Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten


Förderpreis der Universitätsgesellschaft Vechta für die Masterarbeit von Lara Schumacher

Preisgewinnerin Lara Schumacher mit Betreuerin Hannah Lathan (M.Ed.)

Die Universitätsgesellschaft Vechta hat am Donnerstag, den 05.12.2019, im Rahmen einer Festveranstaltung Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten vergeben. Insgesamt wurden 17 Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten gewürdigt. Unter den Preisträgern war auch die Studentin Lara Schumacher, die für ihre exzellente Masterarbeit zum Thema „Bedeutung und Gestaltung von Unterrichtseinstiegen im Fach Erdkunde – eine empirische Studie“ geehrt wurde. Frau Schumacher hat sich in ihrer Forschungsarbeit dem unterrichtspraktischen Thema gewidmet, das sie mehrperspektivisch und auf der Grundlage aktueller Forschungsliteratur bearbeitete. Sie entwarf selbstständig ein Forschungsvorhaben, mit dem sie die große Bedeutung von Einstiegen im Erdkundeunterricht aufzeigen konnte. Die Arbeit wurde von Frau Prof. Dr. Martina Flath und Hannah Lathan, M.Ed. betreut. Lara Schumacher begleitet seit Frühjahr 2019 das Projekt „Außerschulische Lernorte in der Fischereiwirtschaft – Auswahl, Konzeption und Transferempfehlungen“ als wissenschaftliche Hilfskraft und unterstützt das Team der Abteilung Lernen in ländlichen Räumen tatkräftig.


Universität Vechta gewinnt im Wettbewerb „EXIST-Potentiale“

Maik Fischer (operative Leitung EXIST-Projekt an der Universität Vechta) und Frau Dr. Sabine Hepperle (Abteilungsleiterin der Abteilung VII "Mittelstandspolitik" im BMWi) bei der Urkundenübergabe. (BMWi/Bildkraftwerk)

Die Universität Vechta zählt zu den Gewinnern beim Opens external link in new windowWettbewerb „EXIST-Potentiale“, zu dem bundesweit 220 Anträge eingereicht wurden. Sie wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Land Niedersachsen mit insgesamt rund 1 Mio. Euro über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert.

EXIST-Potentiale ist die neue Fördermaßnahme im Rahmen von EXIST-Gründungskultur. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in Start-ups eine hohe strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Hochschulen nehmen hierbei eine entscheidende Rolle als Ideenschmieden für innovative Gründungsvorhaben ein. Ziel des EXIST-Potentiale-Programms ist die Implementierung einer wahrnehmbaren und aktivierenden Gründungskultur an Hochschulen sowie die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen für innovative und wachstumsstarke Start-ups aus der Wissenschaft.

„Ich gratuliere den Hochschulen zu ihren gelungenen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Wir brauchen innovative Startups in Niedersachsen. Sie tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei und helfen uns mit ihren Innovationen, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu meistern.“  Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt und Prof. Dr. Christoph Schank setzt das Projekt an der Universität Vechta insbesondere auf ein Drei-Säulen-Konzept, das den Gründungsgeist in der Universität und in der angrenzenden Region entfachen soll. So liegt das Hauptaugenmerk auf Aktivitäten in den Bereichen „Gründungssensibilisierung und -motivation“, „Gründungsaus- und -weiterbildung“ sowie „Gründungsunterstützung, -beratung und -finanzierung“. Prof.in Dr.in Jantje Halberstadt: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem Experten-Team in den kommenden vier Jahren die besonderen Gründungspotenziale in den zentralen Kompetenzfeldern unserer Universität zu wecken und in Gründungen zu transformieren. Mit starken Partnern aus dem Hochschulsektor und vor allem der regionalen Wirtschaft werden wir auf die Verbindung der drei Querschnittsfelder Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen, um gezielt die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen zu fördern.“

Der Präsident der Universität Vechta, Prof. Dr. Burghart Schmidt, zeigte sich sehr erfreut über die erfolgreiche Antragstellung im Exist-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mit dem Aufbau eines Gründungs- und Transformationszentrums an der Universität Vechta sollen so vor allem innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten unterstützt werden und im – Interesse des ganzen Oldenburger Münsterlandes – Innovations- und Gründungspotenziale in Zukunftsmärkten gehoben werden. Wünschenswert wäre aus seiner Sicht eine enge Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und politischen Institutionen aus der Region. Vorgespräche zur möglichen Etablierung eines entsprechenden Gründungszentrums („Trafo:Haus“) habe es auf politischer Ebene bereits gegeben, bislang allerdings noch ohne konkrete Entscheidungen.


