Familienfreundliches Studium

(c) Universität Vechta/Meckel

Eine Schwangerschaft stellt immer einen Neuanfang dar und ist durch die Veränderung der Lebenssituation mit vielen neuen Herausforderungen verknüpft. Insbesondere beim Studieneinstieg und während eines Studiums stellen sich für viele (werdenden) Mütter und Väter einige Fragen hinsichtlich der Studienorganisation. Mit ähnlichen Fragestellungen werden auch oftmals auch Studierende konfrontiert, die plötzlich und unerwartet die Pflege von Familienangehörigen organisieren und sogar übernehmen müssen. Dies kann z. B. sein: Kann ein Studium aufgrund der Geburt eines Kindes unterbrochen werden? Ist es möglich ein Studium mit Kind/ern bzw. mit der Versorgung eines pflegebedürftigen Angehörigen erfolgreich zu absolvieren? Welche Sonderregelungen für Prüfungen, für Praktika oder die Aufnahme in Lehrveranstaltungen gibt es? Wie kann die Finanzierung eines Studiums mit Kind gelingen? Welche Kinderbetreuungsangebote stellt die Universität zur Verfügung? Um Ihnen die Vereinbarkeit von Studium und Sorgearbeit zu erleichtern, geben wir Ihnen nachfolgend einen Überblick über bestehende Regelungen, Ausgleichsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote für Studierende mit Familienverantwortung.

Regelungen und Unterstützungsangebote

Während der regulären Studienzeit kann ein Antrag auf Beurlaubung wegen Schwangerschaft und/oder Kindererziehung beim Immatrikulationsamt gestellt werden. Die Antragsstellung sollte bis zum Ende der Rückmeldepflicht, in begründeten Ausnahmefällen auch noch danach, erfolgen. Eine Beurlaubung wegen Kindererziehung kann über den Zeitraum des Erziehungsurlaubs hinaus (3 Jahre) nicht gewährt werden. Während eines Urlaubssemesters besteht kein BAföG-Anspruch und es können in der Regel keine Prüfungsleistungen absolviert werden. Des weiteren ist zu beachten, dass Urlaubssemester keine Fachsemester sind, sie zählen aber als Hochschulsemester. Weitere Informationen finden Sie Opens external link in new windowhier. Bei Rückfragen können Sie sich an das Opens internal link in current windowImmatrikulationsamt wenden.

Um familiengerechte Studien- und Prüfungsbedingungen hochschulweit einheitlich zu ermöglichen und eine Chancengerechtigkeit für Studierende mit Familienverantwortung sicherzustellen, wurde in § 30 der seit dem Wintersemester 2017/18 geltenden Rahmenprüfungsordnung (RPO) verankert, dass Studierenden mit Familienverantwortung im Bedarfsfall Ausgleichmaßnahmen bewilligt werden sollen. Näheres regelt die vom Präsidium beschlossene Richtlinie zur Umsetzung von Chancengleichheit für Studierende mit Familienverantwortung. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Ausgleichsmöglichkeiten sind die Bescheinigungen „Studium mit Familienverantwortung“ sowie „Mutterschutz/Stillzeit“, die im Immatrikulationsamt mit der Einreichung eines Antrages und entsprechender Nachweise beantragt werden können. Sie dienen als zentrales Nachweisdokument gegenüber den Lehrenden und Prüfenden und müssen für jedes Semester beantragt werden. Zielgruppen der Regelungen sind:

  • Studentinnen im Mutterschutz (in Anlehnung an das Mutterschutzgesetz)
  • Studierende, die Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, tatsächlich betreuen
  • Studierende, die nahestehende Personen im Umfang von mindestens 10 Wochenstunden pflegen

Mögliche Ausgleichsmaßnahmen sind:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit von Prüfungsleistungen (Beachten Sie, dass Sie Ihre Bachelor- oder Masterarbeit im Prüfungsamt anmelden müssen. Bitte nutzen Sie das Anmeldeformular und fügen Sie der Anmeldung, wenn Sie Studierende/r mit Familienverantwortung sind und eine Verlängerung der Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen möchten oder Sie aufgrund Ihrer Schwangerschaft bzw. des Mutterschutzes die Bearbeitungszeit verlängern wollen, eine Kopie der entsprechenden Bescheinigung bei. Die Verlängerung der Schreibzeiten von Hausarbeiten erfolgt direkt über die jeweiligen Lehrenden. Eine verlängerte Bearbeitungszeit gemäß der Richtlinie muss in beiden Fällen vor Beginn der Schreibzeit beantragt werden. Nach Beginn der Schreibzeit ist eine entsprechende Beantragung nur auf der Grundlage der jeweiligen Prüfungsordnung möglich)
  • Zeitliche Flexibilisierung bei anwesenheitspflichtigen Lehrveranstaltungen und anderen praktischen Prüfungsleistungen (näheres ist der Richtlinie zu entnehmen)
  • Prüfungsleistungen während Mutterschutzfrist (siehe Mutterschutz für Studentinnen)
  • Rücktritt von den Prüfungsleistungen unter Angabe triftiger familiärer Gründe
  • Vorwahlrecht bei teilnahmebeschränkten und gruppierten Lehrveranstaltungen (damit während der Anmeldefristen für die einzelnen Lehrveranstaltungen von der Regelung der bevorzugten Platzvergabe aufgrund familiärer Gründe Gebrauch gemacht werden kann, muss eine Beantragung der aktuellen Bescheinigung mit der Rückmeldung zum jeweiligen Semester bzw. mit der Einschreibung erfolgen). Bitte beachten Sie, dass Erstsemesterstudierenden gelegentlich zum Zeitpunkt der Beantragungsfrist noch nicht die Matrikelnummer oder die Zugangsdaten für Stud.IP oder den Online-Service vorliegen und deshalb eine Teilnahme am regulären Verfahren technisch leider nicht möglich ist. In diesen Fällen wird empfohlen sich direkt an die Lehrenden zu wenden und um eine Aufnahme in die jeweilige teilnahmebeschränkte oder gruppierte Lehrveranstaltung zu bitten.

