Forschung
Soziale Dienste als öffentliche Güter. Sozialethische Auswertung der Debatte über die Dienstleistungsrichtlinie der Europäischen Union
Öffentliche Güter sind – gemäß ihrer Standarddefinition – Güter, deren Konsum nicht zulasten des Konsums anderer geht (Nicht-Rivalität) und bei denen niemand vom Konsum ausgeschlossen werden kann (Nicht-Exklusivität). Dass Güter diese Eigenschaften nicht einfach »aus sich selbst heraus« haben, sondern sie in politischen Aushandlungsprozessen – auch aus normativen Überlegungen heraus – »erhalten«, gilt auch für die Sozialen Dienste. Dass und warum sie als öffentliche Güter angeboten werden sollen, wird durch eine Analyse der Debatte um den Entwurf für die EU-Dienstleistungsrichtlinie untersucht.
Koordination: Matthias Möhring-Hesse.
Armutsorientierung kirchlicher Wohlfahrtspflege
Dass Caritas und Diakonie einer »Option für die Armen« zu folgen haben, ist kirchlich so unbestritten wie theologisch banal. Was diese Option für die kirchliche Wohlfahrtspflege konzeptionell bedeutet, ist innerhalb der Einrichtungen und Verbände weniger klar und schon gar nicht unumstritten. Unterschiedliche Auffassungen zu erheben und theologisch zu prüfen, dient der theologischen Aufklärung der »Option für die Armen«, der wohl wichtigsten Einsicht zeitgenössischer Theologie.
Koordination: Matthias Möhring-Hesse.
»Soziale Arbeit lernen: der Aufbau professioneller Berufsidentität aus systemischer Sicht«
Gefördert aus den Mittel der KFN , 2007- 2009.
Das Forschungsvorhaben eruiert den Prozess des Aufbaus der Berufsidentität von Fachkräften Sozialer Arbeit. Grundlegende didaktische Elemente des Aufbaus professioneller Berufsidentität werden analysiert und im Hinblick auf Interdisziplinrarität der beteiligten Wissenschaften diskutiert. Aus dem Blickwinkel einer systemischen Sozialarbeitswissenschaft werden Prozesse des Erlernens Sozialer Arbeit als Profession strukturell betrachtet und Modelle für einen idealtypischen Lernprozess entworfen.
Koordination: Georg Singe.
Theologie am Ort der Erwerbsarbeit
Weil Erwerbsarbeit das Leben der Menschen, ihre sozialen Beziehungen und gesellschaftlichen Verhältnisse maßgeblich bestimmt, ist sie der christlichen Theologie als Thema aufgegeben. Zumal in der katholischen Tradition hat die Theologie diese Aufgabe zumeist über den Begriff der Arbeit zu erledigen versucht – und dabei Erwerbsarbeit als ein gesellschaftliches Verhältnis abhängiger Beschäftigung verfehlt. Deshalb wird untersucht, wie »am Ort« der Erwerbsarbeit selbst, etwa in Kontexten der Betriebsseelsorge, Theologie betrieben wird, welche Sachverhalte und Ereignisse dabei thematisiert und welche theologischen Theorien aufgegriffen werden.
Koordination: Matthias Möhring-Hesse.
Generationengerechtigkeit und Sozialstaat
Vielleicht ist es Ausdruck einer stärkeren Zukunftsorientierung der Sozialpolitik, vielleicht aber auch nur eine programmatische Modeerscheinung; jedenfalls ist ›Generationengerechtigkeit‹ zu einem zentralen Legitimationsbegriff der bundesdeutschen Sozialpolitik geworden. Dabei ist das Konzept der Generationengerechtigkeit inhaltlich offen – und zwar schon allein deshalb, weil Generationen keine Akteure der Sozialpolitik sind, sondern von den Akteuren der Sozialpolitik, einschließlich der mit Sozialpolitik beschäftigten Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, als Konstruktionen ihrer Rechte- und Pflichtenzuschreibungen »gemacht« werden. Deren Konstruktionen werden aufgeklärt und geprüft, dabei die Offenheit des Konzepts der Generationengerechtigkeit zumindest restringiert.
Koordination: Matthias Möhring-Hesse.