Forschung zu Dörfern weiterhin vom Land Niedersachsen gefördert

Nach der Bewilligung von 12 Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien im Zuge des Promotions­programms „Dörfer in Verantwortung – Chancengleichheit in ländlichen Räumen sichern“ im Jahre 2016 setzt das Land Niedersachsen mit der Förderung des Programms „Digitale Lebenswelten in Dörfern – Verantwortung und Steuerung der digitalen Transformation. Chancen und Risiken des digitalen Wandels für Dörfer“ seine Unterstützung des Forschungsschwerpunktes der Universität Vechta fort. Ab 2019 werden 14 StipendiatInnen an den Universitäten und Hochschulen Vechta, Hannover und Göttingen/Holzminden/Hildesheim mit insg. 781.200 € gefördert. Unter der Koordination von apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (ISPA) konnte ein Konzept entworfen werden, das aus interdisziplinärer Perspektive die Herausforderungen der Digitalisierung in Dörfern beleuchten soll. Mit Geographie, Gerontologie, Regionalentwicklung, Raumplanung, Vermessung, Soziale Arbeit und Architektur sind wesentliche Akteure der digitalen Transformation beteiligt.

Das Promotionsprogramm „Digitale Lebenswelten in Dörfern – Verantwortung und Steuerung der digitalen Transformation“ analysiert die Interdependenzen digitaler Transformationen auf Gemeinschaftsbildung, Raumkonfigurationen und Entscheidung- bzw. Handlungsprozesse. Es knüpft dabei direkt an das laufende Programm „Dörfer in Verantwortung – Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen sichern“ an, indem es den Willen zur Übernahme von Verantwortung und zur Umsetzung digitaler Innovationen als eine Haltung versteht, deren Ausprägungen sich nicht nur in Dörfern gut beobachten lassen, sondern die im „System“ Dorf auch spezifische Implementations- und Realisierungsbedingungen vorfindet.

Aufbauend auf einer Forschungslücke zu räumlichen Wechselwirkungen von Digitalisierungsprozessen sowie den spezifischen Adaptionsprozessen in ländlichen Gesellschaften sollen interdisziplinär Wirkungskontexte und Prozessabläufe in der Adaption und Inwertsetzung digitaler Technologien erforscht werden. Paradigmatisch gehen wir davon aus, dass die Ausbreitung digitaler Innovationen nicht nur speziellen Raummustern folgt, sondern zusätzliche zeitliche und thematische Differenzierungen berücksichtigt werden müssen: Neben Early vs. Late Adoption gibt es auch die thematische Dimension, die als Theme-related Adoption begriffen werden kann. Mithin können dann Themen und Prozesse der Digitalisierung in Dörfern dahingehend analysiert und die beteiligten Akteure von Politik, Wirtschaft und Bürgergesellschaft diesen Kategorien zugeordnet werden.

Ziel der interdisziplinären Diskursstruktur ist die Entwicklung von zuständigkeits- und prozessübergreifenden Problemlösungen, um im Kern diese Fragen zu beantworten:

  1. Welche Potentiale entwickeln digitale Technologien zur Lösung der Herausforderungen in Dörfern und ländlichen Räumen aus der Perspektive der beteiligten Disziplinen (Geographie, Regionalentwicklung, Gerontologie, Ökonomik, Soziale Arbeit, Raumplanung, Dorfentwicklung und Architektur)?
  2. Welche Muster von Ausbreitung und Annahme digitaler Innovationen lassen sich für die einzelnen Handlungsfelder identifizieren?
  3. Welche Rolle spielen hierbei Verantwortungs- und Ermöglichungsräume?
  4. Welche konform-synergetische und konträr-antagonistische Verschränkungen lassen sich zwischen den drei Dimensionen „Gemeinschaft“, „Raum“ und „Entscheiden/Organisieren/Handeln“ beobachten?

Das Programm fokussiert die wissenschaftliche Unterstützung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume und fördert gezielt die fachübergreifenden Diskurskompetenzen für den Wissenstransfer.

