3. Internationale Wissenschaftstagung zum Lernort Bauernhof 14. bis 16. November 2017

Mit dem Ziel durch den gemeinsamen Dialog Impulse zur Weiterentwicklung und Stärkung des Lernortes Bauernhof zu geben, trafen sich internationale Vertreter/innen aus Wissenschaft, Praxis und Beratung vom 14. bis 16. November 2017. Fast 50 Interessierte nahmen an der Veranstaltung im Schloss Rauischholzhausen (Hessen) teil.

Die vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, der hessischen Initiative "Bauernhof als Klassenzimmer", der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB) e. V. und dem Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta

durchgeführte Tagung stieß auf großes Interesse der Teilnehmenden.

 

Das Programm enthielt einen Mix aus theoretischen Ausführungen, praktischen Einblicken und Zeiten für die Vernetzung der Akteure. Vorträge und Workshops beleuchteten konzeptionelle Ansätze und Forschungsergebnisse zur Wirkungsweise außerschulischen Lernens auf landwirtschaftlichen Betrieben. Wissenschaftler aus Norwegen präsentierten ihre aktuellen Projekte zum Lernort Bauernhof in Tansania und Nepal, die sich durch völlig andere Rahmenbedingungen auszeichnen. In einem weiteren Vortrag wurde von den Bemühungen berichtet, Schulen auf einem Bauernhof zu platzieren, so wie dies in der Kindergartenarbeit seit Jahren erfolgreich Realität ist. Die Anforderungen an die pädagogische Arbeit im Rahmen der Inklusion war ein weiteres Thema. Aktuelle Studien zum Zugang von Kindern und Jugendlichen zur Natur zeigen, dass das Basiswissen junger Menschen bezüglich Natur und Landwirtschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig sinkt. Die Studien belegen auch das Potential des Lernortes Bauernhof, das Interesse und die Wertschätzung für Natur und Landwirtschaft anzuregen.

 

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von dem intensiven Austausch zwischen Forschung und Praxis. Die erzielte Vernetzung der vielfältigen Akteure soll zukünftig aufrechterhalten und gestärkt werden. Die nächste Wissenschaftstagung zum Lernort Bauernhof findet im Jahr 2019 in Wien statt.


Chancen und Risiken der Bioökonomie: Generation von morgen fit machen Umweltbildungsprojekt – DBU: rund 260.000 Euro Fördersumme

 

Knappe fossile Rohstoffe, Klimaveränderungen und eine wachsende Weltbevölkerung gehören zu den gesellschaftlichen Herausforderungen heute und morgen. „Nur ein Wandel hin zu einer nachhaltigen, rohstoffeffizienten Wirtschaft, die auf erneuerbaren Ressourcen setzt und Rohstoffe spart, kann zukunftsfähig sein“, sagte Dr. Ulrich Witte, Leiter der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich des heutigen Startschusses eines von der DBU fachlich und finanziell geförderten Umweltbildungsprojektes. Die Bioökonomie – das Nutzen von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen etwa zur Effizienzsteigerung technischer Verfahren – biete Lösungen, berge aber auch Risiken. „Während Unternehmen auf diesem Feld agieren, ist das Thema in der Gesellschaft noch nicht angekommen“, so Witte. In einer Kooperation von Universität Vechta und 3N Kompetenzzentrum (Werlte) soll jetzt der Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft gefördert werden.

 

„Bildungsnetzwerk Bioökonomie“ in der Region Weser-Ems

„Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe neun und zehn sowie Erwachsene sollen dabei fachlich fundiert informiert und in die Lage versetzt werden, auch Kontroversen und Zielkonflikte hinsichtlich einer biobasierten Wirtschaft zu erörtern und das gesamte Thema kritisch zu reflektieren“, führte Prof. Dr. Martina Flath vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta aus. „Ein weiteres Ziel der  Bildungsveranstaltungen auf Basis des Bildungskonzepts „Regionales Lernen 21+“ ist es, die Partizipation vor Ort zu fördern“, ergänzt Dr. Gabriele Diersen als Koordinatorin des Projektantrags. Neben dem Erarbeiten eines Bildungskonzeptes, der Entwicklung verschiedener Bildungsmodule und dem Aufbau eines „Bildungsnetzwerkes Bioökonomie“ in der Region Weser-Ems ist die Einrichtung von fünf Bioökonomie-Lernorten an Pionier-Unternehmen vorgesehen. Hier sollen praxisnah Umsetzungsbeispiele und Verfahren der Bioökonomie vorgestellt werden.

