Wintersemester 2020/21

 

Prof. Dr. Joachim Kuropka

 

Kolloquium für Doktoranden und besonders Interessierte

Termine nach Vereinbarung

 

PD Dr. Maria Anna Zumholz

DAS KOLLEG ST. THOMAS, GYMNASIUM UND INTERNAT DER DOMINIKANER IN VECHTA 1947 – 1990
EIN BEITRAG ZUR HISTORISCHEN BILDUNGSFORSCHUNG

Diese Studie verfolgt das Ziel, die Geschichte der Schule und des Internats der Dominikaner in Vechta einer quellenkritischen Analyse zu unterziehen, die sich sowohl am historisch-gesellschaftlichen Kontext als auch an den Wahrnehmungen der Schüler orientieren soll. Sie fragt nach spezifisch dominikanischen Bildungs- und Erziehungstraditionen und -zielen und dem Profil und der Qualifikation der in der Schule und im Internat tätigen Dominikaner. Befragungen ehemaliger Schüler dienen dem Ziel, die Auswirkungen dieser „dominikanischen Pädagogik“ und ihrer Umsetzung in die Praxis zu untersuchen. Aufmerksamkeit soll dabei auch dem derzeit aktuellen Thema sexueller wie auch gewalttätiger physischer und psychischer Übergriffe sowohl von Lehrern auf Schüler als auch der Schüler untereinander gewidmet werden. Hinzu kommt ein Blick auf geschlechtsspezifische Besonderheiten: Die Schule war eine reine Jungenschule, inwiefern prägten spezielle Männlichkeitsideale bzw. Vorstellungen von Männlichkeit die Erziehung und das Leben in der Schule und im Internat.
Die zeitlichen Begrenzungen wurden deshalb gewählt, weil das Kolleg nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 als allgemeines Jungengymnasium – und nicht mehr ausschließlich als Nachwuchsschule des Ordens – wiedereröffnet wurde und 1990 mit der Schließung des Internats eine prägende Phase des Kollegs endete.
Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre, die Ergebnisse werden Ende 2022 veröffentlicht. 

apl. Prof. Dr. Michael Hirschfeld: Seminar

GS10/gsb913.2 (Medienmacht im 20./21. Jahrhundert)

Wahlkämpfe in der Lokalpresse im 20. Jahrhundert: Zur politischen Stimmung im  Oldenburger Münsterland
Do, 16-18 Uhr
Beginn: 5.11.2020

Vorträge und Veranstaltungen

Prof. Dr. Joachim Kuropka

27. Januar 2020: Den Kommenden zur Mahnung. Gedenken und Erinnerungen nach Selbstzeugnissen von NS-Opfern
Gedenkveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung
Oldenburg

28./29. August 2020: Lorenz Jaeger als Erzbischof unter dem NS-Regime.
Podiumsgespräch zum gleichen Thema mit Prof. Dr. Klaus Große Kracht (Münster).
Tagung der katholischen Akademie Paderborn: "Erzbischof Lorenz Jaeger als Kirchenpolitiker"
Katholische Akademie Schwerte

PD Dr. Maria Anna Zumholz

4. Mai 2020: Mitwirkung an dem Film „Mit Gott gegen Hitler“, in dessen Mittelpunkt Dietrich Bonhoeffer und Pater Laurentius Siemer OP stehen. Ausstrahlung in der ADR am 4. Mai 2020, auf tagesschau 24 am 8.5., 9.5., 14.5. und 27.5.2020 sowie auf NDR 3 am 30.5.2020. Abrufbar in der ARD-Mediathek unter: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/mit-gott-gegen-hitler-video-100.html

2. Juli 2020: Der Kampf um das Kreuz in den Schulen und der Schulkampf im Oldenburger Münsterland 1936-1938
Germania Katholischer Studentenverein im CV
Münster, Verbindungshaus, Gertrudenstr. 45

