Promovieren in Vechta − Administratives

Da es an der Universität Vechta aktuell keine zugangsoffenen strukturierten Promotionsprogramme gibt, können Sie momentan nach dem traditionellen Modell der sog. Individualpromotion promovieren. Individualpromotion bedeutet, dass Sie bei der Bearbeitung Ihres Promotionsthemas von einem "Doktorvater" bzw. einer "Doktormutter" (= Betreuer/in) begleitet und betreut werden. Das Thema Ihres Forschungsvorhabens wählen Sie selbst, natürlich in Absprache mit Ihrer Betreuung. Und auch Ihre Betreuerin bzw. Ihren Betreuer suchen Sie sich vor Beginn der Promotion selbst.

Das Fach, in dem Ihr Betreuer oder Ihre Betreuerin lehrt, ist Ihr Promotionsfach. An der Universität Vechta können Sie in 20 verschiedenen Fachdisziplinen promovieren. Eine Übersicht über diese Fächer und über die verschiedenen Doktorgrade, die in diesen Fächern verliehen werden, finden Sie Initiates file downloadhier.

Die seit 10.02.2010 geltende Initiates file downloadPromotionsordnung ist für alle Fächer einheitlich. Wenn Sie sich vor diesem Datum zur Promotion eingeschrieben haben, gilt für Sie weiterhin die Initiates file downloadalte Promotionsordnung (1999), Sie können aber schriftlich beantragen, nach der neuen Ordnung geprüft zu werden. Wenden Sie sich dafür bitte an das Referat Opens internal link in current windowForschungsförderung und Wissenstransfer.

Formale Voraussetzung

Um an der Uni Vechta promovieren zu können, müssen Sie in der Regel einen überdurchschnittlichen Hochschulabschluss (Master, Magister, Univ.-Diplom, 1. St.Ex. Lehramt Sek. II/Gymnasium oder ein als vergleichbar anerkannter ausländischer Abschluss) mit mindestens der Note „gut“ haben.

Wenn Sie einen anderen Hochschulabschluss haben (z. B. FH-Diplom, 1. Staatsexamen für Lehramt Grund-, Haupt-, Realschule/Sek. I) haben Sie die Möglichkeit, eine Promotionszulassungsprüfung (§ 5 Promotionsordnung) zu beantragen. Dazu wenden Sie sich bitte direkt an das Opens internal link in current windowReferat Forschungsentwicklung und Wissenstransfer. Promotionszulassungsprüfungen anderer Universität können grundsätzlich nicht anerkannt werden.

 

Antrag auf Zulassung

Wenn Sie die formale Voraussetzung erfüllen, können Sie einen Antrag auf Zulassung zur Promotion stellen. Sie können die Unterlagen postalisch einreichen oder Sie vereinbaren dafür per E-Mail oder telefonisch einen Termin beim Referat Opens internal link in current windowForschungsförderung und Wissenstransfer Zum vollständigen Zulassungsantrag gehören folgende Unterlagen:

  1. den ausgefüllten Initiates file downloadAntrag auf Zulassung zur Promotion
  2. vollständiger tabellarischer Lebenslauf
  3. amtlich beglaubigte Kopien der Zeugnisse der promotionsberechtigenden Hochschulabschlüsse (Master/Diplom/Magister)
  4. Initiates file downloadbefürwortende Erklärung eines/r Professors/in der Universität Vechta (i.d.R. der/des zukünftigen Betreuers/in)
  5. Name/n des/der vorgesehenen Betreuer/in und ggf. des/der Zweitbetreuer/in
  6. bei Kooperationspromotion bitte die kooperierende Hochschule (mit Fachbereich/Institut sowie vorgesehene/r Betreuer/in) angeben (ggf. ist hierfür im Vorfeld ein entspr. Kooperationsvertrag mit dieser Hochschule abzuschließen: Bitte kontaktieren Sie das Opens internal link in current windowReferat Forschungsentwicklung und Wissenstransfer)
  7. Darstellung des Vorhabens (Exposé) mit Unterschrift des/der Betreuer/in (Hinweise zur Abfassung im Anhang des Zulassungsantrags)
  8. Initiates file downloadErklärung, dass Sie sich nicht in einem schwebenden Promotionsverfahren befinden oder ein Promotionsverfahren nicht bestandenen haben
  9. Initiates file downloadErklärung über die Aushändigung und Kenntnisnahme der Initiates file downloadPromotionsordnung
  10. Initiates file downloadBetreuungsvereinbarung (diese kann bis zwei Monate nach erfolgter Zulassung mit der Betreuungsperson abgeschlossen und zur Akte nachgereicht werden)


