Ökonomie der Nachhaltigkeit

NEMo - Nachhaltige Erfüllung von Mobilitätsbedürfnissen im ländlichen Raum

Leitung: Jantje Halberstadt
Bearbeitung: Ali Akyol

Projektpartner: Universität Vechta, TU Braun-schweig, Universität Oldenburg, Universität Lüneburg, DLR Braunschweig

Aufgrund des demografischen Wandels wird es für Landkreise und Gemeinden zunehmend schwieriger, ein Grundangebot an öffentlichen Mobilitätsdienstleistungen wie Bus und Bahn vorzuhalten, ohne die Frage nach notwendiger sozialer Teilhabe, sinnvoller regionaler Wertschöpfung und nicht zuletzt auch realisierbaren Umweltschutzzielen zu stellen. Dabei wird der Mobilitätsbedarf auf dem Land in Zukunft, beispielsweise durch die Ballung von medizinischen Versorgungseinrichtungen und Einkaufszentren in Stadtnähe, weiter zunehmen. Bereits heute stehen die örtlichen Verkehrsbetriebe vor der Herausforderung, die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Schulen, Gesundheitszentren sowie Freizeitmöglichkeiten aus dem ländlichen Bereich zuverlässig zu gewährleisten.

Zur Planung und Steuerung dieser neuen ländlichen Mobilität nehmen Informations- und Telekommunikationstechnologien eine Schlüsselfunktion ein. Im Rahmen des Vorhabens werden zunächst spezifische Anforderungen und auch Akzeptanzgrenzen dieser neuen Mobilität erfasst und anschließend in ein rechtskonformes Konzept überführt. Von Beginn an werden Bürger*innen und öffentliche Mobilitätsanbieter in das Projekt eingebunden, damit sich die tatsächlichen Bedürfnisse und Hindernisse frühzeitig erkennen, berücksichtigen und lösen lassen. Ein besonderes Augenmerk liegt hier neben der Koordination und Vernetzung aller Akteure, insbesondere auf der Selbstorganisation der Bürger*innen (z.B. Fahrgemeinschaften und Nachbarschafts-Communities). Für die Bereitstellung eines umfassenden und offenen Mobilitätsangebots werden wirtschaftliche, gesellschaftliche und organisatorische Konzepte entwickelt. Diese Konzepte werden in einer vernetzten Plattform für den ländlichen Raum Oldenburg und den Landkreis Wesermarsch zusammengeführt, getestet und im engen Dialog mit den Bürgern bewertet.

Angesichts der Problemlage verfolgt das Forschungsvorhaben NEMo die Entwicklung von nachhaltigen und innovativen Mobilitätsdienstleistungen sowie darauf basierenden Geschäftsmodellen für den ländlichen Raum. Dabei will NEMo neue Mobilitätsangebote schaffen, in denen auch der Bürger zum Mobilitätsanbieter wird. So könnten beispielsweise selten angefahrene Haltepunkte des öffentlichen Personennahverkehrs zusätzlich auch von Privatpersonen mit dem eigenen PKW zur Mitnahme weiterer Personen bedient werden. Durch eine höhere Personenauslastung des privaten PKWs können Versorgungslücken geschlossen und insgesamt das Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen negativen Umweltauswirkungen reduziert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: nemo-mobilitaet.de/blog/de/start/

Laufzeit  03/2016–03/2020

Finanzierung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, VolkswagenStiftung

ZLA - Zukunftslabor Digitalisierung Agrar

Leitung : Jantje Halberstadt
Bearbeitung: Anne Schwab, N.N.

Projektpartner: Universität Osnabrück, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH
Hochschule Osnabrück, Julius Kühn-Institut, Thünen-Institut, Technische Universität Braunschweig  Universität Göttingen

Das ZLA ist eines von sechs „Zukunftslaboren Digitalisierung“, die das MWK zu unterschiedlichen Anwendungsthemen einrichtet. In den Zukunftslaboren werden themenbezogene Hochschulforschung, außeruniversitäre Forschung, industrielle Forschung und Entwicklung und die Arbeit von Praxispartnern vernetzt. Der gemeinsame Fokus liegt auf der Digitalisierung in den verschiedenen, für Niedersachsen zentralen Bereichen Agrar, Energie, Gesellschaft & Arbeit, Gesundheit, Mobilität und Produktion. Die Zusammenarbeit in und mit den Zukunftslaboren ist offen für alle Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit wird eine offene und transparente Diskussion ermöglicht und die direkte Umsetzung digitaler Innovationen in Niedersachsen gefördert.

Das ZLA fokussiert den Bereich Digitalisierung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Informationstechnik ist bereits heute ein unverzichtbarer Teil moderner Maschinen und Prozesse in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die Digitalisierung der Landwirtschaft, verstanden als umfassende Vernetzung und Integration von Maschinen, Prozessen und Akteuren im landwirtschaftlichen Wertschöpfungsnetz, schreitet voran. Bestehende Strukturen, Anwendungsroutinen und Geschäftsmodelle sowie deren wirtschaftliches, soziales und geographisches Umfeld werden sich massiv verändern. Vernetzung stärkt das Informationspotenzial von Produzierenden und Konsumierenden im Wertschöpfungsnetz erheblich. Sie erlaubt gleichzeitig, den gestiegenen Bedarf nach Information und Transparenz durch Gesellschaft und Politik zu befriedigen. Dies stellt höhere Anforderungen an die Datendurchlässigkeit und Transparenz; in einem Marktumfeld muss Transparenz aber selektiv sein, um akzeptabel zu sein. Akteure müssen ihre Datenhoheit behalten und Informationen zielgruppenspezifisch preisgeben können.
Zentrale Aspekte des Zukunftslabor Agrar sind Fragen des Datenmanagements und der Dateninterpretation, der Automatisierung und Autonomie in der Agrartechnik sowie nach Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsumfeld, die Ausbildungsinhalte und die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Weiter wird der Beitrag der Digitalisierung für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Prozesse analysiert.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.zdin.de/zukunftslabore/agrar