7. Dezember 2020: „Wir müssen von der christlichen Idee her die politische, soziale und kulturelle Ordnung in die Zukunft hinein zu gestalten versuchen“. Laurentius Siemer OP (1888-1956)
Lions-Club Vechta
Dominikanerkloster Vechta

apl. Prof. Dr. Michael Hirschfeld:

2. September 2020: Akademieabend: Prominente Vertriebene im OM
Organisation und Moderation

Dr. Karl Bitter (1897-1970) – Lohner Bürger und Kulturreferent des Bundes der Vertriebenen (BdV)
Kath. Akademie Stapelfeld/Cloppenburg

21./22.9.2020: Soziale Fürsorge und Seelsorge durch Briefe des ehemaligen Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbands Breslau Domkapitular Ernst Lange (1876-1973) nach 1945
Tagung: Orientierungssuche. Zur Bedeutung von Kirche und Glauben 1945-1950
Bonifatiuskloster in Hünfeld

21.11.2020, 9.30-13.00 Uhr: 23. Studientag zur Geschichte des Oldenburger Münsterlandes
Rahmenthema: Vereine im Oldenburger Münsterland
Forum am Hansaplatz, Friesoythe

Nachruf

Am 2. Februar 2018 starb unser geschätzter Kollege Willi Rülander an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Über lange Jahre hat er der Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung angehört und in den letzten Jahren an einer Dissertation über den Kulturkampf im Emsland gearbeitet, die er leider nicht mehr vollenden konnte.

Obwohl er schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet war, nahm er noch im letzten Jahr - soweit es ihm eben möglich war - an den Veranstaltungen der Arbeitsstelle teil, zuletzt am 13. Dezember 2017 an der Übergabe der Festschrift "Zwischen Seelsorge und Politik. Katholische Bischöfe in der NS-Zeit" an Professor Joachim Kuropka zum 75. Geburtstag in der Katholischen Akademie in Stapelfeld.

Mit Willi Rülander,  der als Vorsitzender der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte eine Brücke zwischen dem Emsland und dem Oldenburger Münsterland schlug, verlieren wir einen liebenswerten und engagierten Kollegen, den wir sehr vermissen.

 

Dissertation von Heiko Suhr erscheint am 1. Dezember 2020

Heiko Suhr: Wilhelm Canaris. Lehrjahre eines Geheimdienstchefs (1905-1934). Verlag Wachholtz Kiel 2020, 600 Seiten, 49,90 Euro

Michael Hirschfeld von der Universität Vechta zum apl. Professoer ernannt

Neuerscheinung: Die Dissertation von Willi Rülander (+)

 

Willi Rülander (1949-2018) hat sich in seiner Untersuchung mit der Bedeutung der vom Kulturkampf geprägten Gesetzgebung für das Verhältnis von Staat und Kirche im preußischen Kaiserreich befasst.

Im Mittelpunkt steht das konfessionell weitgehend einheitlich geprägte Emsland mit seiner nicht nur in preußischer Zeit geographischen Randlage. Während sich die Auseinandersetzungen zwischen Bismarck und Ludwig Windthorst im Reichstag abspielten, wird gezeigt, wie die Mittelinstanzen in der Provinz Hannover agierten und welche Auswirkungen die Kulturkampfgesetze auf das Bistum Osnabrück und die regionale und lokale Ebene, besonders die Pfarreien und Schulen, gehabt haben.

Die quellenbasierte Studie schleßt die Lücke einer Gesamtdarstellung des Themas für den emsländischen Teil dieses Bistums.

