Empfehlungen zur Anwendung geschlechtergerechter Sprache an der Universität Vechta

Alltäglich nutzen wir Sprache als eine Form der Kommunikation miteinander. Über unsere Sprache vermitteln wir Werte und Normen und bilden unsere soziale Realität ab. Die Bewusstwerdung von Sprache und ein reflektierter Gebrauch ist deswegen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum chancengerechten Miteinander. Durch einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch sollen Menschen aller geschlechtlichen Identitäten in ihren tatsächlichen gesellschaftlichen Positionen, Tätigkeiten und Lebenslagen sichtbargemacht werden und so auch in unserer Sprache berücksichtigt werden.

Als Universität, die sich dafür einsetzt, Vielfalt anzuerkennen, ist eine wertschätzende inkludierende Kommunikation ein großes Anliegen. Deswegen werden Ihnen im Folgenden Möglichkeiten und Empfehlungen für einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch vorgestellt.

Sprache ist lebendig und kreativ. Sie entwickelt sich laufend durch unsere Wahrnehmung und Anwendung weiter. Dementsprechend werden auch diese Empfehlungen fortlaufend überarbeitet.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne an das Gleichstellungsbüro der Universität Vechta.

 

Empfehlungen zu einem geschlechtergerechten Sprachgebrauch:
 

I.                    Die Vielfalt der Geschlechter durch Sprache ausdrücken

Empfehlungen

Beispiele

Das sogenannte "Sternchen" oder auch "Gender-Star" steht als Platzhalter für alle möglichen sexuellen Identitäten.

Lehrer*in, Lehrer*innen

Alternativ gibt es die Möglichkeit, den „Unterstrich“ oder „Gender Gap“ zu verwenden. Zur Verwendung einer einheitlichen Schreibweise bitten wir für offizielle Dokumente der Universität Vechta aber um die Verwendung des „Sternchens“.

Lehrer_in, Lehrer_innen

Verwendung neutraler Varianten:

… Verwendung übergreifender Bezeichnungen

… Adjektive, möglichst im Plural, bilden

… statt der Person das Amt/die Funktion bezeichnen

… Partizip & Adjektiv statt einer Personenbezeichnung

 

Beschäftigte, Kollegium, …

Studierende, Mitarbeitende, …

Leitung statt Leiter

statt Absender --> abgesendet von

Dies gilt auch für die Benennung von Gruppenbezeichnungen

Mitarbeiter*innengruppe, Gruppe der Hochschullehrer*innen

 

II.                 Weitere Möglichkeiten, mehrere Menschen anzusprechen

Empfehlung

Beispiele

Beidnennungen

Achten Sie dabei auf vollständige Nennung

 

(hier leidet allerdings die Darstellung der Vielfalt der Geschlechter)

Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, Studentinnen und Studenten 

Sehr geehrte Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen…

 

III.               Die direkte Ansprache einer Person in der schriftlichen Kommunikation

Empfehlungen

Beispiele

In Dokumenten, die sich an Einzelpersonen richten, die präzise Form einsetzen.

Bei Unsicherheit, kann auch in der direkten Ansprache das „Sternchen/Gender Star“ verwendet werden.

Sehr geehrte Frau …; Sehr geehrter Herr …

Sehr geehrte*r Vorname Nachname

Dies gilt auch für die Verwendung von Abkürzungen:

… für Frauen: 

Prof.in …., Dr.in ..,
Prof.in Dr.in ….

… für Männer:

Prof. …, Dr. … Prof. Dr. …

… bei Unsicherheit, oder auf Wunsch ohne Zuschreibung

Prof.* …, „Dr.* …,
Prof.* Dr.*  ….

In ausgeschriebenen Varianten auf geschlechtergerechte Personen-, Titel- und Funktionsbezeichnung achten:

…für Frauen:

Präsidentin, Dekanin, Professorin, Doktorin, …

…für Männer:

Präsident, Dekan,  Professor  Dozent, Doktor, …

… bei Unsicherheit, oder auf Wunsch ohne Zuschreibung:

Professor*in, Doktor*in, Dekan*in, Dozent*in, …

 

IV.              Die Ansprache mehrerer Personen in der schriftlichen Kommunikation

Empfehlung

Beispiele

Eine Kombination mit Varianten aus (I) verwenden

Sehr geehrte Kolleg*innen

Sehr geehrtes Kollegium

Weitere Möglichkeit: Kombination mit Beidnennung

Sehr geehrte Damen und Herren

 

V.                 Besonderheit: Formulare

Empfehlung

Beispiele

Nur wenn zwingend notwendig, eine Geschlechtsangabe anfordern.

 

Bei Formularen, die in die amtlichen Statistiken einfließen, sind wir an die Vorgaben des Statistischen Bundesamtes gebunden. Da das Statistische Bundesamt derzeit noch keine Anpassungen an die geltenden gesetzlichen Entwicklungen vorgenommen hat, gilt hier:

Angaben zu

weiblich / männlich

Für Uni-eigene Abfragen für Veranstaltungsanmeldungen, zur Erstellung von Evaluationen, bzw. Dokumenten, die zu Evaluationen herangezogen werden, soll die Angabe für diverse geschlechtliche Identitäten möglich sein:

Angabemöglichkeiten:

weiblich / männlich / divers / keine Angabe

 

Weitere Anregungen für geschlechtergerechte Sprache:

  • Vermeidung von Stereotypen und Klischees (Arzt und Krankenschwester, Chef und seine Sekretärin, die Putzfrau, …
  • Sensibler Umgang mit Begriffen mit geschlechtstragender Bedeutung wie beispielsweise „kaufmännisch“, „Fachmann“, „Mannschaft“
  • Auf Symmetrie in Benennungen achten: Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Macron, statt: Angela Merkel und Präsident Macron

       

Eine ausführliche Version mit inhaltlichen Erläuterungen zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch wird Ihnen bald digital zur Verfügung gestellt.

 

Diese Empfehlung ist im Rahmen des laufenden Diversity Auditverfahrens entstanden. Sie ist mit der Hoffnung verbunden, dass sie Orientierung und Hilfestellung für einen Gebrauch geschlechtergerechter Sprache an unserer Universität geben kann.

Die dargestellten abgeschwächten Darstellungen (in hellem Grau) stellen weitere Möglichkeiten dar, werden aber von der Universität Vechta im Sinne einer einheitlichen Außendarstellung nicht favorisiert. Letztendlich bleibt es aber natürlich Ihre persönliche Entscheidung, wie Sie Sprache anweden.

 

Stand 28.03.2018


Letzte Aenderung: 09.04.2019 · Seite drucken

Chancengererechtigkeit

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