In begründeten Fällen sind darüber hinaus auf Antrag beim jeweils zuständigen Prüfungsausschuss Einzelfallentscheidungen zu treffen und weitere Maßnahmen zur Herstellung einer Chancengleichheit einzuleiten.

Die Koordination Familiengerechte Hochschule steht Ihnen für Fragen zur Inanspruchnahme der verschiedenen Ausgleichsregelungen sowie zur Beantragung der erforderlichen Bescheinigungen gerne zur Verfügung.

Um die Vereinbarkeit der Praxisphase mit einer Familienverantwortung zu erleichtern, ist es gemäß der Richtlinie zur Umsetzung einer Chancengleichheit für Studierende mit Familienverantwortung möglich, einen Antrag auf Nachteilsausgleich zu stellen, der eine bevorzugte Schulwunschberücksichtigung gewährt. In folgenden Lebenssituationen können Studierende bei Bedarf einen begründeten Antrag auf Nachteilsausgleich stellen:

  • wenn ein Kind bis zum 14. Lebensjahr nachweislich im eigenen Haushalt betreut wird oder
  • wenn ein/e nahe/r pflegebedürftigte Angehörige/r nachweislich gepflegt wird

So beantragen Sie im Rahmen der Schulzuweisung gegenüber der Universität einen Nachteilausgleich:

  • Sie melden sich über Stud-IP regulär zur Praxisphase an (bitte beachten Sie die Anmeldefristen). Suchen Sie hierzu zunächst die Veranstaltung „Praktikum: PPM Praxisphase“ in Stud.IP. Nachdem Sie sich bei dieser Veranstaltung angemeldet haben, wählen Sie den Reiter „Praktika“ aus. Um zum Anmeldeformular zu kommen, müssen Sie auf der linken Seite auf den Reiter „Praxisphase“ klicken.
  • Wenn Sie aufgrund einer Familienverantwortung für eine bevorzugte Schulzuweisung infrage kommen, wählen Sie bitte im Formular an, dass Sie ein Härtefallantrag geltend machen möchten.
  • Bei der Anmeldung können Sie bis zu 6 Schulwünsche angeben. Beachten Sie in diesem Zusammenhang bitte die aktuelle Praktikumslandkarte, in der alle Schulen aufgezeigt werden, die in dem jeweiligen Jahr Praktikumsplätze zur Verfügung stellen. Generell ist es nicht möglich, die Praxisphase an Schulen im Ausland oder außerhalb der in der Praktikumskarte angegebenen Regionen zu absolvieren. Da nicht jede Schule in allen Fächern betreuen kann, wird die Angabe mehrerer Wunschschulen empfohlen. Die Angabe von Wunschschulen stellt eine Rangfolge dar.
  • Zusätzlich ist ein begründeter Antrag auf Nachteilsausgleich mit dem erforderlichen Nachweisdokument (aktuelle Bescheinigung "Studium mit Familieverantwortung") in der Koordination Familiengerechte Hochschule einzureichen. Wenn die Voraussetzungen für die bevorzugte Schulwunschzuweisung aufgrund der Übernahme einer Familienverantwortung erfüllt sind, wird von dieser Funktionseinheit eine entsprechende Stellungsnahme an den/die Koordinator*in der Praxisphase weitergeleitet.  

Weiterführende Informationen zur Praxisphase können Sie Opens external link in new windowhier einsehen.

Bei Fragen zur Kinderbetreuung dürfen Sie sich gerne an die Opens external link in new windowKoordination Familiengerechte Hochschule der Universität Vechta wenden. Diese Anlaufstelle unterstützt Sie dabei eine geeignete Betreuungsform für ihr Kind zu finden und vermitteln Ihnen die richtigen Ansprechpartner*innen.
Einen Überblick über die Betreuungsmöglichkeiten an unserer Universität und der Region finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Zusammenfassende Informationen und spezifische Anlaufstellen hinsichtlich der Finanzierung eines Studiums und zur finanziellen Absicherung einer Familie finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Unsere Universität Vechta möchte, dass sich Eltern und ihre Kinder auf dem Campus wohlfühlen. Zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Universitätsalltag und Familie werden deshalb von der Universität Vechta eine Reihe von kind- und familiengerechten Angeboten zur Verfügung gestellt. Weitere Infomationen zur familiengerechten Infrastruktur unserer Universität finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Letzte Aenderung: 07.09.2020 · Seite drucken

Kontakt

Koordination Familiengerechte Hochschule
Susanne Donnerbauer
Opens window for sending emailsusanne.donnerbauer[at]uni-vechta[dot]de
Die Beratung erfolgt gegenwärtig ausschließlich per Mail.

Bitte beachten Sie, dass Erstsemesterstudierenden gelegentlich zum Zeitpunkt der Beantragungsfrist noch nicht die Matrikelnummer oder die Zugangsdaten für Stud.IP oder den Online-Service vorliegen und deshalb eine Teilnahme am regulären Verfahren der bevorzugten Platzvergabe für Lehrveranstaltungen mit begrenzter Teilnahmezahl technisch leider nicht möglich ist. In diesen Fällen wird empfohlen sich direkt an die Lehrenden zu wenden und um eine Aufnahme in die jeweilige teilnahmebeschränkte oder gruppierte Lehrveranstaltung zu bitten.