Willi Rülander: "Der Kulturkampf geht in seinem Sturmschritt weiter". Kulturkampf in der Region - Das Emsland (Emsland/Benthein, Beiträge zur Geschichte, Bd. 25), Sögel 2020, 315 S., 15,30 Euro

 

 

Andreas Gayda hat 2019 eine Dissertation mit dem Thema: "Katholische Milieubildung in den urbanen Zentren des Oberschlesischen Industriegebiets im Kontext von Kulturkampf und Hochindustrialisierung" vorgelegt. Am 1. Juli 2020 fand in der Universität Vechta die Disputation unter Leitung seines Betreuers und Erstgutachters Prof. Dr. Joachim Kuropka und in Anwesenheit seines Zweitgutachters Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff (Leibnitz Universität Hannover) sowie der weiteren Mitglieder der Promotionskommission, PD Dr. Michael Hirschfeld, Prof. Dr. Hermann von Laer und PD Dr. Maria Anna Zumholz, statt. Die Gesamtprüfungsleistung wurde mit magna cum laude bewertet.

Buchvorstellung "Luthers Lehre", OV vom 22. Juni 2020

Oldenburgische Volkszeitung vom 6. November 2019

Promotion von Heiko Suhr

 

Heiko Suhr hat 2018 eine Dissertation mit dem Thema: "Wilhelm Canaris. Lehrjahre eines Geheimdienstchefs - Die Marinelaufbahn des späteren Admirals Wilhelm Canaris (1905-1934)" vorgelegt. Am 25. März 2019 fand in der Universität Vechta die Disputation unter Leitung seines Betreuers und Erstgutachters Prof. Dr. Joachim Kuropka und in Anwesenheit seines Zweitgutachters Prof. Dr. Michael Epkenhans (Potsdam) sowie der weiteren Mitglieder der Promotionskommission, PD Dr. Michael Hirschfeld, Prof. Dr. Hermann von Laer und PD Dr. Maria Anna Zumholz statt. Die Gesamtprüfungsleistung wurde mit magna cum laude bewertet.

Oldenburgische Volkszeitung vom 11. August 2018

Buchvorstellung und Übergabe an Prof. Dr. Joachim Kuropka

Antrittsvorlesung

im Rahmen des Habilitationsverfahrens am 18. Oktober 2017: "Tod in der Charité. Schlaglichter auf das (gewaltsame?) Lebensende des oldenburgischen Gauleiters Carl Röver (1889-1942) in Berlin". Von links Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta, PD Dr. Maria Anna Zumholz, Prof. Wolfgang Mechsner, Dekan der Fakultät III Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Habilitation wurde betreut von Prof. i.R. Dr. Joachim Kuropka.

Promoviert

Prof. Dr. Burghart Schmidt überreichte Marina Schmieder am 11. September 2017 ihre Promotionsurkunde. Sie hatte sich mit den deutschen Agrarkonzessionen in der Sowjetunion 1922 bis 1934 befasst und das Prädikat "magna cum laude" erhalten. Die Dissertation wurde betreut von Prof. i.R. Dr. Joachim Kuropka.

Promotion

Vizepräsidentin Prof. Dr. Martina Döhrmann überreichte Georg Jäschke am 12. Februar 2018 seine Promotionsurkunde. Er hatte sich des Themas "Wegbereiter der deutsch-polnisch-tschechischen Versöhnung? Die katholische Vertriebenenjugend 1946-1990 in der Bundesrepublik Deutschland" angenommen und das Prädikat "magna cum laude" erhalten. Der Betreuer und Erstgutachter war PD Dr. Michael Hirschfeld.

Aktuelle Neuerscheinungen

Die Verhaltensweisen der katholischen Bischöfe angesichts der nationalsozialistischen Herausforderungen werden bis heute in Wissenschaft und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Weniger die Seelsorge und der „Weltanschauungskampf“ als vielmehr das vorgebliche oder tatsächliche „Schweigen“ angesichts von Krieg und Judenmord in Verbindung mit dem Vorwurf des „Milieuegoismus“ dominieren vielfach die Diskussionen. Eine solche segmentierte Sicht soll in diesem Sammelband mit Hilfe einer quellennahen Kontextualisierung bischöflicher Entscheidungskriterien und Entscheidungsprozesse im Spannungsfeld von Seelsorge und Kirchen-Politik, von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (Max Weber) ergänzt und überprüft werden.