Laufzeit 11/2019–11/2024

Finanzierung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

TrEnDi - Transformation durch Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Leitung: Jantje Halberstadt, Christoph Schank
Bearbeitung: Maik Fischer, Sophia Fortmann,
Mareike Mähs, Tatjana Timoschenko

Eine lebendige Gründungskultur an Hochschulen zeichnet sich nicht nur durch gründungsnahe und praxisbezogene Lehr- und Beratungsangebote oder eine intensive Gründungsforschung aus. Gründungskultur bedeutet vielmehr eine allgegenwärtige Präsenz von Unternehmergeist: in allen Fachbereichen, auf dem Campus und in der Hochschulverwaltung. Die immerwährende Bereitschaft, unternehmerische Gelegenheiten zu erkennen, zu bewerten und im Idealfall auch wahrzunehmen, ist das Kennzeichen einer akademischen Gründungskultur.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert den Aufbau einer solchen Gründungskultur über das EXIST-Programm, wobei die Gründung von Start-ups nur eine Facette des Projekts darstellt. Unternehmerische Kompetenz soll auch als Lebenskompetenz vermittelt werden, die für die persönliche Entwicklung und Erfüllung, das Finden und die Weiterentwicklung von Arbeitsplätzen relevant ist und neue (soziale) Projekte vorantreibt. Diese können von Vereinen auf regionaler Ebene über soziale Unternehmen bis hin zu neuen Start-up-Unternehmen reichen.

Im Jahr 2019 wurde zunächst eine Konzeptphase gefördert, an deren Ende die Einreichung eines Gesamt-Projektantrags stand. Für die Universität Vechta wurde in diesem Zusammenhang ein Drei-Säulen-Konzept zur strukturierten Förderung unternehmerischen Denkens und Handelns entwickelt, das vor allem Maßnahmen zur Gründungssensibilisierung und -motivation, zur Gründungsaus- und -weiterbildung sowie zur Gründungsunterstützung, -beratung und -finanzierung beinhaltet. Besondere unternehmerische Potenziale werden etwa in den Bereichen Soziale Innovationen für alternde Gesellschaften, Zukunft des ländlichen Raums und der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Bildung und Qualifikation im kulturellen Wandel gesehen. Um diese Potenziale zu heben, wird mit starken Partner*innen aus dem Hochschulsektor und der regionalen Wirtschaft auf die Verbindung der drei Querschnittsfelder Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung gesetzt.

Das Konzept für die Universität Vechta wurde im Dezember 2019 prämiert und zur Förderung ausgewählt. Ab April 2020 werden die Maßnahmen gesamtuniversitär umgesetzt.

Laufzeit  Konzeptphase: 01.04.2019–31.08.2019
                Projektphase:   01.04.2020–31.03.2024

Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

ENaQ - Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg

Leitung: Jantje Halberstadt
Bearbeitung: Antonieta Alcorta de Bronstein, Tatjana Timoschenko

Unter dem Motto „Energie von Nachbarn für Nachbarn“ entsteht auf dem ehemaligen Mili-tär-Flugplatz „Fliegerhorst“ in Oldenburg ein Smart City-Wohnquartier mit etwa 110 Wohneinheiten, in dem der Energiebedarf zum größten Teil aus lokal erzeugter Energie gedeckt werden soll. Das hier entstehende Quartier sieht einen Verbund an Energie-Erzeugern und Verbrauchern vor, die in direkter Interaktion miteinander stehen. Zugleich stellt die als Reallabor definierte Fläche ein Testfeld für technische und nicht-technische Innovationen, gemeinschaftliche Wohnprojekte sowie neuartige Ver-sorgungs- und Mobilitätskonzepte auf Quartiersebene dar. Zu den Aufgaben zählen die Vernetzung von Industrie- und FE-Projekten, die Entwicklung von Pilotprojekten sowie die Sicherstellung eines langfristigen Betriebs.

Die Arbeitsschwerpunkte des Team Vechta liegen in den Bereichen Geschäftsmodellentwicklung und Partizipation. Die Geschäftsmodelle zielen darauf ab, möglichst innovativ, nachhaltig und sozial zu sein und das nachbarschaftliche Miteinander zu fördern. Mit Partizipation ist gemeint, dass die Bürger*innen der Stadt Oldenburg und vor allem die Bewohner*innen möglichst in die Planung- und Entwicklungsprozesse des Quartiers einbezogen werden. Hierzu finden verschiedene Beteiligungsformate wie Diskussionsrunden, Dialogforen und Co-Creation-Workshops statt, bei denen die Konsortialpartner und interessierte Bürger*innen ins Gespräch kommen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und zu diskutieren.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.enaq-fliegerhorst.de/

Laufzeit: 2018–2022

Finanzierung: BMBF + BMWi

Partner:
21 Konsortialpartner aus Wirtschaft, Wissenschaft und kommunaler Verwaltung
(ANLEG Advanced Technology, ARSU Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH, BTC, DLR Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt, Deutsche Windguard, ELECTRICSPECIAL, embeteco, EWEnetz, Fraunhofer IFAM,GSG, Jade Hochschule, Junge Haie, KEHAG, New Power Pack GmbH, OFFIS Institut für Informatik, OLEC Oldenburger Energiecluster, Quantumfrog, Schulz Systemtechnik, Stadt Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, Universität Vechta)

Letzte Aenderung: 18.05.2020 · Seite drucken