Wenn Ihre Unterlagen vollständig sind und sie alle Anforderungen erfüllen, werden Sie vom Opens internal link in current windowSenatsbeauftragten für Promotionen und Habilitationen schriftlich zur Promotion zugelassen. Durch die am 01.04.17 erfolgte Einführung von Fakultäten kann es zu Veränderungen im Zulassungsverfahren kommen. Abschließend erfolgt das Immatrikulationsverfahren (Einschreibung) durch das Immatrikulationsamt.

Die Promotionsordnung der Universität Vechta schreibt vor, dass Sie für die Zeit Ihrer Promotion, d. h. von der Annahme als Doktorand/in bis zur Disputation, an der Universität immatrikuliert sein müssen. Die Immatrikulation erfolgt im Opens external link in new windowImmatrikulationsamt. Nach der Zulassung zur Promotion wird Ihr Antrag automatisch an das Immatrikulationsamt weitergeleitet und Sie erhalten von dort weitere Informationen zur Immatrikulation, insbesondere zur Entrichtung Ihres Semesterbeitrags.

Binnen zwei Monaten nach erfolgter Zulassung muss zwischen Promovend/in und Betreuer/in(en) eine Betreuungsvereinbarung (Betreuungsvertrag) abgeschlossen werden. Diese regelt die grundlegende Dinge und Absprachen für das geplante Promotionsvorhaben und schafft somit Verbindlichkeit für beide Printn: Promovend/in und Betreuer/in(en). Wichtige Regelungsbedarfe sind Zeitplanung, Zugang zu Daten bzw. Räumlichkeiten, Form und Intensität der Unterstützung und des Austauschs über den Fortgang der Arbeit etc. Die Vereinbarung wird im Original von der Universität zur Promotionsakte genommen. Werden moreere Exemplare eingereicht, bekommt jede Vertragsseite ein Original-Exemplar für die eigenen Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Initiates file downloadMuster Betreuungsvereinbarung gemäß Promotionsordnung

Mit dem Einreichen der Dissertation wird das Promotionshauptverfahren, d. h. das Prüfungsverfahren eröffnet. Hierzu werden beim Opens internal link in current windowSenatsbeauftragten für Promotionen und Habilitationen (bzw. seinem Sekretariat, Frau Gelhaus Raum R204a) folgende Unterlagen abgegeben:

  • drei (aus-)gedruckte und gebundene bzw. geheftete Exemplare Ihrer Dissertationsschrift bzw. bei kumulativer Promotion aller bereits veröffentlichten Einzelbeiträge in Kopie samt der Zusammenfassung. Die Exemplare müssen zudem jeweils einen Lebenslauf enthalten, aus dem Ihr wissenschaftlicher Werdegang (abgeschlossene Studiengänge, wiss. Tätigkeiten etc.) hervorgeht.
  • eine Versicherung, aus der hervorgeht, dass Sie die Dissertation selbst angefertigt haben und alle Hilfsmittel, die Sie dafür benutzt haben, in der Arbeit angegeben sind. Diese rechtsverbindliche Versicherung ist hinsichtlich der Verfolgung von Plagiatsfällen besonders wichtig.
  • eine Erklärung, dass Sie die Arbeit noch nicht in einem anderen Promotionsverfahren eingereicht haben,
  • eine Erklärung, dass Sie noch keine Teile der Arbeit anderweitig veröffentlicht haben bzw.
  • Angaben, wo Sie welche Teile der Arbeit bereits veröffentlicht haben (z. B. Literaturangaben der veröffentlichten oder eingereichten Artikel bei kumulativer Promotion)
  • ggf. eine Liste Ihrer eigenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen
  • einen Vorschlag für den/die Erstgutachter/in (i. d. R. der/die Betreuer/in) und fakulatativ den/die Zweitgutachter/in. Das zweite Gutachten stammt üblicherweise von externer Print. Die spätere Promotionskommission kann ggf. von einem gemachten Vorschlag auch abweichen.
  • ggf. Belege, dass Sie die Auflagen, die im Rahmen einer Promotionseignungsprüfung ausgesprochen wurden, erfüllt haben.