26 Profan- und Kirchenhistoriker nehmen deutsche Bischöfe als unterschiedlich geprägte Persönlichkeiten mit ihren Stärken und Schwächen in den Blick, überprüfen ihr Selbstverständnis von ihren bischöflichen Aufgaben und ihre zeittypischen „Denkgrenzen“. Sie loten die durch die spezielle konfessionelle Struktur der Diözesen sowie die nationalsozialistische „Gegnerbekämpfung“ eingeschränkten Handlungsspielräume des Episkopats aus und beleuchten verschiedene Phasen der Auseinandersetzung einzelner Bischöfe wie auch der Fuldaer Plenarkonferenz mit dem NS-Regime.

Münster 2018, XII und 817 Seiten, 80 Abbildungen, 22 Karten, 29,80 Euro

 

 

Obwohl sich gerade im Osten Deutschlands und Europas das Schciksal von Millionen entschied, die ihre Heimat verlassen und sich in West- und Mitteldeutschland eine neue Heimat erarbeiten mussten, richten sich historische Blicke der deutschen Öffentlichkeit kaum nach Osten.

In dieser Blickrichtung widmen sich die Beiträge dieses Bandes eher weniger bekannten Entscheidungen und Entwicklungen, die dieser Katastrophe vorausgingen, sowie Erfahrungen und Erinnerungen aus der Nachkriegszeit.

Als Heimat gilt zumeist der mit Erinnerungen behaftete Ort der Geburt, der Kindheit, des Heranwachsens. Doch ist Heimat vor allem ein sozialer Zusammenhang, der den großen politischen Konflikten ausgesetzt ist und in deren Folge auch immer wieder neu erfahren und gefunden werden muss.

Münster 2017, 443 Seiten, 24,90 Euro

Das Oldenburger Münsterland ist seit Mitte der 1990er Jahre zur Kernregion der Einwanderung der Spätaussiedler in Niedersachsen geworden. Seitdem leben in einigen Gemeinden bis zu 20 % Staatsbürger mit russisch-deutschem Hintergrund. Seit ihrem Zuzug veränderten sich sowohl Orte als auch das Kirchenbild der Region beträchtlich.

Diese auf die lokale Perspektive fokussierte Publikation des Museumsdorfs Cloppenburg "Ein Stück Heimat. Spätaussiedler im Oldenburger Münsterland" hat zum Ziel, sowohl die mündlichen Zeitzeugnisse als auch die Mitbringsel von Russlanddeutschen zu präsentieren und so einen Einblick in ihre Kultur, ihre Geschichte, ihren Alltag und ihre Migrationserfahrungen zu ermöglichen.

Marina Schmieder: Ein Stück Daheim. Kulturgeschichte im Umfeld von Spätaussiedlern (Materialien & Studien zur Volkskultur und Alltagsgeschichte Niedersachsens, Bd. 49), Cloppenburg 2017, 204 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 24,80 Euro.

Lenin verstand das sowjetische Konzessionsgeschäft mit ausländischen Privatunternehmern als eine "Art Krieg, ein kriegerischer Wettkampf zweier Methoden, zweier Formationen, zweier Wirtschaftssysteme - des kommunistischen und des kapitalistischen." In der Tat kam es zu zahlreichen Konflikten zwischen den Konzessionären und den sowjetischen Behörden.

Anhand des Fallbeispiels der deutschen Agrarkonzessionen Drusag, Druag und Krupp-Manytsch untersucht Marina Schmieder das deutsch-sowjetische Konzessionsgeschäft in der Zeit der Weimarer Republik. Die Studie zeigt, dass dieses sowohl durch die wechselhafte Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung als auch durch die Schwankungen in der Außenpolitik der beiden Staaten beeinflusst wurde.

Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa, Bd. 86, Stuttgart 2017, 339 Seiten, 57 Euro.

Letzte Aenderung: 01.11.2020 · Seite drucken