

Die Region Weser-Ems hat einen Schwerpunkt der Regionalentwicklung in der Bioökonomie gelegt und über den „Masterplan Bioökonomie 2020“ konkrete Ziele und Maßnahmen für die weitere Entwicklung festgelegt. Der mangelnde Wissenstransfer in die Gesellschaft und die in Teilen fehlende Akzeptanz wird als ein entscheidender Hemmfaktor für die weitere Entwicklung gesehen.
Dieses Projektvorhaben ist als Informations- und Bildungsprojekt aktiv geworden, um transparente Informationen in die institutionelle Bildung zu geben und die Zielgruppe für eine aktive Mitgestaltung der Bioökonomie zu gewinnen. Dazu finden
Betriebserkundungen statt, die von zahlreichen selbstständigen und handlungsorientierten Aktivitäten geprägt sind. Verschiedene regionale Unternehmen, die schon heute in Ansätzen Ideen und Technologien aus dem Bereich der Bioökonomie einsetzen, engagieren sich dabei mit viel persönlichem Einsatz, um ihren Betrieb als anregenden Lernort
zu gestalten. Hauptzielgruppe sind die Klassenstufen 9-13 allgemeinbildender Schulen. Das Fach „Arbeit und Wirtschaft“ sowie die schulische Berufsorientierung sind die Hauptanknüpfungspunkte für
die Zusammenarbeit mit den Schulen. In dem Pilotprojekt erfolgte zunächst der Aufbau eines „Netzwerks Bioökonomie“ mit einer Basis von fünf Lernorten sowie einem Lernstandort für Bioökonomie in Werlte.
 Kooperationspartner: Kompetenzzentrum 3N, Informations- und Bildungsprojekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ in Niedersachsen und Bremen, Landesinitiative Ernährungswirtschaft LI-Food.

Laufzeit: 2017 - 2020

Finanzierung: Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU)

Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft – Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen

Leitung: Martina Flath, Gabriele Diersen
Bearbeitung: Annemarie Castillo Mispireta

Während Bildungs- und Informationsarbeit für Erwachsene im Bereich Fischwirtschaft vor allem in den Nationalparkhäusern, den Museen oder über touristische Angebote stattfindet, gibt es in der Region Niedersächsische Nordseeküste bisher nur wenige Beispiele der Zusammenarbeit mit Schulen. Die Region Niedersächsische Nordseeküste möchte daher Kinder, Jugendliche und Erwachsene zukünftig stärker über die Fischwirtschaft informieren und ein stimmiges, vernetztes Bildungsangebot vor Ort schaffen. Hier setzt dieses Projektvorhaben an. Im Rahmen der Pilotstudie (2017 – 2019) wurden die Potentiale für schulische und außerschulische Lernprozesse in der  Fischwirtschaft untersucht. In Cuxhaven, Neuharlingersiel und Greetsiel wurden Orte der Begegnung und Bildung ausgewählt und ein Fischkutter, ein Fischereihafen und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu außerschulischen Lernorten ausgebaut. Im Zentrum dieser ersten Projektphase stand die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Lernmodulen mit handlungsorientierten Lehr-Lernmaterialien für die Klassenstufen 5 – 10. Die Ergebnisse können für den Aufbau weiterer Lernorte in der Region genutzt und übertragen werden. Während der zweiten Projektphase (2019 – 2022) werden die neuen Bildungsangebote verstetigt und weiterentwickelt. Um ein größeres Spektrum an außerschulischen Erkundungsmöglichkeiten anzubieten, ist zudem eine Ausweitung auf weitere außerschulische Lernorte im Projektgebiet geplant. Während der Projektlaufzeit entstehen so Strukturen und Netzwerke, welche die Bildungsarbeit zur Fischwirtschaft langfristig in diesem Raum stärken.
Kooperationspartner: Lokale Fischereiaktionsgruppe Niedersächsische Nordseeküste FLAG, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Referat für Fischerei und Fischwirtschaft, Nationalparkhaus Greetsiel, Wrack- und Fischereimuseum Windstärke 10 in Cuxhaven, Deutsches Sielhafenmuseum Carolinsiel, Ländliche Erwachsenenbildung Regionalbüro Weser-Ems, Informations- und Bildungsprojekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“.

