IfG Jahrestagung 2019
Selbstständige Erwerbstätigkeit und Erwerbskarrieren in späteren Lebensphasen

Am 4. und 5. April 2019 fand in Kooperation zwischen dem Institut für Gerontologie der Universität Vechta und dem Arbeitskreis „Die Arbeit der Selbstständigen“ in der DGS-Sektion Arbeits- und Industriesoziologie eine Jahrestagung zum Thema: „Selbstständige Erwerbstätigkeit und Erwerbskarrieren in späteren Lebensphasen“ statt. Themen der Tagung waren u. a. „Laufbahngestaltung bei begrenzter Tätigkeitsdauer“, ein länderübergreifender Vergleich zu Selbstständigkeit entlang der Altersstruktur und die Erwerbstätigkeit von Rentner*innen. In fünf verschiedenen Abschnitten diskutierten die Teilnehmer*innen aktuelle Entwicklungen in den Erwerbskarrieren älterer Menschen. Etwa 60 Teilnehmer*innen besuchten die Tagung.
Die Ergebnisse der Jahrestagung fließen u. a. in einen Band der Schriftenreihe "Vechtaer Beiträge zur Gerontologie" ein, der wie immer im Springer VS Verlag erscheinen wird.

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Das Programm können Sie hier einsehen.

Pressemitteilung: "Beschäftigungsformen älterer Erwerbstätiger"
Jahrestagung des Instituts für Gerontologie diskutiert Selbständigkeit und Beschäftigungsformen in Zeiten des erwerbsstrukturellen Wandels

Am 4. und 5. April 2019 tagten rund fünfzig Expertinnen und Experten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen an der Universität Vechta zum Thema „Selbstständige Erwerbstätigkeit und Erwerbskarrieren in späteren Lebensphasen“. Ausgerichtet wurde die Tagung vom Institut für Gerontologie der Universität Vechta und dem Arbeitskreis „Die Arbeit der Selbstständigen“ der Sektion Arbeits- und Industriesoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

In fünf Panels diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Gestaltung von Erwerbskarrieren älterer Menschen. Die Themenblöcke befasst sich u.a. mit Fragen der Kontinuität von Erwerbsverläufen in der zweiten Lebenshälfte und mit den Motiven von Gründungsaktivitäten im Alter. „Wir sehen uns am Arbeitsmarkt vielfältigen Änderungen gegenüber“, erläutert Prof. Dr. Frerich Frerichs, Professor für Altern und Arbeit an der Universität Vechta und Direktor des Instituts für Gerontologie. „Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und der demographische Wandel, die zusammen das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen ansteigen lassen, führen zu einer neuen Lebensplanung dieser Zielgruppe. Immer öfter sind beispielsweise Menschen gleichzeitig als Angestellte und selbstständig tätig.“

Dieser auch als Erwerbshybridisierung bekannte Trend wurde von den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern problematisiert und insbesondere die daraus entstehenden arbeitsmarkt-, sozial- und verteilungspolitischen Herausforderungen in den Blickpunkt gerückt. In diesem Kontext wurde die zunehmende Spannbreite der „nachberuflichen“ Erwerbstätigkeit im Rentenalter – zwischen fortgesetzter Selbständigkeit, neuem Karriereschritt und kleiner Nebentätigkeit im Ruhestand – aufgezeigt. In der Betrachtung selbständiger Erwerbstätigkeit im Alter zeigte sich ein überaus heterogenes Bild: Die Motive für die Entscheidung, selbständig tätig zu sein, sind sehr vielfältig und reichen von finanzieller Notwendigkeit bis hin zur Entfaltung persönlicher Talente und Selbstverwirklichung. Hier ergab insbesondere die multidisziplinäre Zusammenschau der Befunde gewinnbringende Erkenntnisse, die in diesem Jahr in einem gemeinsamen Tagungsband ihren Niederschlag finden werden. Zur weiteren Aufklärung der Motivlagen Älterer wurde ferner die Verknüpfung von qualitativen und quantitativen Daten als eine vielversprechende Forschungsperspektive gesehen.

Die teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden den erfolgreichen Austausch auch nach Ende der Tagung fortsetzen. Dabei sollen zukünftig verstärkt arbeitsmarkt- und sozialpolitische Handlungsbedarfe – z.B. die adäquate soziale Absicherung bei gemischten Beschäftigungsformen oder die lebensbegleitende Bildungs- und Berufsberatung – in den Vordergrund gerückt werden.

Letzte Aenderung: 24.04.2019 · Seite drucken