Regionalvergleich Weser-Ems-Region und Euroregion Neiße

Bioakkumulation von Schwermetallen und Stickstoff in Moosen

 

Studienprojekt 2004 / 2005

Dr. R. Pesch, Dr. G. Schmidt, Prof. Dr. Schröder

 

Eine Bildergalerie vermittelt erste Eindrücke über die Probenahmen im Oldenburger Münsterland und vom sechswöchigen Forschungsaufenthalt in Zittau, die im Winter 2004 / 2005 stattfanden.

 

Zusammenfassung

Ektohydre Moose werden als Bioindikatoren für die Akkumulation atmosphärisch eingetragener Metalle sowie Stickstoff verwendet. In dem laufenden Studienprojekt sollen die Metall- und Stickstoffakkumulation in den Moosen der Oberlausitz und des Weser-Ems-Gebiets verglichen werden. Beide Regionen repräsentieren unterschiedliche Immissionsprofile: In der Oberlausitz herrschen Metalleinträge aus Hausbrand und Industrie vor, die bei den bisherigen bundesweiten Moos-Monitoring-Kampagnen 1990, 1995 und 2000 im Vergleich zum Bundesmittel zu hoher Akkumulation von Metallen in Moosen führten. Hingegen ist das Weser-Ems-Gebiet durch eine geringere Metallakkumulation und hohe Stickstoffemissionen der Landwirtschaft geprägt. Eine flächenhafte Erfassung der Stickstoffakkumulation fehlt völlig. Vor diesem Hintergrund ist die Regionalstudie also nicht nur hinsichtlich der Entwicklung der Metallakkumulation bedeutsam, sondern auch durch die erstmalige flächenhafte Ermittlung der Stickstoffakkumulation in Moosen.

 

Ziele

(1) Ermittlung der Bioakkumulation von As, Cd, Cr, Cu, Fe, Hg, Ni, Pb, Sb, Ti, V und Zn an ausgewählten Standorten in Deutschland, Polen und Tschechien.

(2) Analyse räumlicher Trends der Metallakumulation unter Anwendung deterministischer und geostatistischer Methoden.

(3) Beschreibung der zeitlichen Entwicklung der Metallakkumulation;

(4) Integration von messstandortbeschreibenden Angaben, Messdaten und daraus statistisch abgeleiteter Flächendaten in einem Moos-GIS;

(5) Aggregierung von Mess- und Flächendaten zu stoffübergreifenden, räumlich und zeitlich differenzierten Indikatoren.


Untersuchungsgebiete

Der Regierungsbezirk Weser-Ems umfasst die Landkreise zwischen der holländischen Grenze im Westen und der Hunte im Osten, während die Euro-Neisse-Region im Länderdreieck Polen, Tschechien und Deutschland gelegen ist. Größere Orte in der Region des Lausitzer Gebirges sind die Städte Zittau (D), Reichenau (POL) und Liberec (CZE).

 

Ergebnisse

Ausgewählte Ergebnisse wurden in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht:

SCHRÖDER, W.; HORNSMANN, I.; PESCH, R.; SCHMIDT, G.; FRÄNZLE, S.; WÜNSCHMANN, S.; HEIDENREICH, H.; MARKERT, B. (2008): Moosmonitoring als Spiegel der Landnutzung? Stickstoff- und Metallakkumulation in Moosen zweier Regionen Mitteleuropas. In: Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 20, S. 62-74 < DOI: http://dx.doi.org/10.1065/uwsf2007.10.226 >

SCHRÖDER, W.; HORNSMANN, I; PESCH, R.; SCHMIDT, G.; MARKERT, B.; FRÄNZLE, S.; WÜNSCHMANN, S; HEIDENREICH, H. (2007): Nitrogen and metals in two regions in Central Europe: Significant differences in accumulation in mosses due to land use? In: Environmental Monitoring and Assessment 133, pp. 495-505

 

Teilnehmer

Nina Grallert (AG Geostatistik), Lukas Kleppin (AG WebGIS), Alexander Liebenstein (AG GIS), Jan Münstermann (AG GIS), René Pischel (AG Geostatistik), Jens Pöhlker (AG Geostatistik), Nina Slawski (AG GIS), Tobias Thomann (AG GIS), Dirk Tinnemeyer (AG WebGIS)


Links

Hier finden sich einige projektrelevante links zum Thema des Studienprojekts:

- Hochschulinstitut Zittau (IHI) , Prof. Markert

- BioMap

- ICP Vegetation

- UNECE

- LRTAP Convention

- Working Group on Effects

- Globales Höhenmodell GLOBE (1 x1 km) des NGDC, USA

- CORINE Landcover 2000 (Landbedeckungsklassifikation für die EU)


Aufsätze

Weitere Ergebnisse des Lehrstuhls für Landschaftsökologie zur Auswertung von Daten der bundesdeutschen Moosmonitoring-Kampagnen finden sich in der Publikationsliste des Lehrstuhls.