Familiengerechte Studienorganisation

Ein Studium mit Familienverantwortung ist eine organisatorische Herausforderung. Nicht nur soziale Netzwerke, beratende Anlaufstellen wie die Opens internal link in current windowKoordination Familiengerechte Hochschule oder der Opens internal link in current windowAustausch mit Studierenden in ähnlichen Lebenssituationen, sondern auch strukturelle Gegebenheiten spielen bei der Bewältigung dieser Herausforderung eine große Rolle. Die Universität Vechta ist deshalb bestrebt, Studierenden mit Kindern bzw. Studierenden, die Eltern werden, sowie pflegenden Studierenden, neben der individuellen Beratung durch die Koordination Familiengerechte Hochschule mit verschiedenen Maßnahmen praktische Unterstützung bei der Organisation ihres Studiums zu geben. Im Rahmen des Projekts „audit familiengerechte hochschule“ versuchen wir zudem, die Studienbedingungen an unserer Universität so anzupassen, dass sich Vereinbarkeit von Studium und Familie kontinuierlich verbessert. Einen Überblick über die bestehenden Angebote finden Sie auf diesen Seiten: 

Schwangerschaft und Mutterschutz im Studium

Das Initiates file downloadMutterschutzgesetz (MuSchG) gilt ab dem 01.01.2018 auch für Studentinnen, soweit Ort, Zeit und Ablauf einer Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgegeben sind oder sie im Rahmen der hochschulischen Ausbildung verpflichtend ein Praktikum absolvieren müssen (§ 1 Abs. 2 Nr. 8 MuSchG). Wir bitten deshalb schwangere Studentinnen in ihrem eigenen Interesse darum, die Universität über ihre Schwangerschaft in Kenntnis zu setzen, damit ggf. Schutzmaßnahmen beachtet und umgesetzt werden können sowie Benachteilungen entgegengewirkt werden kann. Die Mitteilung über die bestehende Schwangerschaft ist schriftlich und unter Vorlage des Mutterpasses im Immatrikulationsamt anzuzeigen (Initiates file downloadAntragsformular). Welche Regelungen mit der Änderung des Mutterschutzgesetzes einhergehen, kann dem Initiates file downloadMerkblatt Mutterschutz für Studentinnen entnommen werden.

Studienunterbrechungen

Studierende können bis zum Ende der Rückmeldepflicht, in begründeten Ausnahmefällen auch noch danach, einen Opens external link in new windowAntrag auf Beurlaubung wegen Kindererziehung im Immatrikulationsamt stellen. Eine Beurlaubung wegen Kindererziehung kann über den Zeitraum des Erziehungsurlaubs hinaus (3 Jahre) nicht gewährt werden. Während eines Urlaubssemesters besteht kein BAföG-Anspruch und es können in der Regel keine Prüfungsleistungen absolviert werden. Des weiteren ist zu beachten, dass Urlaubssemester keine Fachsemester sind, zählen aber als Hochschulsemester.

Studiengebühren, -guthaben und Langzeitstudiengebühren

Die Universität Vechta erhebt von den Studierenden Semesterbeiträge, welche in die Finanzierung der universitären und studentischen Verwaltung einfließen. Studierende, die ein Kind betreuen, das zu Beginn des Semesters das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und Studierende, die nahe pflegebedürftige Angehörige im Sinne des Pflegegesetzes pflegen, haben die Möglichkeit einen Härtefallantrag auf Erstattung des Semesterticketbeitrages beim AStA zu stellen. Mehr Informationen hierzu sowie zur Einreichung der Anträge finden Sie auf der Opens external link in new windowAStA-Homepage.
Gemäß § 12 NHG (Niedersächsisches Hochschulgesetz) wird Studierenden ein Studienguthaben in Höhe der Regelstudienzeit zuzüglich sechs weiterer Semester zur Verfügung gestellt. Das Studienguthaben mindert sich um die Anzahl der bisher studierten Semester an deutschen Hochschulen. Die Antragsstellung zur Inanspruchnahme der in der Richtlinie zur Umsetzung der Chancengleichheit für Studierenden mit Familienverantwortung definierten Ausgleichmaßnahmen beim Immatrikulationsamt ist gleichzeitig auch die Grundlage für die Aussetzung des Fortlaufens des Studienguthabens. D.h., dass für Studierende, die Kinder unter dem vollendeten 14. Lebensjahr betreuen oder Pflegeverantwortung im Sinne des Pflegegesetzes übernehmen, auch bei verbrauchten Studienguthaben keine Langzeitstudiengebühr erhoben wird. Voraussetzung neben der genannten Registrierung ist, dass bis Ende der jeweiligen Rückmeldefrist ein Opens external link in new windowAntrag auf Anpassung des Studienguthabens sowie Zahlungsbefreiung beim Immatrikulationsamt einreicht wird, damit dieses rückwirkend neu berechnet werden kann.

Familiengerechte Studien- und Prüfungsbedingungen

Um familiengerechte Studien- und Prüfungsbedingungen hochschulweit einheitlich zu ermöglichen und eine Chancengerechtigkeit für Studierende mit Familienverantwortung sicherzustellen, wurde in § 30 der seit dem Wintersemester 2017/18 geltenden Opens external link in new windowRahmenprüfungsordnung (RPO) verankert, dass Studierenden mit Familienverantwortung im Bedarfsfall Ausgleichmaßnahmen bewilligt werden sollen. Näheres regelt die vom Präsidium beschlossene Initiates file downloadRichtlinie zur Umsetzung von Chancengleichheit für Studierende mit Familienverantwortung. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Ausgleichsmöglichkeiten sind die Bescheinigungen „Studium mit Familienverantwortung“ sowie „Mutterschutz/Stillzeit“, die im Immatrikulationsamt Initiates file downloadbeantragt werden können. Sie dienen als zentrales Nachweisdokument. Damit während der Anmeldefristen für die einzelnen Lehrveranstaltungen von der Regelung der bevorzugten Platzvergabe aufgrund familiärer Gründe Gebrauch gemacht werden kann, wird eine Beantragung der Bescheinigung mit der Rückmeldung zum jeweiligen Semester bzw. mit der Einschreibung dringend empfohlen.

Zielgruppen der neuen Regelungen sind:

  • Studentinnen im Mutterschutz (in Anlehnung an das Mutterschutzgesetz)
  • Studierende, die Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, tatsächlich betreuen
  • Studierende, die nahestehende Personen im Umfang von mindestens 10 Wochenstunden pflegen

Mögliche Ausgleichsmaßnahmen sind:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit von Prüfungsleistungen
  • Zeitliche Flexibilisierung bei anwesenheitspflichtigen Lehrveranstaltungen und anderen praktischen Prüfungsleistungen
  • Prüfungsleistungen während Mutterschutzfrist
  • Rücktritt von den Prüfungsleistungen unter Angabe triftiger Gründe
  • Vorwahlrecht bei teilnahmebeschränkten Lehrveranstaltungen

In begründeten Fällen sind darüber hinaus auf Antrag beim jeweils zuständigen Prüfungsausschuss Einzelfallentscheidungen zu treffen und weitere Maßnahmen zur Herstellung einer Chancengleichheit einzuleiten.
 

 

 

Letzte Aenderung: 04.06.2018 · Seite drucken