Lernen für die Zukunft: Raus auf den Bauernhof Internationaler Kongress Green Care & 4. Tagung der Wissenschaftsinitiative zum Lernort Bauernhof

(v.l.) Lena Beyer, Dr.-Ing. Gabriele Diersen, Prof'in Dr. Martina Flath, Hannah Hertema, Christian Tiller

Vom 8. bis 10. Juli 2019 fand an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien ein spannender Kongress mit mehr als 25 Workshops und Vorträgen statt, in denen neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis aufgezeigt wurden und die Teilnehmenden einen Überblick über die unterschiedlichen Herangehensweisen in Österreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Norwegen und den USA erhielten.

Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen am ISPA der Universität Vechta war mit fünf Personen vor Ort. In dem Vortrag "Globales und Regionales Lernen auf dem Lernort Bauernhof - zwei Seiten einer Medaille?" beleuchteten Prof'in Dr'in Martina Flath und Dr. Gabriele Diersen mit Thomas Hoffmann in einem dialogischen Format Bezüge ihrer Forschung zum Lernort Bauernhof. Die Promotionsarbeiten von Lena Beyer und Christian Tiller wurden in dem Workshop "Außerschulisches (regionales) Lernen - Lernorte und Lernprozesse gestalten" präsentiert. Auf dem Markt der Möglichkeiten wurden Arbeitsspektrum, aktuelle Forschungsarbeiten und Praxisprojekte von Hannah Hertema präsentiert. Zugleich war die Reise der Auftakt zu einer neuen ERASMUS+ - Partnerschaft mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Ein Arbeitstreffen mit der Hochschulleitung sowie Personen aus Forschung, Lehre und Transfer legte den Grundstein für die zukünftige Zusammenarbeit.

Ergänzt wurden die Vorträge durch forschungs- und praxisorientierte Workshops zu verschiedenen „Schule am Bauernhof“-Programmen. Darüber hinaus bot ein reichhaltiger „Markt der Möglichkeiten“ interessante Informationen und Materialien sowie die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen an.

Am dritten Tagungstag konnten die Kongressteilnehmer*innen auf verschiedenen Lernorten praktische Erfahrungen vor Ort sammeln.

Der Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Dr. Thomas Haase betonte, dass der Bauernhof einen idealen Lernort für Kinder und Jugendliche darstellt, um Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren. „Kinder und Jugendliche erleben hier die Vielfalt der Lebensmittelerzeugung vor Ort. Sie lernen das Zusammenspiel von Menschen, Natur und Kultur im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie kennen. Dabei werden sie motiviert, sich ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit zu stellen und eigene Gestaltungskompetenz zu entwickeln“, so der Rektor.


Call for Papers - 4. Tagung der Wissenschaftsinitiative zum Lernort Bauernhof 2019

Hier finden Sie den Call for Papers und das Tagungsprogramm.

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10 Jahre Partnerschulnetzwerk im Landkreis Vechta Partnerschultreffen in Ahlhorn

Teilnehmer*innen des Partnerschultreffens in Ahlhorn

Rund 25 Lehrer*innen erkundeten die Algenproduktion der Firma NOVAgreen Projektmanagement GmbH in Ahlhorn und somit ein Produktbeispiel der Bioökonomie. Caroline Cordes  erläuterte den Teilnehmern den Zuchtprozess sowie deren späteren Einsatzbereiche im Food- und Nonfoodsektor. Diskutiert wurde der Einsatz der Algenzucht und des Unternehmens als außerschulischen Lernort im Kontext des Bildungsprojekts „Lernstandorte Bioökonomie - Konzeption, Aufbau und Entwicklung in der Region Weser-Ems“ am Kompetenzzentrum Regionales Lernen.

Im Anschluss wurde das Jubiläum gefeiert. Theresia Espelage reflektierte als Schulleiterin der ersten Partnerschule die Jahre der Zusammenarbeit. Unkenntnis von Lehrkräften über landwirtschaftliche Themen und Kritik an Lehrmaterialien gaben den Anstoß, den direkten Austausch von Lehrkräften mit außerschulischen Bildungsträgern zu organisieren. In einer Videobotschaft unterstrichen Dr. Malte Bickel und Malte Groß, zentrale Koordinierungsstelle „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“, die Wichtigkeit und Bedeutung eines solchen Netzwerks. Sie gratulierten zum Jubiläum der engagierten Netzwerkarbeit der regionalen Bildungsträger. Die durchweg positive Bedeutung des außerschulischen Bildungsangebots und der Zusammenarbeit im Partnerschulnetzwerk aus Sicht der Schulen und Lehrpersonen unterstrich Dietmar Seidel, Schulleiter der Benedikt-Schule Visbek und Koordinator des OHRS-Verbunds im Landkreis Vechta.

 

Hintergrund:

Grundlage der Vereinsarbeit von RUBA und auch von AGRELA ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreislandvolkverband Vechta und dem Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta. An der Universität werden Lehr- und Lernmaterialien sowie Bildungsmodule für verschiedene Lernorte konzipiert und die pädagogische Durchführung geleitet. Der Kreislandvolkverband Vechta ist hingegen mit der gesamten Vereinsverwaltung betraut und übernimmt die wichtige Aufgabe der Vernetzung mit der heimischen Landwirtschaft.

Mit mehr als 30 Schulen im Landkreis Vechta hat sich ein durchaus beachtliches Partnerschulnetzwerk im Laufe der Jahre entwickelt. Damit diese Partnerschaft durch die ganze Schulgemeinschaft stärker wahrgenommen werden kann, wurden  entsprechende Urkunden ausgehändigt, Übersichtskarten und auch Aufkleber zur äußerlichen Erkennung erstellt.