Nach Eingang der Promotion bildet der Opens internal link in current windowSenatsbeauftragte für Promotionen und Habilitationen innerhalb von vier Wochen die sog. große Promotionskommission. Diese besteht insgesamt aus fünf Professorinnen oder Professoren bzw. Privatdozentinnen oder Privatdozenten, darunter auch Ihr/e Betreuer/in und Ihr/e Zweitbetreuer/in. Mindestens drei der Mitglieder müssen dem jeweiligen oder zumindest einem benachbarten Fachgebiet angehören, ein Mitglied dieser Kommission wird von einer anderen Hochschule hinzugezogen.

Die Begutachtung der Dissertation sollte i. d. R. nicht länger als vier Monate dauern. In dieser Zeit werden (mindestens) zwei Gutachten zu der Arbeit erstellt, die sich intensiv mit der Forschungsfrage, der wissenschaftlichen Qualität, der Methodik sowie der Relevanz auseinandersetzen. Wenn die Arbeit den Anforderungen entspricht, wird in den Gutachten vorgeschlagen, die Arbeit anzunehmen, und eine schriftliche Note festgelegt. Sollte die Arbeit nicht den Anforderungen entsprechen und (schwerwiegende) Mängel aufweisen, besteht die Möglichkeit, sie zur Überarbeitung zurückzugeben oder aber ganz abzulehnen.

Nachdem die Gutachten fertiggestellt sind, werden sowohl die Arbeit als auch die Gutachten hochschulöffentlich (zumeist im Sekretariat des Faches) für zwei Wochen ausgelegt. Dadurch wird der Scientific Community die Möglichkeit gegeben, diese neue wissenschaftliche Leistung und ihre Bewertung zur Kenntnis zu nehmen. Daneben erhält auch die Doktorandin/der Doktorand Einsicht in die Gutachten, um sich ggf. mit darin enthaltener Kritik im Rahmen der Disputation inhaltlich auseinandersetzen zu können.

Die Disputation, d. h. die Verteidigung, ist der mündliche Prüfungsteil der Doktorprüfung und ist an der Universität Vechta grundsätzlich öffentlich bzw. hochschulöffentlich. Der Termin wird in Abstimmung mit der Doktorandin/dem Doktoranden festgelegt.

Die Disputation besteht aus zwei Teilen und dauert zwischen 90 und 120 Minuten. Im ersten Teil stellt der Doktorand bzw. die Doktorandin ihre Arbeit in einem Vortrag vor. Dieser Vortrag sollte ca. 30 Minuten dauern und die Fragestellung, Ziele, Methoden und Ergebnisse der Arbeit aufzeigen. An den Vortrag schließt sich dann eine Diskussion an, die von der Dissertation ausgehend weitere Themengebiete des Promotionsfaches umfasst. Hier soll die Doktorandin/der Doktorand zeigen, dass sie/er ihre/seine Forschungsergebnisse im Rahmen übergreifender Fragestellungen des Fachgebietes theoretisch begründen, gegen kritische Einwände verteidigen und sich mit gegenteiligen Auffassungen theoretisch fundiert auseinandersetzen kann.