 

Lernstationen mit interaktiven Exponaten für Schulklassen

„Gleichzeitig sollen die Informationsangebote im ‚Klimacenter‘ in Werlte durch verschiedene Lernstationen mit interaktiven Aktionen, Experimenten und Exponaten für die Gruppenarbeit von Schulklassen ergänzt werden“, erläuterte Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer vom 3N Kompetenzzentrum (Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie). Die entwickelten und erprobten Bildungsmodule sollen anschließend umfassend evaluiert und sowohl in die Lehramtsausbildung der Universität als auch in die außerschulische Bildungsarbeit des Kooperationspartners dauerhaft integriert werden.

 

Auch ein ethischer Diskurs Teil der Debatte

Witte betonte zum Schluss die Bedeutung des politisch-gesellschaftlichen Diskurses in diesem Zusammenhang. Das Thema Bioökonomie müsse nach DBU-Ansicht auch in der öffentlichen Kommunikation stärker als Baustein des gesellschaftlichen Wandels aufgegriffen werden. Als Teil der Debatte müsse auch ein ethischer Diskurs zur Bioökonomie geführt werden, der vor Euphorie und übereiltem Tempo warne, erklärte er.

Trafen sich in Werlte (v.l.): Ludger Kewe, Stadtdirektor Werlte, Dr. Marie-Luise
Rottmann Meyer,3 N Kompetenzzentrum e.V., Kathrin Klaffke, Klimaschutzmanagerin
Naturstandpunkt Hümmling, Prof.in Dr. Martina Flath, Universität Vechta, Hermann
Stevens, 3N Kompetenzzentrum e.V., Dr. Ulrich Witte, DBU und Dr. Gabriele
Diersen, Universität Vechta.

Projektbewilligung für das Projekt „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft – Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen“

In der Region Niedersächsische Nordseeküste werden zukünftig Kinder, Jugendliche und Erwachsene stärker über die Fischwirtschaft vor Ort informiert. Ein Baustein hierfür ist es, neue schulische und außerschulische Angebote aufzubauen. In Anlehnung an die Aktivitäten zum Lernen auf dem Bauernhof, sollen entsprechende Lernmöglichkeiten auch in der Fischwirtschaft entstehen. Ziel des Projektes ist es, geeignete Lernorte zu identifizieren, drei Lernstandorte z.B. in Unternehmen der Fischwirtschaft zu entwickeln und aufzubauen. Im Rahmen der Pilotstudie werden die Potentiale für schulische und außerschulische Lernprozesse untersucht und Lehr-Lern-Materialien (Klassenstufen 5-10) für die ausgewählten Lernstandorte erarbeitet und getestet. Die Ergebnisse sollen für den Aufbau weiterer Lernorte und Lernstandorte in der Region Niedersächsische Nordseeküste genutzt und übertragen werden. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Die Universität Vechta erhält hierfür eine Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF).

 

Europäische Union

Europäischer Meeres- und
Fischereifonds EMFF 2014-2020
Niedersachsen

RUBA e.V. und AGRELA e.V. als regionale Bildungsträger im Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ in Niedersachsen und Bremen bestätigt

Für die neue Förderphase im Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“, die bis zum Jahr 2023 angelegt ist, sind die Vereine „Regionale Umweltbildung - Agrarwirtschaft (RUBA e.V.)“ und die „Arbeitsgemeinschaft Regionales Lernen - Agrarwirtschaft (AGRELA e.V.)“ als regionale Bildungsträger anerkannt und werden somit ihre Arbeit in diesem Projekt fortsetzen.

Es sollen vor allem junge Konsumenten/ -innen die Möglichkeit bekommen, Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft zu erkunden und mit Menschen aus der Landwirtschaft unmittelbar in Kontakt zu kommen. Ein weiteres Ziel ist es, Landwirte und Betriebe der Ernährungswirtschaft zu befähigen und dabei zu unterstützen, Kontakte zu knüpfen, Verbrauchererwartungen kennenzulernen sowie sich mit deren Produktionsweise und Erzeugnissen bei den Konsumenten und in ihrem regionalen Umfeld bekannt zu machen.

Die Bildungsarbeit von RUBA e.V. und AGRELA e.V. wird koordiniert und unterstützt vom Kompetenzzentrum Regionales Lernen an der Universität Vechta und dem Kreislandvolkverband Vechta.

Finanziert wird das Gesamt-Förderprogramm aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums der EU (ELER) sowie nationalen Geldern des Bundes, der Länder und der kommunalen Ebene.

Letzte Aenderung: 09.04.2019 · Seite drucken