4. Tagung der Wissenschaftsinitiative Lernort Bauernhof BAGLoB e.V.

Die vierte internationale Wissenschaftstagung zum Lernort Bauernhof wird vom 08.-10.Juli 2019 in Wien stattfinden.


Schülerinnen und Schüler der KGS Wittmund werden Experten der Kutterfischerei Testphase im Bildungsprojekt „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft“ der Universität Vechta gestartet

Die Ausfahrt mit der „Gorch Fock“ war das Highlight der Projektwoche.
(Bildnachweis: Universität Vechta/KGS Wittmund/von Dein)

Wie sieht die Arbeit auf einem Fischkutter aus? Welche Fischarten landen im Netz und wo kommen eigentlich die Fische in den Fischprodukten her, die wir essen? Eine Vielzahl an Fragen, der 19 Schülerinnen und Schüler aus den 5. Klassen der KGS Wittmund auf den Grund gegangen sind. Während der Projektwoche vom 20. bis 24. August 2018 haben sie in Zusammenarbeit mit der Universität Vechta ein Projekt zum Thema „Küstenfischerei in der Nordsee“ durchgeführt. Highlight der fünf Tage war die Erkundung in Neuharlingersiel, wo sie eine Ausfahrt mit dem Fischkutter „Gorch Fock“ von Wilhelm Jacobs sowie eine Hafenrallye gemacht haben. „Am besten fand ich, dass wir die Fische und Krabben auch anfassen durften“, meint Schülerin Charlotte.

Das Schulprojekt fand im Rahmen des Projektes „Außerschulische Lernorte für die Fischwirtschaft“ statt, welches von der Universität Vechta, Kompetenzzentrum Regionales Lernen, durchgeführt wird. Der Europäische Meeres-und Fischereifonds und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzieren das Vorhaben. „Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche in der Region Niedersächsische Nordseeküste stärker über die Fischwirtschaft vor Ort zu informieren und Interesse an dem Berufsfeld zu wecken“, erläutert Prof.in Dr. Martina Flath, Leiterin des Kompetenzzentrums Regionales Lernen. Dafür wurden in Neuharlingersiel, Greetsiel und Cuxhaven erste außerschulische Lernorte ausgewählt, für die bis September 2019 Lernmodule mit handlungsorientierten Lernmaterialien für die Klassen 5 bis 10 entwickelt und erprobt werden.

Die Erkundung in Neuharlingersiel wurde umrahmt von einer Vor-und Nachbereitung in der Schule. „Die Schülerinnen und Schülerwaren sehr interessiert und hatten keine Berührungsängste mit den gefangenen Fischen und Krabben“, war Fischer Wilhelm Jacobs sichtlich erfreut. Jürgen Peters, Bürgermeister von Neuharlingersiel, freut sich ebenfalls über den Start der Testphase. Seit Beginn des Projektes im Oktober 2017 hat er sich dafür eingesetzt, dass ein außerschulischer Lernort in Neuharlingersiel entstehen kann. Auf dem Schulfest der KGS Wittmund am Freitag, 24. August 2018, präsentierten die jungen Fischerei-Experten sichtlich stolz ihre Erlebnisse und das neu Gelernte ihren Mitschüler_innen, Lehrer_innen und Eltern.

Kontakt und Informationen zum Projekt:
Universität Vechta
Opens window for sending emailAnnemarie Schweers
Opens external link in new windowwww.lernorte-fischerei.de


GINT-Tagung 2018: Orte und Prozesse außerschulischen Lernens erforschen und weiterentwickeln

Das Promotionsprogramm „MINT-Lernen in informellen Räumen (GINT) plant in Kooperation mit der PH Luzern die Tagung „Orte und Prozesse außerschulischen Lernens erforschen und weiterentwickeln“ am Do, 30.08. und Fr, 31.08.2018 in Oldenburg mit einem Vorprogramm am Mi, 29.08.18. Eine von drei Exkursionen im Vorprogramm lädt zum Thema „Außerschulischer Lernort Bauernhof – Vernetzung regional und landesweit“ ein.

Diese Tagung, die quasi die 6. Tagung in der Reihe der Luzerner Tagungen zu außerschulischen Lernorten darstellt und die erste sein wird, die in Deutschland stattfinden wird, hat folgende Themen im Fokus:

  • Forschung zu Lernprozessen und zur Entwicklungsdynamik an außerschulischen Lernorten
  • MINT-Disziplinen, Geographie, Sprachen, geistes- und sozialwissenschaftliche Disziplinen
  • Außerschulisches Lernen zur Berufsorientierung und Berufsbildung
  • Komplementäre Vernetzung außerschulischer Lernangebote

Zu GINT gehören die Syddansk Universitet, die University of Crete sowie die niedersächsischen Universitäten Vechta (Kompetenzzentrum Regioanles Lernen), Hannover und Oldenburg. 16 Doktoranden/innen untersuchen Prozesse außerschulischen Lernens in den MINT-Fächern, der Geographie, der Philosophie und den Bildungswissenschaften. Mehr über GINT erfahren Sie unter Opens external link in new windowhttps://www.uni-oldenburg.de/gint/.

Information und Anmeldung zur Tagung: Opens external link in new windowhttps://www.uni-oldenburg.de/gint2018/

Letzte Aenderung: 17.07.2019 · Seite drucken