Das analytische Gerüst des Programms mit Fokus auf Verantwortung und Steuerung durch und mittel Digitalisierung bilden die Dimension „Gemeinschaft“ (Kohäsion, Engagement, Marginalisierung und Kommunikation), Raum“ (Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Mobilität, Bauen und Siedlung) und „Entscheiden, Organisieren und Handeln“ (Government, Governance, Innovationskultur, intermediäre Instanzen)


Aufbrüche und Umbrüche: Vechtaer Geographie beim DKG in Kiel

Aufbrüche und Umbrüche - Geographie(n) der Zukunft, unter diesem Motto stand der Deutsche Kongress für Geographie in Kiel vom 25.-30. September 2019, an dem das Fach Geographie und ISPA der Universität Vechta mit Sitzungen, Vorträgen und Postern intensiv beteiligt war.

Aus der Abteilung Regionales Lernen (Prof. Dr. Martina Flath) referierte Hannah Hertema über erste Dissertationsergebnisse unter dem Titel „Das geographische Schulbuch im Unterricht“. Darüber hinaus beteiligte sie sich gemeinsam mit Christian Tiller an der Postersession im Rahmen des Tages der Schulgeographie, in dem beide ihre Forschungsprojekte für Interessierte zur Diskussion stellten.

Aus der Abteilung Dynamiken ländlicher Räume leitete apl. Prof. Dr. Karl Martin Born eine Fachsitzung zu „Logiken und Praktiken der Verantwortung in ländlichen Räumen“ und organsierte bereits im Vorfeld die Sitzung des AK Dorfentwicklung in der Deutschen Gesellschaft für Geographie. Zora Becker, Matthias Galle, Lien Lammers und Anja Neubauer-Betz aus dem Promotionsprogramm „Dörfer in Verantwortung“ stellten Ergebnisse ihrer Promotionsprojekte vor. Zur Transition des Energiesystems referierte apl. Prof. Dr. Kim Schumacher, der auch auf der im Vorfeld in Kiel stattgefundenen Tagung der Deutschen Akademie für Landeskunde unter dem Schlagwort „Vegane Landschaften“ zu Szenarien der Agrarlandschaftstransformation vortrug.


Lernen für die Zukunft: Raus auf den Bauernhof Internationaler Kongress Green Care & 4. Tagung der Wissenschaftsinitiative zum Lernort Bauernhof

(v.l.) Lena Beyer, Dr.-Ing. Gabriele Diersen, Prof'in Dr. Martina Flath, Hannah Hertema, Christian Tiller

Vom 8. bis 10. Juli 2019 fand an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien ein spannender Kongress mit mehr als 25 Workshops und Vorträgen statt, in denen neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis aufgezeigt wurden und die Teilnehmenden einen Überblick über die unterschiedlichen Herangehensweisen in Österreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Norwegen und den USA erhielten.

Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen am ISPA der Universität Vechta war mit fünf Personen vor Ort. In dem Vortrag "Globales und Regionales Lernen auf dem Lernort Bauernhof - zwei Seiten einer Medaille?" beleuchteten Prof'in Dr'in Martina Flath und Dr. Gabriele Diersen mit Thomas Hoffmann in einem dialogischen Format Bezüge ihrer Forschung zum Lernort Bauernhof. Die Promotionsarbeiten von Lena Beyer und Christian Tiller wurden in dem Workshop "Außerschulisches (regionales) Lernen - Lernorte und Lernprozesse gestalten" präsentiert. Auf dem Markt der Möglichkeiten wurden Arbeitsspektrum, aktuelle Forschungsarbeiten und Praxisprojekte von Hannah Hertema präsentiert. Zugleich war die Reise der Auftakt zu einer neuen ERASMUS+ - Partnerschaft mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Ein Arbeitstreffen mit der Hochschulleitung sowie Personen aus Forschung, Lehre und Transfer legte den Grundstein für die zukünftige Zusammenarbeit.

Ergänzt wurden die Vorträge durch forschungs- und praxisorientierte Workshops zu verschiedenen „Schule am Bauernhof“-Programmen. Darüber hinaus bot ein reichhaltiger „Markt der Möglichkeiten“ interessante Informationen und Materialien sowie die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen an.

Am dritten Tagungstag konnten die Kongressteilnehmer*innen auf verschiedenen Lernorten praktische Erfahrungen vor Ort sammeln.

Der Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Dr. Thomas Haase betonte, dass der Bauernhof einen idealen Lernort für Kinder und Jugendliche darstellt, um Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren. „Kinder und Jugendliche erleben hier die Vielfalt der Lebensmittelerzeugung vor Ort. Sie lernen das Zusammenspiel von Menschen, Natur und Kultur im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie kennen. Dabei werden sie motiviert, sich ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit zu stellen und eigene Gestaltungskompetenz zu entwickeln“, so der Rektor.

Letzte Aenderung: 10.12.2019 · Seite drucken