Laufzeit: 2017 – 2022

Finanzierung: Europäischer Meeres- und Fischereifonds, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Homepage: www.lernorte-fischerei.de

Lernen auf dem Bauernhof (RUBA e.V./AGRELA e.V.) - Wissenschaftliche Begleitung

Leitung/Bearbeitung: Martina Flath, Gabriele Diersen, Esther Barth

Die Agrarwirtschaft prägt die Region Oldenburger Münsterland wie kein anderer Wirtschaftszweig und ist wesentlich am wirtschaftlichen Erfolg dieser Region beteiligt. Sie hat große Bedeutung für die kulturelle und strukturelle Entwicklung. Durch den Strukturwandel sind die landwirtschaftlichen Betriebe und die bewirtschafteten Flächen nicht mehr direktes Lebensumfeld, in dem gespielt oder mitgearbeitet werden kann. Dadurch geht das Wissen über Produktionsweisen und Zusammenhänge in der Land- und Ernährungswirtschaft zunehmend zurück. Es fehlt der persönliche Bezug zu den vor Ort Wirtschaftenden und ihren Produkten. Diesem Phänomen wollen die Fördervereine Regionale Umweltbildung - Agrarwirtschaft e.V. (RUBA e.V.) und Arbeitsgemeinschaft regionales Lernen Agrarwirtschaft (AGRELA e.V.) entgegenwirken und persönliche Erfahrungen mit der Landwirtschaft ermöglichen. Eingebunden in ein etabliertes, niedersächsisches Netzwerk („Transparenz schaffen“ www.transparenz-schaffen.de) außerschulischer Lernorte öffnen die Vereine Bauernhöfe für Besucher und machen damit Produktionsabläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge erlebbar.

Die regionalen Bildungsträger bieten schulische und außerschulische Lehr- und Lernvorhaben mit agrarwirtschaftlichen Inhalten an, die Kindern und Jugendlichen das Erleben und Erfahren der für die Region typischen Agrarwirtschaft ermöglichen und das Handeln zum Schutz der Umwelt fördern. Die Universität Vechta begleitet, unterstützt und evaluiert diese Arbeit. Es werden Unterrichtsmaterialien für Hoferkundungen entwickelt, Lehrerfortbildungen veranstaltet, Qualitätskriterien erarbeitet und hier gewonnene Ansätze des außerschulischen Lernens in die Lehrerausbildung integriert. Hierdurch wird ein intensiver Transfer von Forschung und Praxis erreicht.

Laufzeit: fortlaufend

Finanzierung: RUBA e.V., AGRELA e.V.

Außerschulisches Lernen in der regionalen Wirtschaft "Expedition Berufswelt"

Leitung: Gabriele Diersen
Bearbeitung: Christian Tiller

Unternehmen der regionalen Wirtschaft können zu Lernorten werden, an denen aus fachspezifischer Perspektive oder fächerübergreifend Themenstellungen wie Produktion, Arbeitsleben, Technik, Betriebswirtschaft, Unternehmensphilosophie, Wirt-schaftsbeziehungen und vieles mehr für Schülerinnen und Schüler hautnah erlebbar und erfahrbar werden. Wie unsere Forschungsergebnisse aus dem Themenfeld „Land- und Ernährungswirtschaft“ zeigen, sind dafür projekt- und handlungsorientierte Bildungsmaßnahmen zu entwickeln, die die Schüler zu aktivem, selbsttätigen Handeln auffordern. In Kooperation mit allgemein bildenden Schulen, Unternehmen und Berufsverbänden werden Module und Unterrichtseinheiten für das ökonomische Lernen im Rahmen der schulischen Berufsorientierung konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Hervorzuheben sind hierbei die Kooperationen mit der Ludgerus-Schule  und der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Die Eingliederung des Lernmoduls zum außerschulischen regionalen Lernen in den Ganztagsunterricht, im Unterrichtsfach „Arbeit und Wirtschaft“ wird seit mehr als 10 Jahren realisiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten darüber hinaus Angebote, ihre Berufsorientierung außerhalb der Schulzeit zu vertiefen.

Laufzeit: seit 2007

Finanzierung: Förderstiftung „Zukunft durch Bildung“

Regionale Bildungslandschaften - Netzwerkentwicklung für regionales, außerschulisches Lernen und Umweltbildung

Leitung/Bearbeitung: Martina Flath, Gabriele Diersen

Der Deutsche Städtetag erklärte 2007 in seiner „Aachener Erklärung“ Bildungslandschaft zu seinem Leitbild. Im Zeitraum 2009 – 2014 wurde im bundesweiten Programm „Lernen vor Ort“ der Aufbau von Bildungslandschaften über Modellvorhaben gefördert. Gelingensbedingungen sind u.a. überzeugende Kernideen für die Bildung vor Ort, erfolgreiche Reformelemente und eine gute regionale Vernetzung. Für die langfristige Implementierung regionaler außerschulischer Bildungsmaßnahmen sind Netzwerke zwischen Bildungseinrichtungen und außerschulischen Partnern notwendig. Das Projekt untersucht die Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven von Regionalen Bildungslandschaften im ländlichen Raum.

Laufzeit: fortlaufend

Finanzierung: Eigenmittel

Letzte Aenderung: 18.08.2020 · Seite drucken