Marina Schmieder M.A.

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Lebenslauf: Geb. 1972 in Remki/Kasachstan. 1989-1993 Fernstudium der Geschichte an der Staatlichen Universität Altaj in Barnaul/Russland. 1991-1993 Geschichtslehrerin an der Mittelschule in Orlovka/Kasachstan. 1999-2005 Magisterstudium an der Hochschule Vechta in den Fächern Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie. Seit 2008 Promotionsstudium in Vechta mit dem Thema "Deutsche Agrarkonzessionen in der Sowjetunion 1922-1934".
Darstellung des Dissertationsprojekts
Das Forschungsprojekt "Deutsche Agrarkonzessionen in der Sowjetunion 1922-1934" beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte, Tätigkeit und Liquidation, der drei deutschen landwirtschaftlichen Konzessionen in Südrussland: "Deutsch-Russische Saatbau Gesellschaft" (DRUSAG), "Deutsch-Russische Agrar-AG" (DRUAG) und "Deutsch-Russische Landwirtschaftliche Genossenschaft Krupp-Manytsch". Sie betrieben Getreideanbau, Viehhaltung und Weiterverarbeitung von eigenen Produkten. Etwa 200 reichsdeutsche Angestellte und Arbeiter wirkten hier bei der Einführung der modernen Betriebsweise und der Übermittlung der westlichen Erfahrung in der Landwirtschaft mit.
Ungeachtet einer Laufzeit der Konzessionsverträge über mindestens dreißig Jahre wurden die deutschen Unternehmen von der sowjetischen Regierung infolge der Modifikation der Parteipolitik vorzeitig aufgelöst. Die Anwendung marktwirtschaftlicher Mechanismen durch die ausländischen Privatunternehmer bildete in der sowjetischen Kommandowirtschaft einen Störfaktor, den der Staat zurückzudrängen suchte. Mit der Liquidation erwarb die Sowjetregierung technisch hoch stehende Betriebe. Die sowjetische Seite wurde durch diese Musterbetriebe mit modernen Zucht- und Agrarmethoden vertraut gemacht, sowie mit Einsatz und Bedingung neuer Landmaschinen.
Ziel meiner Untersuchung ist es vor allem, einen Einstieg in die Problematik des deutsch-sowjetischen Konzessionsgeschäftes im landwirtschaftlichen Bereich zu bieten und Anregungen zur vertiefenden Forschung in den speziellen Teilen der Thematik zu geben. Dabei geht es hauptsächlich um die Frage, wie die ausländischen privatwirtschaftlichen Betriebe unter den sozialistischen Rahmenbedingungen in der Sowjetunion der 20er Jahre funktionierten.