Die mündliche Note und die Endnote werden direkt im Anschluss an die Disputation festgesetzt und bekannt gegeben.Die Universität Vechta verleiht die Noten "summa cum laude" (als Bestnote "mit Auszeichnung"), "magna cum laude" ("sehr gut"), "cum laude" ("gut") sowie "rite" ("genügend/befriedigend/ausreichend"). Auf Wunsch wird über die Prüfungsleistungen eine Bescheinigung ausgestellt.

Achtung: Diese Bescheinigung ist nicht die Promotionsurkunde i. S. des § 14 Abs. 2 der Promotionsordnung! Diese Urkunde wird erst nach der Veröffentlichung der Arbeit ausgehändigt. Vor dem Erhalt der Promotionsurkunde besteht kein Recht auf Führung des Dr.-Grades! Auch die Bezeichnungen "Dr. des." oder "Dr. cand." sind nach der Promotionsordnung nicht zulässig und dürfen nicht verwendet werden.

Nachdem Sie die Prüfungsleistungen erfolgreich hinter sich gebracht haben, müssen Sie, bevor Sie den Doktorgrad führen dürfen (bzw. die Urkunde ausgehändigt wird), noch Ihre Arbeit veröffentlichen. Nur so erhält die wissenschaftliche Community die Gelegenheit, von den von Ihnen produzierten neuen Erkenntnissen zu profitieren. Die Veröffentlichung muss innerhalb von zwei Jahren nach der Disputation erfolgen. In der Zwischenzeit können Sie gemäß § 14 Abs. 2 PromO eine Bescheinigung über die erbrachten Prüfungsleistungen für Nachweiszwecke beantragen (über das Referat Opens internal link in current windowForschungsförderung und Wissenstransfer). Eine Titelführung "Dr. des." o.ä. ist nicht zulässig!

Die Promotionsordnung sieht verschiedene Möglichkeiten vor, wie Sie Ihre Arbeit publizieren können. Einerseits können Sie die "klassische" Variante als Buch- bzw. Printpublikation wählen. Dies erfolgt meistens in einem Verlag, abhängig vom Fach und vom Thema der Arbeit kann die Dissertation aber möglicherweise auch über Fachzeitschriften, ggf. gekürzt (mit Genehmigung, s.u.) publiziert werden. Eine Buchpublikation ist in vielen, vor allem geisteswissenschaftlichen, Fächern immer noch die häufigste Art der Veröffentlichung und bietet die höchte Reputation. Je nach Verlag muss man jedoch mit einem Druckkostenzuschuss rechnen, d. h. Sie müssen dafür bezahlen, dass der Verlag Ihr Buch druckt, weil der Markt für wissenschaftliche Publikationen üblicherweise wenig gewinnbringend ist. Autorenhonorare sind daher eher selten. Günstigere Print-on-Demand (PoD)-Verlage bieten aber nicht immer die Gewähr, dass die geforderte Mindestauflage nachgewiesen werden kann.

Auch Online-Veröffentlichung ist mittlerweile gleichberechtigt möglich und setzt sich immer weiter durch.

Grundsätzlich ist mit Bestehen der mündlichen Prüfung die Druckfreigabe für die Veröffentlichung der Dissertation in der der Begutachtung zugrunde liegenden Form automatisch erteilt. Sollte sich jedoch, z.B. für eine spezielle Veröffentlichungsform, Überarbeitungs- oder Kürzungsbedarf ergeben, ist dafür eine Genehmigung erforderlich.

Die Annahme der Beleg- und Pflichtexemplare bzw. die Online-Publikation erfolgt über die Universitätsbibliothek (UB) Vechta. Diese sorgt über ihren Verteiler dann für die Weiterleitung an die deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken und/oder stellt die Arbeit auf dem Opens external link in new windowVOADo-Server online bereit. Nach dem erfolgten Nachweis der Veröffentlichung wird die Urkunde ausgehändigt und der Dr.-Titel darf geführt werden.

Opens external link in new windowWeitere Informationen zum Publizieren der Dissertation auf den Webseiten der UB

Last revision: 2017-11-22 · Print page